Unerwünschte Zugriffe

Verband empfiehlt für das Smartphone sieben wichtige Sicherheits-Maßnahmen im Urlaub

Das Handy ist auch im Urlaub für viele nicht wegzudenken. Doch Smartphones sind im Ausland besonders gefährdet und sollten entsprechend geschützt werden.

Dortmund – Egal ob für die Story bei Instagram oder den abendlichen Anruf bei den Liebsten in der Heimat: Das Smartphone ist für die meisten Urlauber ein treuer Begleiter. Doch das Handy wird von nicht wenigen Reisenden im Ausland viel zu unbedarft genutzt. Dabei kann ein Verlust des Geräts ärgerliche Folgen haben.

Vereineco – Verband der Internetwirtschaft e. V.
Gründung1995
SitzKöln

Smartphone im Urlaub schützen: Vor der Reise unbedingt alle Updates installieren

Davor warnt aktuell der Verband der Internetwirtschaft (eco). Denn nicht nur Hitze, Sand und Wasser sind im Sommer eine potenzielle Gefahr für das Smartphone, sondern auch illegale Zugriffsversuche. „Die Fülle an persönlichen Daten in einem Gerät macht das Smartphone für Cyberkriminelle zu einem immer beliebteren Zielobjekt ihrer Angriffsversuche“, sagt Alexander Rabe, Geschäftsführer des eco-Verbands. Die Experten empfehlen deshalb sieben Maßnahmen zur Vorkehrung.

Die ersten zwei Schutzvorkehrungen dürften für geübte Smartphone-Nutzer längst eine Selbstverständlichkeit sein. Vor dem Urlaub sollte überprüft werden, ob auf dem Gerät alle wichtigen Updates installiert sind. Updates liefern nicht nur neue Funktionen, sondern erhöhen auch die Sicherheit und schützen vor fremden Zugriffen.

Im Urlaub im Ausland lauern Gefahren für das Handy – sichere Displaysperre entscheidend

Gibt es eine neue Version für das Betriebssystem auf dem Handy, wird der Nutzer darüber in der Regel per Benachrichtigung informiert. Alternativ gibt ein Blick in die Smartphone-Einstellungen Aufschluss über die Aktualität des Betriebssystems. Apps, die der Nutzer einst eigenständig installiert hat, werden über den entsprechenden Store aktualisiert.

Als zweite Maßnahme empfiehlt der Verband das Einrichten einer Displaysperre. Damit ist nicht der PIN der SIM-Karte gemeint, sondern ein Identifikationsnachweis, sobald Nutzer ihr Smartphone nach dem Sperren wieder nutzen wollen. Das kann etwa ein Passwort oder eine PIN sein. Neuere Geräte ermöglichen zudem biometrische Optionen wie einen Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.

Instagram, Facetime und Co.: Ein Urlaub ohne Smartphone ist für viele kaum vorstellbar.

Darüber, welche Art der Displaysperre die sicherste ist, scheiden sich die Geister. Eine PIN oder ein Passwort sind zwar grundsätzlich sicherer gegen ein „Entsperren aus Versehen“, wie es etwa bei einer biometrischen Option vorkommen kann. Doch sind PIN oder Passwort schwach gewählt und einfach zu knacken, verpufft dieser Vorteil schnell (mehr News zu digitalen Themen bei RUHR24).

Smartphone im Urlaub schützen: Apps nur aus offiziellen Stores downloaden

Das Portal datenwache warnt besonders vor der Muster-Option, wie sie auf Android-Geräten beliebt ist. Das Malen eines Musters sei zwar grundsätzlich einfach und geht mit ein bisschen Routine locker von der Hand. Es scheint allerdings an der Kreativität zu mangeln. Denn eine Studie habe gezeigt, dass sich 25 Prozent aller Smartphones mit nur 15 Standardmustern öffnen lassen. Sicherer Schutz im Urlaub sieht anders aus.

Eine große Handy-Sicherheitslücke sind zudem unseriöse Apps. Der Verband der Internetwirtschaft empfiehlt deshalb, Apps nur aus offiziellen Stores zu laden und unbedingt die verlangten Berechtigungen der Apps zu überprüfen. Die Gefahr, potenziell gefährliche Apps von fremden Webseiten herunterzuladen, lässt sich glücklicherweise ganz einfach grundsätzlich ausschließen. Dazu kann in den Einstellungen des Smartphones die Installation von Apps unbekannter Herkunft unterbunden werden.

Bei den Berechtigungen der Apps sollten insbesondere verlangte Zugriffe auf Kontakte, Kamera oder den Standort kritisch hinterfragt werden. „Viele Apps sammeln mehr Daten, als auf den ersten Blick nötig erscheint“, heißt es vom eco-Verband. Auch hier helfen die Einstellungen. Denn die Berechtigungen lassen sich auch noch nach der Installation der App einschränken.

Handy im Urlaub: Vorsicht im öffentlichen WLAN – auf Online-Banking besser verzichten

Vorsicht ist im Urlaub zudem im öffentlichen WLAN geboten. Dort kann man zwar kostenlos surfen und Daten sparen. Es ist aber auch relativ einfach, den Datenverkehr zu belauschen. Auf sensible Tätigkeiten im Netz – etwa Online-Banking – sollten Urlauber im offenen WLAN verzichten. Gleiches gilt für Dienste, bei denen eine Anmeldung erforderlich ist. Dazu gehören Amazon oder das Mail-Postfach.

Sollte es im Urlaub trotz aller Vorsicht zum Verlust des Smartphones kommen, können zwei im Vorfeld getroffene Maßnahmen zumindest schlimmere Folgen vermeiden. Vor der Reise sollte in jedem Fall ein Backup gemacht werden. Sind die Daten in einer Cloud gespeichert, sind sie so trotz eines Verlusts des Geräts nicht hoffnungslos verloren. Sichere und verbreitete Dienste für Backups sind etwa iCloud, Google Drive oder OneDrive (mehr Urlaub- und Reisetipps bei RUHR24).

Ein Urlaub ohne ein Selfie mit dem Smartphone? Kaum vorstellbar

Zu guter Letzt empfehlen die Experten des eco-Verbands, das Smartphone zu verschlüsseln. So fallen die Daten im Falle eines Geräteverlusts nicht in fremde Hände. Neuere Betriebssysteme verschlüsseln die Daten der Nutzer automatisch. Auf älteren Smartphones können die Daten über die Einstellungen manuell verschlüsselt werden. Es empfiehlt sich zudem zu überprüfen, ob die Daten auf der SD-Karte im Gerät verschlüsselt sind.

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