Vodafone stampft Konzern ein

Unitymedia-Übernahme: Shops werden zu Vodafone-Geschäften - brauchen Kunden eine neue Hardware?

Vodafone übernimmt Unitymedia - und sorgt jetzt für das Aus des Kabelnetzbetreibers.
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Vodafone übernimmt Unitymedia - und sorgt jetzt für das Aus des Kabelnetzbetreibers.

Schock bei Unitymedia. Vodafone stampft den Internetanbieter ein. Doch wie geht es für die Shops und beim Service rund um die Kunden weiter?

  • Kunden von Unitymedia müssen sich auf Neuerungen einstellen.
  • Im Jahr 2019 übernahm Vodafone den Kabelnetzbetreiber.
  • Jetzt steht das Unternehmen vor dem Aus.

Update, Samstag (22. Februar), 11.01 Uhr: Auch defekte beziehungsweise veraltete Geräte sollen nach dem Wechsel von Vodafone und nicht mehr von Unitymedia ersetzt werden, wie Chip berichtet. 

Experten sprechen außerdem weiterhin Warnungen aus: Übernahmen wie im Fall von Unitymedia und Vodafone bedeuten für Endverbraucher meistens, dass der Wettbewerb nachlässt. Eine verringerte Auswahl von Anbietern bedeutet in der Regel auch eine geringere Auswahl an Tarifen.

Update, Freitag (21. Februar), 16.32 Uhr: Dortmund - Die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone ist offiziell. Für die ehemaligen Unitymedia-Kunden sollen dadurch aber keinesfalls Nachteile entstehen. Viele stellen sich vielleicht die Frage, ob sie durch den Wechsel nun auch neue Hardware für ihre Anschlüsse brauchen.

Nach Unitymedia-Übernahme: Neue Hardware für Kunden?

Doch auch hier gibt es Entwarnung. Wie das Technikmagazin Chip berichtet, können Unitymedia-Kunden weiterhin problemlos ihre alten Router, Connect-Boxen und HD Recorder benutzen. Wer sich für einen neuen Gigabit-Anschluss entscheidet, der bekommt von Vodafone einen neuen Router zugeschickt.

Update, Mittwoch (19. Februar), 9 Uhr: Auch wenn der Wechsel von Unitymedia zu Vodafone so unkompliziert wie möglich ablaufen soll, gibt es kleine Änderungen: Ehemalige Unitymedia-Kunden müssen sich ab jetzt bei Problemen und Störungen an den Kundenservice von Vodafone richten. Damit sich niemand an neue Nummern gewöhnen muss, können sich die Kunden weiterhin an die Unitymedia-Nummer wenden, wie das Online-Magazin Chip.de berichtet.

Shops von Unitymedia werden zu Vodafone-Shops

Auch in den Geschäften von Unitymedia wird sich was ändern: Die 13 Filialen werden umgestaltet und zu Vodafone-Shops. Das führt dazu, dass es mehrere Vodafone-Geschäfte in Gegenden geben wird. Da wird erst einmal geschaut, welcher Shop geschlossen wird und welcher erhalten bleibt. Laut Chip sollen die Mitarbeiter der geschlossenen Shops weiterhin im Unternehmen beschäftigt werden.

Erstmeldung, Montag (17. Februar), 18.14 Uhr: Eine Hiobsbotschaft für alle Kunden des Kabelnetzbetreibers Unitymedia in Deutschland steht an. Das Unternehmen wird jetzt bald komplett vom Markt verschwinden. Betroffen sind rund 7,2 Millionen Kunden.

Unitymedia von Vodafone übernehmen: Immer mehr Kunden beschweren sich

Im Jahr 2019 kaufte die Konkurrenz Vodafone den Kabelnetzbetreiber auf. Die Übernahme hatte die EU-Kommission vorher bewilligen müssen. Zuvor hatte der Kölner Telekommunikationsanbieter NetCologne Klage gegen die Zusammenlegung beim Gericht der Europäischen Union eingereicht. Die Kölner kritisierten eine Wettbewerbsverzerrung zulasten der regionalen Anbieter. Doch am Ende wurde der Übernahme zugestimmt.

Nach der Übernahme werden alle Kunden von Unitymedia nun Kunden von Vodafone

In wenigen Wochen wird es Unitymedia also nicht mehr geben. Doch wie soll es jetzt mit den Millionen Kunden in Deutschland weiter gehen? Sie werden automatisch zu Kunden von Vodafone - ob sie wollen oder nicht. In der Vergangenheit hat Vodafone auch schon die ersten Schritte der Übername unternommen.

Video: EU erlaubt Unitymedia-Übernahme durch Vodafone - das sind die Folgen

So wurden schon einige Angebote beider Anbieter in einem einzelnen Angebot gebündelt. Am Montag (17. Januar) ist die Internetseite von Unitymedia vom Netz gegangen - sie wird derzeit umgebaut. Das Logo der Webseite wurde schon durch das Logo von Vodafone ersetzt.

Unitymedia vor dem Aus: Vodafone investiert in besseres Internet

Es gibt aber auch gute Neuigkeiten, über die sich einige Kunden bestimmt freuen werden. Durch die Fusionierung beider Unternehmen, hat Vodafone automatisch rund fünf Millionen Haushalte in NRW, Hessen und Baden-Württemberg an das Gigabit-Netz anbinden können.

Damit steigt die Zahl der Haushalte mit dem schnellen Internet von zwölf auf 17 Millionen in Deutschland. Bis Ende 2022 hofft das Unternehmen auf 25 Millionen Haushalte. Dafür wurde auch schon einiges geplant. Das bestehende Kabel-Netz soll aufgerüstet und anschließend erweitert werden, erklärt Vodafone in einer Pressemitteilung.

Stellenabbau bei Unitymedia: Vodafone streicht Personal

Das Geld muss aber erstmal verdient werden. Die Leittragenden sind in diesem Fall das Personal von Unitymedia. Vodafone möchte durch die Zusammenlegung 135 Millionen Euro an Personalkosten einsparen. Das soll vor allem durch den Abbau von rund 1300 der etwa 16.000 Stellen beider Unternehmen erfolgen.

Dabei soll das Unternehmen aber auch auf sozialverträgliche Lösungen setzen. Ein Sozialplan sei bereits mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart worden, so die Westdeutsche Zeitung.

Unitymedia ist seit 15 Jahren auf dem Markt

Unitymedia, damals noch als Unity Media bekannt, ist 2005 durch den Zusammenschluss von iesy, ish und Tele Columbus West entstanden. Vorerst konnten nur Haushalte aus NRW und Hessen Kunden bei dem Telekommunikationsanbieter werden.

Seit 2009 ist das Unternehmen eine Tochter von Liberty Global, die 2011 auch Kabel BW übernahmen und 2012 mit Unitymedia verschmolzen. 2015 verschwand Kabel BW vom Markt. Unitymedia ist seitdem in drei Bundesländern empfangbar gewesen. 

Vodafone kaufte Kabel Deutschland und Unitymedia auf

In allen anderen Ländern hieß der Anbieter jahrelang Kabel Deutschland. Vodafone übernahm 2014 die Mehrheit an dem Unternehmen und schaffte den Markennamen ein Jahr später ab. 2018 gab Vodafone dann schlussendlich auch die Übernahme von Unitymedia bekannt.