Corona-Mutation auf dem Vormarsch

Urlaub 2021 trotz Delta-Variante: Spahn kündigt „strikte“ Corona-Regeln bei der Einreise an

Bei aktuell niedrigen Inzidenzen freuen sich viele auf einen unbeschwerten Urlaub. Wegen der Delta-Variante kündigte die Bundesregierung jetzt strikte Corona-Regeln für Reisende an.

Update, Donnerstag (1. Juli), 10.45 Uhr: Weil sich die Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland zunehmend ausbreitet, reagiert nun die Bundesregierung. Dazu sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): „Es geht darum, das absolute Infektionsrisiko niedrig zu halten und gleichzeitig das Impftempo zu erhöhen.“ Denn: „Doppelt geimpft schützt gegen Delta“, sagte Spahn.

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Fälle weltweit insgesamt (27. Juni)181 Millionen

Urlaub 2021 trotz Delta-Variante: Kontrollen bei Reise aus Hochinzidenzgebieten

Deshalb werden Reisende aus Hochinzidenzgebieten bei der Einreise nach Deutschland auf eine Corona-Infektion kontrolliert. Dazu werden die Urlaubsländer in drei Kategorien eingeteilt, für die jeweils andere Reiseregeln gelten, sagte Spahn:

  • 1. Virusvariantengebiete (Portugal, Indien, Russland)
  • 2. Hochinzidenzgebiete (Ägypten)
  • 3. Risikogebiete (Kroatien)

Generell gilt jedoch: „Jeder, der sich in einen Flieger aus Deutschland setzt, muss vor Abflug ein aktuelles negatives Testergebnis oder einen gültigen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen“, kündigte Spahn am Donnerstag (1. Juli) bei einer Pressekonferenz in Berlin an. Das gelte für jeden Flug nach Deutschland, egal aus welchem Land jemand einreise.

Wer aus einfachen Risiko-, Hochinzidenz- oder Virusvariantengebieten einreist, der muss eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. Auch das sei anders, als 2020. Auch hier sind Impf- und Testnachweise mitzuführen. „Quarantänepflichten gibt es für Rückreisende aus allen drei Kategorien“, sagte Spahn. Sie gilt für 10 Tage und kann nur durch Vorlage eines negativen Tests verkürzt werden. Bei Einreise aus Virusvariantengebieten kann sie nicht verkürzt werden.

Laut Innenminister Horst Seehofer (CSU) soll es bei der Einreise auf dem Landweg keine gesonderten Grenz-Kontrollen geben. Erst nach der Einreise werde durch die Bundespolizei kontrolliert und auch getestet, sagte Seehofer.

Delta-Variante: Keine kurzfristige Änderungen der Einreiseregeln in Deutschland geplant

Update, Montag (28. Juni), 22.49 Uhr: Trotz wachsender Sorge vor einem vermehrten Einschleppen der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus müssen sich Reisende vorerst nicht auf schärfere Corona-Bestimmungen einstellen. Das ist das Ergebnis von Beratungen von Bund und Ländern, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) in Berlin erfuhr.

Die geltende Einreiseverordnung wird demnach nicht kurzfristig geändert. Mehrere Ministerpräsidenten hatten schärfere Bestimmungen gefordert, um eine erneute Verschärfung der Corona-Lage zu verhindern.

Sommerurlaub 2021: Bayerns Gesundheitsminister fordert strenge Einreise-Kontrollen

Erstmeldung, Sonntag (27. Juni), 20.04 Uhr: Der Sommerferien stehen in vielen Ländern kurz bevor – auch in NRW. Einige Bundesländer, darunter Schleswig-Holstein, Berlin und Hamburg sind bereits im Juni in die Ferien gestartet. Bislang standen die Zeichen dabei auch in den Urlaubsländern wie Italien, Portugal oder Griechenland auf Lockerung. Jetzt sieht es allerdings so aus, als werde die Delta-Variante des Coronavirus das Reisen wieder erschweren.

Denn um dem vorzubeugen, dass Urlauber die als ansteckender geltende Delta-Variante aus dem Urlaub nach Deutschland einschleppen, sprechen sich erste Politiker bereits für schärfere Kontrollen aus. So erklärte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) gegenüber der Bild am Sonntag, dass an den Flughäfen und Grenzübergängen „engmaschig“ kontrolliert werden müsse.

Es reiche nicht, so Holetschek, der auch der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz ist, stichprobenartig zu überprüfen. Vielmehr müssten Nachweise wie Impfpass, Test-Zertifikat oder Genesenennachweis bei jedem gecheckt werden, der nach Deutschland einreist. Ebenso wie es Flugreisenden schon jetzt der Fall ist.

Die Voraussetzungen dafür sind nach dem CSU-Politiker gegeben. „Im Gegensatz zum letzten Sommer sind in ganz Deutschland flächendeckende Testsysteme aufgebaut“, erklärt Holetschek (Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Strenge Einreiseregeln: SPD-Politiker für doppelte Testpflicht für Reiserückkehrer

Bereits zuvor hatten sich der in der Pandemie als Mahner geltende SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sowie Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) für strenge Einreiseregeln ausgesprochen.

Gegenüber der Rheinischen Post erläutert Karl Lauterbach (SPD): „So sollte jeder, der aus einem anderen Land per Auto, Schiff oder Flugzeug nach Deutschland kommt, einen negativen Test vorweisen und fünf Tage später einen weiteren PCR-Test machen müssen.“

Karl Lauterbach (SPD) spricht sich für doppelte Testpflicht für Reiserückkehrer aus. (Symbolbild)

Härtere Corona-Regeln bei der Einreise – Bund und Länder machen scheinbar bereits Pläne

Auch Manuela Schwesig (SPD) betont laut Bericht der Rheinischen Post, internationale Reisen dürften nicht dazu führen, dass das Virus nach Hause getragen werde – und sich in der Folge hierzulande wieder mehr Menschen ansteckten.

Den Forderungen der Politiker sollen scheinbar schon bald auch Taten folgen. Wie die Bild am Sonntag berichtet, habe Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) angekündigt, dass strengere Einreiseregeln bereits in Planung seien. Demnach befänden sich Bund und Land bereits in enger Abstimmung, um engmaschige Kontrollen während der Reisezeit sicherzustellen.

Allerdings: Am Freitag (25. Juni) hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf einer Pressekonferenz noch angemerkt, man könne „nicht jeden Einreisenden einer Testpflicht unterliegen lassen“, das sei nicht zu kontrollieren. Bleibt also abzuwarten, welche konkreten Maßnahmen für Urlaubsreisende 2021 noch beschlossen werden.

Delta breitet sich aus – Großbritannien kämpft mit der Virus-Variante

In vielen Urlaubsländern wie Italien, Frankreich oder Griechenland ist die Delta-Variante derzeit noch nicht weit verbreitet – allerdings ist sie vielfach auf dem Vormarsch und die Datenlage ist dünn. Heikel ist die Lage derzeit in Großbritannien: Das Vereinigte Königreich hat bereits seit einigen Wochen stark mit der Delta-Variante zu kämpfen. Lag die Inzidenz dort Anfang Mai noch bei Werten um 20, ist sie mittlerweile (Stand 25. Juni) auf 126 angestiegen.

Die erstmals in Indien nachgewiesene Delta-Variante soll Experten zufolge noch ansteckender sein als die zuerst in Großbritannien identifizierte Alpha-Variante. Karl Lauterbach (SPD) bewertet daher insbesondere Reisen nach Großbritannien kritisch. Gegenüber der Bild bemängelt er, es sei „komplett unverständlich, warum es keine harten EU-weiten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Großbritannien gibt.“

Nach Knallhart-Lockdown darf die Außengastronomie in Portugal im April wieder öffnen. Jetzt droht mit Delta das Aus für die Urlaubssaison. (Symbolbild)

Portugal: Delta auf dem Vormarsch – Urlaubsland ist erneut Virusvariantengebiet

Stark betroffen von der Delta-Variante ist aktuell auch Portugal. Am Freitag (25. Juni) hat das Robert Koch-Institut (RKI) das beliebte Urlaubsland wieder zum Virusvariantengebiet erklärt.

Besonders tragisch: Portugal war bereits von der britischen Mutation extrem betroffen – noch im Januar 2021 verzeichnete man dort die damals höchste Inzidenz weltweit. Das Land hatte sich dann aber mit einem konsequenten Knallhart-Lockdown von den hohen Inzidenzen befreit – und galt zeitweise als „Musterschüler“ im Kampf gegen Corona.

Urlaub in Portugal fällt ins Wasser: Erster Reiseanbieter holt Urlauber zurück

Gleichsam hat sich das Land auf die Sommerurlauber gefreut. Wie auch Merkur.de berichte, wurden noch Mitte Juni viele Maßnahmen gelockert*.

Delta setzt dem unbeschwerten Urlaub in Portugal aber ein jähes Ende. Wer ab Dienstag (29. Juni) aus Deutschland nach Portugal reist, muss für zwei Wochen in Quarantäne. Der erste Reiseanbieter – Olimar aus Köln – hat bereits auf das Pandemiegeschehen reagiert und will jetzt Hunderte Touristen aus Portugal zurückholen. *Merkur.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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