Mythen und Traditionen

Valentinstag nur eine Erfindung von Floristen? Was hinter dem Tag der Liebe steckt

Die Polizei überraschte nun mit kuriosen Ratschlägen am Valentinstag. 
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Die Polizei überraschte nun mit kuriosen Ratschlägen am Valentinstag. 

Der Valentinstag wird weltweit völlig unterschiedlich gefeiert. Aber warum eigentlich? Um den Feiertag ranken sich einige Mythen.

Dortmund - Blumen, Geschenke, besondere Liebeserklärungen oder ein schöner, gemeinsamer Abend: So feiern viele Menschen in Deutschland den Valentinstag. Auch in diesem Jahr ist es am 14. Februar so weit. Aber woher kommt der Feiertag eigentlich?

EreignisValentinstag
Datum14. Februar 2021

Bedeutung und Ursprung des Valentinstages: Der heilige Valentin

In Deutschland ist der Valentinstag in keinem Bundesland gesetzlicher Feiertag. Gefeiert wird er von Verliebten trotzdem oft. Weil sich dabei auch viel um kleine Geschenke dreht, halten sich laut br.de die Gerüchte, dass der Feiertag nur eine Erfindung von Floristen sei und deshalb eine reine Geldmacherei.

Aber ist das wirklich so? Tatsächlich beruht zumindest die Namensgebung auf dem heiligen Valentin aus Rom. Er gilt als Schutzpatron der Liebenden und lebte im 3. Jahrhundert. Zu seiner Zeit soll er Liebespaare nach christlichem Ritus getraut haben, obwohl Kaiser Claudius II. genau das verboten hatte.

Die Ehen dieser Paare sollen laut Überlieferungen unter einem besonders guten Stern gestanden haben. Außerdem soll der heilige Valentin den Paaren Blumen aus seinem Garten übergeben haben. Am Ende ging es aber nicht gut für ihn aus: Auf Befehl des Kaisers wurde der Schutzpatron der Liebenden am 14. Februar des Jahres 269 enthauptet.

Valentinstag als Feiertag: Von Papst persönlich etabliert

Der Valentinstag wurde ursprünglich also tatsächlich zum Gedenken des heiligen Valentin an dessen Todestag eingeführt. Das hat Papst Gelasius I. laut br.de im Jahre 469 veranlasst. Allerdings wurde der Gedenktag 1969 wieder aus dem römischen Generalkalender, auch liturgischer Kalender genannt, gestrichen.

Der Grund: Ob der heilige Valentin überhaupt existiert hat, kann historisch nicht belegt werden. Mittlerweile nimmt die Kirche den 14. Februar, also den Valentinstag, aber häufig zum Anlass um besondere Segnungsgottesdienste abzuhalten. Wie konnte sich die Liebes-Tradition dann gerade in den letzten Jahrzehnten so entwickeln?

Rote Rosen sind ein Klassiker unter den Geschenken zum Valentinstag.

Bedeutung und Tradition: So kam der Valentinstag nach Deutschland

Schon im 15. Jahrhundert sollen in England sogenannten „Valentinspaare“ gebildet worden sein. Sie haben sich gegenseitig kleine Geschenke gemacht oder Gedichte geschickt. Englische Auswanderer haben diesen Brauch dann mit in die Vereinigten Staaten gebracht. Durch die US-Soldaten wurde er dann wiederum nach dem Zweiten Weltkrieg in den westlichen Teil von Deutschland übermittelt.

Video: Fünf Fakten zum Valentinstag

1950 wurde in Nürnberg schließlich ein „Valentinsball“ veranstaltet. Von dort an sollen sich die Traditionen des Valentinstags über ganz Deutschland verteilt haben. Wirklich populär wurde der Valentinstag aber tatsächlich erst durch die verstärkte Werbung von Floristen in den Wirtschaftswunderjahren. Ein bisschen Wahrheit steckt also auch im Mythos.

Valentinstag: Traditionen und Geschenke in Zeiten von Corona

Und auch heute wird der Valentinstag vor allem mit Blumen und Dates in Verbindung gebracht. Wegen der Corona-Pandemie muss er allerdings anders ausfallen, als in den vergangenen Jahren. Hier könnten Dating-Apps oder Online-Dates aushelfen. Geschenke machen wollen die meisten laut einer repräsentativen Umfrage der Agentur Simon-Kucher & Partners in diesem Jahr aber trotzdem. Immerhin Dreiviertel aller Befragten verschenken auch 2021 etwas zum Valentinstag.

Wer es besonders romantisch mag, kauft vielleicht auch noch Grußkarten. Mittlerweile kann man Liebesbotschaften aber auch einfach per WhatsApp verschicken. Hauptsache ist doch, dass es von Herzen kommt.