Experte wagt Prognose

Deutschland-Wetter: Azorenhoch vertreibt Starkregen - kommt jetzt der Sommer?

Am Mittwoch (14. Juli) zogen schwere Unwetter mit Starkregen und Gewittern über NRW. Doch das passiert wohl so schnell nicht noch mal. Stattdessen soll der Sommer kommen.

Deutschland/NRW - Tief „Bernd“ hat am Mittwoch (14. Juli) halb Deutschland geflutet und für Verwüstung gesorgt. Besonders schlimm war es im Süden Nordrhein-Westfalens, in Rheinland-Pfalz und im Ruhrgebiet, wo am Nachmittag wegen des Starkregens zahlreiche Keller und Straßen übergelaufen sind. Doch mit den extremen Unwettern könnte es bald vorbei sein, weiß ein Experte.

BundeslandNRW
LandeshauptstadtDüsseldorf
Regenreichste JahreszeitSommer

Unwetter in Deutschland und NRW: Wetter im Juli 2021 mit viel Gewitter und Starkregen

Der Sommer in diesem Jahr ist ein Sommer der Extreme - nicht nur in Deutschland: Im Westen der USA jagt eine Hitzewelle die nächste und Waldbrände breiten sich aus, in Kanada wurde jüngst die unglaubliche Temperaturmarke von 50 Grad geknackt und auch in Spanien sind die Temperaturen in diesem Jahr ungewöhnlich hoch.

In Deutschland ist es zwar nicht so extrem heiß, dafür aber extrem nass: Das Wetter zeigt sich im Juli von seiner unbeständigsten Seite. Mal ist es ein paar Tage trocken und sommerlich warm, dann schwenkt es aber ziemlich schnell um und Dauerregen setzt ein.

In den vergangenen Wochen kam es daher immer wieder zu neuen Unwetter-Warnungen - die jüngste davon gab der Wetterdienst sogar gleich für mehrere Tage heraus (mehr Nachrichten zum Wetter und Klima bei RUHR24).

Nach dem Unwetter kommt der Sommer: Wetter soll noch im Juli deutlich besser werden

Besonders eklig ist dieses Jahr der unerträgliche Mix aus warmen Temperaturen und Regen: Das daraus resultierende „Tropen-Wetter“ lässt uns nicht nur vermehrt schwitzen, sondern kann aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit auch zu Gesundheitsproblemen wie Kopfschmerzen oder Abgeschlagenheit führen.

Laut einem Experten soll sich das Wetter aber sogar noch im Juli ändern und der Sommer könnte zurück nach Deutschland kommen. Die erste große Hitzewelle des Jahres war im Juni - in vielen Regionen, auch in NRW, wurde damals locker die 30-Grad-Marke geknackt. Die Temperaturen waren für den ersten Sommermonat extrem und sind eigentlich eher für Juli oder August zu erwarten.

Azorenhoch sorgt für Sommer-Wetter im Juli: Sommerliche Temperaturen am Wochenende erwartet

Meteorologe Jan Schenk von weather.com erklärt, woran es liegt, dass sich der Sommer nicht durchsetzen kann: Ein besonders starker Jetstream über dem Atlantik schickt kühle Luft ins Land, die anschließend auf die warme Luft im Mittelmeer trifft.

Eine gefährliche Mischung, die aktuell für Unwetter und Gewitter sorgt. Doch schon Mitte Juli soll damit Schluss sein und das liegt vor allem am Azorenhoch. „Es ändert sich was“, so Schenk in seiner Wettervorhersage.

Bereits zum kommenden Wochenende (17. und 18. Juli) soll es wärmer werden in Deutschland. Das Azorenhoch wird stärker und die Unwetter lassen nach. Die kühle Luft strömt anschließend in Richtung Osteuropa.  „Und wir kriegen warme Luft aus dem Süden und damit kommt der Sommer zurück nach Deutschland“, so der Meteorologe. 

Überschwemmung: Sturmtief Bernd sorgte für katastrophale Verwüstungen in NRW.

Sommer im Juli und August: Langzeitmodelle sind weniger positiv als die aktuellen Vorhersagen

Aber wie lange soll das Wetter so sommerlich bleiben? Auch darauf hat Schenk eine positive Antwort: mindestens eine Woche. Vielleicht sogar zwei oder drei Wochen.

Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net sieht dem Sommer-Wetter eher vorsichtig entgegen: „Ab dem Wochenende könnte es freundlicher werden: mehr Sonne, weniger Regen und überall sommerlich warm. Die Entwicklung ist noch etwas unsicher.“

Für den August sehen die Langzeitmodelle aktuell auch nicht allzu rosig aus: Statt Sonne erwartet uns im Hochsommer-Monat wohl eher viel Regen. Von einer Hitzewelle seien wir in Deutschland aktuell weit entfernt, so das Fazit auf wetter.net.

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa

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