Verbraucherzentrale gibt Tipps

Urlaub 2021 trotz Corona: Entscheidender Vorteil für Pauschalreisende

Am Strand knackig braun werden ist ein netter Nebeneffekt im Urlaub. Die Sommerbräune lässt sich bis in den Herbst erhalten.
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Am Strand knackig braun werden ist ein netter Nebeneffekt im Urlaub. Die Sommerbräune lässt sich bis in den Herbst erhalten.

Die Urlaubssaison steht quasi vor der Tür. Doch was ist in der Corona-Pandemie zu beachten? Die Verbraucherzentrale hat einige Ratschläge parat.

NRW – Die Urlaubszeit rückt allmählich immer näher – doch gibt es überhaupt eine Urlaubszeit? Trotz Impfungen, Schnelltests und Hygienemaßnahmen ist die Corona-Krise alles andere als unter Kontrolle. Das gilt auch für beliebte Reiseorte. Wer dennoch nicht auf Urlaub verzichten möchte, sollte einiges beachten.

VereinVerbraucherzentrale
Gründung2000
VorsitzKlaus Müller

Urlaub 2021: Trotz Corona ist das Reisen möglich – allerdings mit Einschränkungen

Über den bevorstehenden Osterurlaub in Deutschland sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) im Februar, dass intensive Mobilität durch Tourismus und Reiseverkehr für die anhaltende Pandemie Gift sei. Später entschuldigte er sich für die harten Worte, blieb aber der Meinung, dass Menschen in Deutschland in den Osterferien keinen Urlaub machen werden können. Er hoffe auf den Sommer.

Aber wie steht es um den Urlaub im Ausland? Immerhin wurde gerade erst die Reisewarnung für die Balearen aufgehoben, Urlaub auf Mallorca oder Ibiza wäre demnach wieder möglich. Doch auch wenn die Reisewarnung aufgehoben ist, müssen Urlauber so manches beachten. So gilt laut Auswärtigem Amt eine Testpflicht für Einreisende, zudem gilt aktuell (Stand 17. März) eine nächtliche Ausgangssperre und die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Raum. Darüber hinaus gelten auf den einzelnen Inseln weitere unterschiedliche Regeln.

Reisen im Corona-Jahr 2021: Verbraucherzentrale rät zu Urlaub zu Hause

Einfach eine Reise buchen, in den Flieger steigen und entspannen – das funktioniert bisher noch nicht ganz. Urlauber sollten sich vor einer Reise genau informieren. Auch die Verbraucherzentrale NRW rät derzeit zur Vorsicht. Sie schreibt: „Auf Nummer sicher geht, wer seine Ferien auch in diesem Jahr zu Hause verbringt.“ Für wen das allerdings so gar nicht infrage kommt, der muss mit einigen Einschränkungen und kurzfristigen Änderungen rechnen.

Denn auch wenn für einige Länder aktuell keine Reisewarnung gilt oder sie gerade wie bei den Balearen aufgehoben wurde, muss damit gerechnet werden, dass sich die Lage kurzfristig ändert – zuungunsten der Reisenden. Coronafallzahlen können schnell wieder in die Höhe schießen, darauf würde das Auswärtige Amt reagieren und eine Warnung aussprechen.

Urlaub 2021 trotz Corona-Pandemie: Amt gibt ausführliche Informationen über alle Länder

Urlauber sollten sich also auch kurz vor Reiseantritt über die aktuelle Lage am Zielort informieren. Dazu hat das Auswärtige Amt eine Übersicht aller Länder zusammengestellt, die laufend aktualisiert wird. Darin ist aufgeführt unter welchen Bedingungen Urlauber einreisen dürfen (teilweise nur mit negativen Corona-Test) und welche Einschränkungen vor Ort gelten.

Inzwischen ist das Reiseverbot für die Balearen-Insel Mallorca aufgehoben – dennoch müssen Reisende mit Einschränkungen rechnen.

Wer trotz Reisewarnung den Urlaub durchziehen möchte, kann das zwar tun – sofern kein Einreisestopp im jeweiligen Land herrscht. Allerdings lehnt das Auswärtige Amt Rückholaktionen wie im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie inzwischen ab. Außerdem müssen sich Reisende nach dem Urlaub im Risikogebiet in Deutschland direkt in Quarantäne begeben (je nach Bundesland gelten verschiedene Regelungen).

Darüber hinaus müssen Urlauber nachweisen können, dass sie sich nicht mit dem Coronavirus infiziert haben. Das muss bis spätestens 48 Stunden nach Einreise geschehen. Zu diesem Zweck haben viele Flughäfen Testzentren eingerichtet. Ist der Test negativ, kann die Quarantäne laut Bundesgesundheitsministerium frühstens nach fünf Tagen wieder verlassen werden. Auch für die Quarantäne müssen Arbeitnehmer Urlaub nehmen – wenn sie nicht im Homeoffice arbeiten, sonst drohen ernste Konsequenzen.

Pauschalreisende sind in der Corona-Pandemie klar im Vorteil

Sollte sich die Lage kurzfristig ändern, sei es laut Verbraucherzentrale einfacher, Pauschalreisen zu stornieren als Individualreisen – bei Pauschalreisen sieht das Gesetz mehr Rechte für Reisende vor. Denn, wenn es sich um eine Pauschalreise handelt, ist es möglich die Reise kostenlos zu stornieren – zumindest dann, wenn außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände vorliegen, wie die Verbraucherzentrale erklärt.

Galt also für den auserwählten Reiseort zunächst keine Reisewarnung, verschlimmert sich die Corona-Situation Vorort allerdings und das Auswärtige Amt spricht eine Warnung aus, können Pauschalurlauber von ihrem Vertrag zurücktreten und ihr Geld zurückverlangen. Generell gilt es genau zu prüfen, welche Umbuchungs- und Stornierungsmöglichkeiten der Reiseveranstalter anbietet.

Trotz Corona Urlaub machen: Kommt es zur Stornierung, haben Individualreisende das Nachsehen

Doch auch Individualreisende haben die Chance ihre Reise zu stornieren – ob sie allerdings genauso günstig wie Pauschalreisende davon kommen, ist fraglich. Ist die kostenfreie Stornierung einzelner Leistungen (Flug, Hotel) innerhalb eines festgelegten Zeitraums vorher nicht vertraglich vereinbart, wird der Urlauber zur Kasse gebeten, auch wenn der Urlaub nicht stattfindet.

Zwar muss im Falle einer Stornierung nicht der volle Betrag gezahlt werden, aber für beispielsweise gebuchte Unterkünfte in Deutschland müssen zwischen 60 und 90 Prozent des vereinbarten Preises gezahlt werden. Denn der Anbieter hat laut Verbraucherzentrale „einen Anspruch auf die vereinbarte Vergütung abzüglich ersparter Aufwendungen, wie etwa Steuern und Gebühren für Flüge“. Kommt es allerdings innerhalb Deutschlands zu einem Beherbergungsverbot, muss die Unterkunft nicht gezahlt werden. Im Ausland gilt das Recht des jeweiligen Landes.

Video: Mit grünem Impf-Ausweis in den Urlaub

Urlaub 2021 trotz Corona: Versicherungen sind nicht verkehrt – doch es kann einen Haken geben

Reiserücktrittsversicherungen oder Auslandskrankenversicherungen sind in der Regel nicht verkehrt. Sie können einen davor schützen, eine Reise zu zahlen, die gar nicht angetreten werden kann oder übernimmt Kosten für ärztliche Behandlungen im Ausland. Doch Vorsicht: Manche Anbieter haben eine Pandemie-Klausel in die Verträge eingebaut.

Ist das der Fall, zahlt der Anbieter beispielsweise Behandlungskosten nicht, wenn es sich um einen Corona-Fall handelt oder andere pandemische Erkrankungen. Enthält die Reiserücktrittsversicherung ein Pandemie-Klausel, kann sie die Erstattung der Kosten verweigern, wenn es sich um einen Pandemie-Fall als Reiserücktrittsgrund handelt.