Impfprivilegien stehen zur Debatte

Urlaub 2021: Schärfere Regeln für Reisen geplant – was jetzt drohen könnte

Bereits vergangenes Jahr ist bei vielen der Urlaub aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen. Wie steht es also um den Urlaub 2021? Die EU plant Verschärfungen.

Dortmund – Nach schier endlos scheinenden Wochen und Monaten in den eigenen vier Wänden dürfte die Sehnsucht nach Urlaub und Tapetenwechsel bei vielen Deutschen groß sein. Doch trotz Sehnsucht – das Coronavirus ist weiterhin präsent und es gilt die Verbreitung zu bekämpfen. Wie steht es also um den Urlaub im Jahr 2021?

RegierungsinstitutionEuropäische Kommission
Anzahl der Bediensteten32.000
Gründung1967
VorsitzUrsula von der Leyen (Kommissionspräsidentin)

Urlaub im Corona-Jahr 2021: Zumindest in Europa sollen die Grenzen offen bleiben

Das vergangene Corona-Jahr 2020 war gelinde gesagt chaotisch. Nachdem viele Reisende im Urlaubsland gestrandet sind, weil Flüge coronabedingt abgesagt wurden und die Fallzahlen wieder stiegen, haben einige europäische Länder reagiert und die Grenzen dicht gemacht oder zumindest die Einreisebedingungen verschärft. Und auch in diesem Jahr soll das Verreisen nicht ganz so einfach sein, wie es sich wohl viele Menschen wünschen würden.

Wie es im Jahr 2021 weitergehen soll, darüber haben auch die EU-Mitgliedsstaaten am Donnerstagabend (21. Januar) beraten. Zuvor war die Sorge groß, dass die EU-Länder die Grenzen wieder schließen könnten, gerade weil nun besonders ansteckende Corona-Mutationen grassieren. Doch die Länderchefs konnten sich schnell einigen und es war klar: Die Grenzen in der EU bleiben zunächst offen.

Härtere Regeln gegen unnötiges Reisen in der Corona-Krise

Stattdessen einigten sich die Regierungsspitzen darauf, härtere Regeln gegen unnötiges Reisen zu entwickeln, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Wie diese Regeln konkret aussehen werden, ist aktuell noch nicht klar. Zur Debatte stehen neue Test- und Quarantäne-Pflichten. Weiter hieß es, dass die EU-Kommission Anfang kommender Woche dazu Vorschläge machen will. Ist das also das Aus für den Urlaub im Jahr 2021?

Nicht, wenn es nach den Regierungen der europäischen Urlaubsländer geht. So stieß laut Süddeutscher Zeitung der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis die Debatte Impfprivilegien an. Er forderte Reisefreiheit für Menschen, die sich gegen das Coronavirus geimpft haben lassen. Auch andere Urlaubsländer befürworteten den Vorstoß (mehr News zum Coronavirus bei RUHR24.de).

Impfprivilegien für Reisende stark umstritten – aber rechtlich machbar

Noch ist das keine beschlossene Sache und unter den anderen Mitgliedsländern stark umstritten. Doch Reise-Experten gehen laut Merkur.de davon aus, dass vor allem Fluggesellschaften mit der Idee einer Impfpflicht* für Passagiere liebäugeln würden. Eine solche Impfpflicht wäre denkbar, immerhin deckt die Vertragsfreiheit das Vorgehen, bestimmte Kunden abzulehnen, auch Hotels dürfen Kunden ablehnen.

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, sieht noch viele Fragen, die geklärt werden müssen.

Doch wenn es nach Bundeskanzlerin Angela Merkel ginge, stelle sich die Frage nach Privilegien noch nicht, das sehen andere Mitgliedsländer ähnlich. Besonders problematisch aktuell: Es ist noch gar nicht klar, ob und welche Impfstoffe auch vor der Übertragung des Coronavirus schützen.

Außerdem ist bisher nur ein kleiner Bevölkerungsanteil in der EU geimpft. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von vielen offenen Fragen, die geklärt werden, wenn die „Zeit reif ist“.

Reisen in der Corona-Krise soll ab Pfingsten wieder möglich sein – worauf Urlauber achten sollten

Auch wenn noch nicht klar ist, wie die „Regeln gegen unnötiges Reisen“ aussehen werden, gehen Experten davon aus, das der Sommer-Urlaub nicht ins Wasser fallen muss. Thomas Bareiß (CDU), Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, geht davon aus, dass Reisen in den kommenden zwei bis drei Monaten nicht denkbar seien. Doch in der ntv-Sendung „Frühstart“ rechnete er damit, dass es ab Pfingsten wieder besser wird. Er hoffe darauf, dass der Sommer ein ganz großer Reisezeitraum sein wird.

Weiter sei er sich sicher, dass auch das Reisejahr 2021 außergewöhnlich sein wird und Urlaub sehr kurzfristig geplant werden würde. Worauf sollte man also bei der Urlaubsplanung achten? Rtl.de empfiehlt eine Pauschalreise, also alles aus einer Hand zu buchen. Sollte der Urlaub dann doch coronabedingt ins Wasser fallen, sei der Veranstalter zur Erstattung des Reisepreises verpflichtet.

Urlaub 2021: Reisewarnungen und Einreiseverbote im Blick behalten

Bei Individualreisen sieht es hingegen anders aus. Die Buchung unterliegt in diesem Fall nationalen Gesetzen, ob und wie aufgrund der Coronavirus-Pandemie eine Reise storniert werden kann, muss dann von Fall zu Fall geprüft werden. Auch eine Reiserücktrittsversicherung ist nicht immer die letzte Rettung. Fürchtet der Urlauber lediglich sich im Reiseland mit dem Coronavirus anzustecken, ist das meist nicht von der Versicherung gedeckt. Nur, wenn der Reisende selbst erkrankt ist.

Wer sich kurzfristig für Urlaub im Ausland entscheidet, sollte unbedingt die Informationsseite des Auswärtigen Amtes im Blick behalten. Dort sind alle Reisewarnungen und Einreiseverbote aufgelistet. So setzt beispielsweise Australien weiterhin auf ein Einreiseverbot für alle ausländischen Reisenden, die keinen ständigen Wohnsitz in Australien haben.

Aus einem Risikogebiet nach Deutschland reisen: Worauf Urlauber achten müssen

Darüber hinaus müssen die aktuellen Quarantänebestimmungen beachtet werden, die das Bundesministerium für Gesundheit vorschreibt (Abweichungen von Bundesland zu Bundesland sind möglich):

  • Wer aus einem Risikogebiet (nachzulesen in der Liste des Robert Koch-Instituts) nach Deutschland einreisen will, muss zuvor eine digitale Einreiseanmeldung durchführen.
  • Nach dem Aufenthalt in einem Risikogebiet muss der oder die Reisende spätestens 48 Stunden nach Einreise nachweisen können, dass er oder sie nicht mit Coronavirus infiziert ist. Dazu haben auch einige Flughäfen Corona-Testzentren eingerichtet, aber auch ein Test beim Hausarzt oder anderen Testzentren ist möglich.
  • Reisende aus Gebieten mit besonders hohen Infektionszahlen oder besonders infektiösen Corona-Mutationen müssen sich bereits vor Einreis nach Deutschland testen lassen und ein negatives Testergebnis vorweisen können.
  • Nach der Ankunft zu Hause oder in der Beherbergung müssen sich Reisende aus einem Risikogebiet direkt in häusliche Quarantäne begeben – für zehn Tage. Die Quarantäne kann mit einem negativen Testergebnis auf fünf Tage reduziert werden.

Auch für Reisen von Deutschland ins Ausland wird oft ein Nachweis über einen Corona-Test verlangt. Erst kürzlich hat eine Familie versucht mit einem vermutlich gefälschten Corona-Test in die Türkei zu reisen. Sie konnten von der Bundespolizei am Düsseldorfer Flughafen gestoppt werden. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Clara Margais/dpa

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