Pauschalreise oder Ferienhaus?

Last Minute Urlaub boomt trotz Corona – doch es drohen einige Fallen

Urlaub ist endlich wieder möglich. Weil das lange schwer einzuschätzen war, stehen aktuell Last-Minute-Angebote hoch im Kurs. Bei der Buchung sollten Urlauber genau hinsehen.

Dortmund – Die Corona-Krise* hat viele vorsichtig gestimmt, Urlaub weit im Voraus zu planen. Kein Wunder also, dass Last-Minute-Angebote im Sommer 2021 regelrecht boomen. Doch auch beim Spontan-Urlaub gibt es noch einiges zu beachten. RUHR24* hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Urlaub 2021: Last-Minute-Angebote gewinnen wegen Delta-Variante an Bedeutung

Die Corona-Pandemie hat uns gelehrt, dass sich innerhalb kürzester Zeit alles ändern kann und in wenigen Wochen nichts mehr so ist, wie es mal war. Die aktuelle Situation in Portugal bestätigt das mal wieder. Das beliebte Urlaubsziel wurde wegen der starken Ausbreitung der Delta-Variante zum Virusvariantengebiet* erklärt und hat damit die Urlaubspläne vieler erneut auf den Kopf gestellt.

Denn nun müssen deutsche Urlauber bei ihrer Rückkehr aus Portugal zwei Wochen in Quarantäne*. Es gibt keine Möglichkeit, die Dauer durch einen negativen Corona-Test zu verkürzen. Das wollen viele nicht hinnehmen und suchen daher nun spontan nach neuen Urlaubsplänen. Last-Minute-Angebote klingen dabei verlockend.

Last-Minute-Urlaub 2021: Pauschalreisen und Ferienwohnungen stehen hoch im Kurs

Laut dem Online-Reiseportal Urlaubsguru gilt als Last-Minute-Urlaub ein Angebot, bei dem die Abreise innerhalb von sechs Wochen nach der Buchung stattfindet. Wer also im August trotz Corona unbesorgt am Strand liegen möchte, sollte sich jetzt schon einmal nach lukrativen Reise-Schnäppchen umsehen. Doch noch ist die Corona-Pandemie nicht vorbei und es gilt auch bei Spontan-Urlauben einiges zu beachten.

Die erste Frage, die sich stellt: Wie möchte man Urlaub machen – ob auf dem Kreuzfahrtschiff, auf dem Campingplatz oder im Wellnesshotel? Während Corona gewannen insbesondere Pauschalreisen oder die Unterbringung in einer Ferienwohnung an Beliebtheit.

Pauschalreisen haben in der Regel den Vorteil, dass Stornierungen bei den Kosten mit inbegriffen sind und sie so eine größere, finanzielle Sicherheit bieten. Außerdem kümmern sich viele Anbieter gegebenenfalls um einen Rücktransport der Touristen, sollte beispielsweise ein Fall wie in Portugal eintreten und ein Land über Nacht als Virusvariantengebiet eingestuft werden.

Urlaub in der Ferienwohnung wegen Corona beliebter denn je – preisliche Unterschiede

Auch die Unterbringung in einer Ferienwohnung ist beliebter denn je. Laut der Suchmaschine Holidu ist die Zahl der Suchanfragen nach Ferienhäusern seit Mai gegenüber dem Vormonat um mehr als 500 Prozent gestiegen. In einem Ferienhaus kann man für sich sein und sieht sich nicht mit Menschenmassen am Flughafen oder am Hotel-Buffet konfrontiert.

Und trotz der gestiegenen Nachfrage, sei der Urlaub in einer Ferienwohnung nach Angaben von Hometogo noch relativ erschwinglich. Insbesondere in Deutschland, Italien*, Frankreich* oder Kroatien* hat man noch gute Chancen, ein günstiges Angebot für knapp 100 Euro pro Nacht zu finden. Im Vergleich: Auf Mallorca* liegt der Preis bereits bei rund 250 Euro pro Nacht.

Last-Minute-Urlaub wegen Corona: Kleingedrucktes und Stornobedingungen unbedingt lesen

Außerdem haben auch viele Anbieter von Ferienwohnungen ihre Stornierungsbedingungen angepasst. Doch Annika Hunkemöller, Pressesprecherin von Urlaubsguru, warnt davor, Kleingedrucktes zu überlesen und mögliche Kostenfallen zu übersehen.

„Stornierungs- und Umbuchungsoptionen von Flügen, Unterkünften und Pauschalreisen sollte man besonders achtsam durchlesen. Das kann mühselig sein, denn vieles steht auch im Kleingedruckten. Aber wer bis zur Abreise für alle Eventualitäten abgesichert sein möchte, der sollte sich die Zeit nehmen“, so Hunkemöller.

Wer auf alle Eventualitäten vorbereitet sein will, sollte sich zusätzlich zum Beispiel mit einer Reiserücktrittsversicherung absichern. Inzwischen haben einige Anbieter zwar eine Corona-Versicherung im Programm, doch auch hier sollten die Details genau geprüft werden, rät die Verbraucherzentrale Brandenburg. Es seien in der Regel keine Rundum-sorglos-Pakete, sondern eher eine Ergänzung zum bestehenden Versicherungsschutz.

Urlaub 2021 buchen: Was bei Last-Minute-Angeboten zu beachten ist

Hat man für sich entschieden, welche Unterbringung am besten für den Urlaub im Corona-Sommer 2021 geeignet ist, muss man sich nur noch für ein Reiseziel entscheiden. Bei dieser Überlegung sollten folgende Faktoren beachtet und vorab geprüft werden:

  • Bevor man seinen Last-Minute-Urlaub bucht, sind Corona-Regeln vor Ort zu beachten. Maskenpflicht oder Regelungen in der Gastronomie können beispielsweise die Wahl des Reiseziels beeinflussen. Zudem kann es teuer werden, wenn man sich im Urlaubsort nicht an die bestehenden Corona-Maßnahmen hält.
  • Weiter sollte geprüft werden, welche Regeln für die Ein- und Ausreise im jeweiligen Land gelten. Tagesaktuelle Informationen findet man beim Auswärtigen Amt. So akzeptieren einige Länder einen Antigen-Schnelltest für die Einreise, andere hingegen bestehen noch auf einen PCR-Test. Die dafür anfallenden Kosten müssen also aufs Urlaubsbudget draufgerechnet werden.
  • In vielen Ländern – auch in Deutschland – muss bei der Einreise ein Online-Formular ausgefüllt und teilweise für die Dauer des Urlaubs mitgeführt werden. Immerhin: Am 1. Juli ist offiziell der digitale Corona-Impfpass in der EU in Kraft getreten*. Er gibt Aufschluss darüber, ob eine Person geimpft, genesen oder negativ getestet ist. Der Nachweis soll den Personenverkehr und Kontrollen in der EU erleichtern.
Zu den beliebtesten Last-Minute-Reisezielen gehören unter anderem die Türkei, die kanarischen Inseln oder Ägypten. Wegen Corona steht aber auch Spontan-Urlaub in Deutschland hoch im Kurs.

Last-Minute-Angebot 2021: Was tun, wenn man im Urlaub in Quarantäne muss?

Ist alles von Urlaubsziel, Unterbringung und Corona-Regeln vor Ort geklärt, bleibt nur noch eine Frage, bevor der Buchen-Button für den Last-Minute-Urlaub gedrückt werden kann. Da sich die Delta-Variante weltweit aktuell rasend schnell ausbreitet, kann sich der Portugal-Fall schnell auch in anderen Ländern wiederholen.

Deshalb sollten Urlauber nicht nur abklären, wer gegebenenfalls den Rücktransport organisiert und finanziell übernimmt, sondern auch, welche Konsequenzen eine Infektion mit dem Coronavirus im Urlaubsort hat. Einige Hotels haben inzwischen dafür eigene Quarantäne-Bereiche eingerichtet, doch für die Kosten muss man in der Regel selbst aufkommen. Krankenversicherungen springen in solchen Fällen nur selten ein.

Auch sollte mit dem Chef rechtzeitig abgesprochen werden, was in einem solchen Fall zu tun ist. Arbeitgeber sind nämlich nicht rechtlich verpflichtet, Lohn zu bezahlen, wenn man wegen Quarantäne-Maßnahmen* zwei Wochen im Job ausfällt. Ändert sich die Situation während des Urlaubs unvorhergesehen, machen einige allerdings eine Ausnahme. Klärt man diese Fragen vorab, bleiben ein böses Erwachen und mögliche Zusatzsatzkosten erspart – und der frisch gewonnenen Urlaubserholung wird kein Dämpfer verpasst. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Oliver Killig/dpa