Patties unter der Lupe

Stiftung Warentest prüft Veggie-Burger: Testsieger gerade mal „gut“ – Schadstoffe in vielen Patties

In seiner aktuellen Ausgabe stellen die Tester der Stiftung Warentest fleischlose Burger auf den Prüfstand. Die bekannteste Marke enttäuscht auf ganzer Linie.

Berlin – Die Stiftung Warentest hat jetzt Veggie-Burger-Patties getestet. Das Ergebnis: Die Hälfte der Produkte ist gut, zahlreiche weitere im Mittelfeld. Bei insgesamt fünf Produkten bemängeln die Tester kritische Stoffe im Fleischersatz. Ein absoluter Marken-Klassiker fällt im Test komplett durch: Im Patty finden die Tester gleich mehrere Schadstoffe (weitere Testberichte auf RUHR24).

VerbraucherorganisationStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
SitzBerlin

Veggie-Burger bei Stiftung Warentest: Fleischersatz wird immer beliebter

Ob vegetarisch oder sogar vegan – immer mehr Verbraucher verzichten hierzulande auf Fleisch. Viele möchten sich dabei zwar nachhaltig ernähren und Tiere schützen, aber zugleich auf den leckeren Geschmack nicht verzichten.

Daher werden auch Fleischersatzprodukte immer beliebter. Ganz gleich, ob Würstchen, Nuggets, Veggie-Hack oder Burger – nahezu jedes Fleischerzeugnis gibt es mittlerweile in einer vegetarischen Variante.

Fleischersatzprodukte im Test: Prüfer bemängeln Vielzahl an Zusatzstoffen

Viele Ernährungsexperten begrüßen den Trend hin zu weniger Fleisch. Sie bemängeln aber zugleich, dass solche Ersatzprodukte oftmals stark verarbeitet sind und zahlreiche Zusatzstoffe enthalten.

Auch Öko-Test kommt noch im November 2019 zu einem wenig erfreulichen Ergebnis. Damals kritisierten die Frankfurter Prüfer insbesondere Mineralöl-Rückstände, Hefeextrakt als Geschmacksverstärker sowie genverändertes Soja. Übrigens: Aktuell wird ein Burger der Marke The Vegetarian Butcher sogar zurückgerufen, weil er mit Kunststoff verunreinigt ist.

Stiftung Warentest prüft fleischlose Burger-Patties: Die Hälfte ist „gut“

Die Tester der Stiftung Warentest fällen in ihrer aktuellen Ausgabe ein milderes Urteil – jeder zweite Patty erhält die Note „gut“. Allerdings finden die Tester erneut kritische Schadstoffe, die nichts in Lebensmitteln zu suchen haben.

Das Hauptaugenmerk legen die Prüfer in ihrem Test allerdings auf den Geschmack. Denn schließlich möchten die meisten Verbraucher einen „echten“ Fleischgeschmack erleben. So macht das sensorische Urteil 40 Prozent der Gesamtnote aus. Alle Gewinner und Verlierer im Test gibt es bei Stiftung Warentest (Bezahlartikel).

Veggie-Burger bei Stiftung Warentest: So wurde gestestet

Die Prüfer aus Berlin kauften für ihren Veggie-Burger-Test im September und November 2020 fleischlose Patties von insgesamt 18 Marken ein, die man im Einzelhandel kaufen kann. Darunter waren beispielsweise auch Discounter-Produkte von Aldi und Lidl (weitere Infos zu Lidl auf RUHR24).

Bei den getesteten Burger-Alternativen handelte es sich um 16 vegane und 2 vegetarische Produkte. Neben dem Geschmack bewerteten die Prüfer im Test auch die ernährungsphysiologische Qualität, die mikrobiologische Qualität sowie die Schadstoffe in den Patties. Ebenso flossen Deklaration und Verpackung in die Gesamtbewertung ein.

Veggie-Burger im Test: Mittelmäßige Patties enthalten kritische Schadstoffe

Bemerkenswert: Von den geprüften Veggie-Burgern erhielten zwar neun die Note „Gut“, die Bestnote „Sehr gut“ wurde aber gar nicht vergeben. Weitere acht der Produkte landen mit „Befriedigend“ im Mittelfeld. Ein Überblick über die Testsieger im Veggie-Burger-Test, ist bei 24vita* zu finden.

Anzumerken ist hier allerdings: Von den Burgern, die insgesamt noch ein „Befriedigend“ erreichen, enthalten vier Burger kritische Schadstoffe. Darunter beispielsweise:

  • Vegane Mühlen Burger Typ Rind von der Rügenwalder Mühle; Gesamturteil: befriedigend (Note: 2,8)
  • Black-Bean-Cashew-Burger vegan (Bio) von Alnatura; Gesamturteil: befriedigend (Note: 3,5)

Stiftung Warentest weist gleich vier Schadstoffe nach – Iglo ist der große Testverlierer

Besonders schlecht schnitt der Burger der beliebten Marke Iglo ab. Das Produkt „Vegetarischer Burger von Iglo Green Cuisine“ erhielt das Gesamturteil „Mangelhaft“ (Note: 5,5).

Das Erschreckende: In dem Patty fand die Stiftung Warentest gleich vier kritische Substanzen. Darunter waren Mineralölrückstände, Chlorat und Glycidol. Letzteres steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Nach Angaben von Stiftung Warentest habe der Hersteller Iglo bereits reagiert und die Rezeptur geändert. *24vita ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa

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