Tipps für den Garten

Unkraut entfernen: Warnung vor Einsatz von Essig – empfindliche Strafe droht

Unkraut entfernen
+
Unkraut kann arbeitsintensiv sein. Essig ist jedoch keine gute Idee.

Unkraut kann zum echten Ärgernis werden. Allerdings sollte man es nicht mit Hausmitteln wie Essig oder Salz entfernen. Denn das kann teuer werden.

Dortmund – Wer sich das mühselige Unkraut zupfen erleichtern will, für den gibt es viele Methoden. Salz und Essig etwa gelten in der Unkrautvernichtung als Hausmittel, sind streng genommen aber nicht erlaubt. Aber warum? Und was können Alternativen sein?

Hausmittel gegen Unkraut: Essig und Salz gehören nicht in den Garten

Bei moderatem Gebrauch sind Essig und Salz nicht besonders schädlich für die Natur und sind auch wirksam gegen unbeliebtes Unkraut. Sie sind außerdem ein kostengünstiges und gängiges Hausmittel: In den meisten Küchen sind beide Zutaten immer vorrätig. Essig gilt nämlich auch beim Putzen als Wundermittel.

Allerdings werden Essig und Salz gesetzlich als nicht erlaubte Pflanzenschutzmittel eingestuft. Der Grund: Essig übersäuert den Boden und Salz tötet wichtige Mikroorganismen. Auch das Grundwasser kann langfristig von beiden Substanzen negativ belastet werden. Im eigenen Garten kann das Mittel ebenfalls Schaden anrichten: Erdbeeren oder Rhododendron sollen laut 24garten.de* nicht mehr wachsen, wenn der Boden mit Essig und Salz behandelt wurde.

Den Einsatz der vermeintlichen Hausmittel sollten Verbraucher daher nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) berichtet, können bei widerrechtlicher Benutzung Bußgelder von bis zu 50.000 Euro anfallen. Allerdings gilt das nicht für alle Stellen im Garten.

Unkraut im Garten vernichten: Wo man Essig und Salz einsetzen darf

Grundsätzlich ist der Einsatz von Essig und Salz im Kampf gegen Unkraut auch nicht verboten. Wie 24garten.de berichtet, handelt es sich um eine Grauzone. Sollte der Einsatz des vermeintlichen Hausmittels im Einzelfall vor Gericht verhandelt werden, gilt es zu entscheiden, ob es Hausmittel sind oder eben schon Herbizide, also Unkrautvernichtungsmittel.

Laut der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gilt die Grauzone nur auf versiegelten Flächen, aber nicht auf privaten Grünflächen oder Beeten. Versiegelte Flächen sind etwa:

  • Gehwege
  • gepflasterte Terrassen
  • Einfahrten
  • Gartenwege
  • Schottergärten

In NRW Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist in Nordrhein-Westfalen laut Nabu zusammengefasst nur auf Flächen erlaubt, die land­wirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden.

Deshalb wirken Essig und Salz im Kampf gegen Unkraut

Aber wieso funktionieren Essig und Salz überhaupt bei der Unkrautvernichtung? Der Essig schädigt die Zellmembran, Pflanzenteile werden verätzt und auch die Wurzeln nehmen Schaden. Das Mittel ist effektiv, kann aber Unkraut nicht von anderen Pflanzen unterscheiden und somit im Zweifel auch ihnen schaden.

Salz wirkt ganz ähnlich. Um wirklich Unkraut damit zu bekämpfen, braucht man allerdings eine hohe Konzentration. Das Salz zieht Wasser aus den Zellen, wodurch Wurzeln und Blätter verdorren. Ein großer Nachteil: Auch umliegende Pflanzen, die empfindlich auf Salz reagieren, können dann das Wachstum einstellen.

Unkraut im Garten bekämpfen: Alternativen zu Essig und Salz

Welche Alternativen gibt es, wenn Essig und Salz nicht eingesetzt werden sollten? Grundsätzlich hindern sehr hohe Temperaturen Unkraut daran, zu wachsen oder vernichten es direkt. Heißes Wasser etwa schwächt den Halt des Unkrauts im Boden, das Entfernen wird somit erleichtert. 24garten.de empfiehlt alternativ auch ein Flammgerät oder heißen Dampf, um das unbeliebte Grün zu bekämpfen (mehr Lifehacks bei RUHR24).

Video: Unkraut vernichten ohne Chemie: So funktioniert es

Gegen Unkraut zwischen Bodenplatten hilft ein Fugenkratzer oder auch ein Pfahlwurzelstecher. Es gibt aber auch umweltschonende Unkraut-Mittel, die auch noch optisch etwas hermachen. Dazu zählen sogenannte Bodendecker. Das sind sehr niedrige Pflanzen, die sich rasch ausbreiten und keinen Platz für Unkraut lassen. Auch Rindenmulche sollen gegen Unkraut helfen, in dem sie das Sonnenlicht blocken und so das Wachstum verhindern. *24garten.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Mehr zum Thema