Corona-Chaos

2G-Regel: Dürfen Ungeimpfte in NRW bei DM oder Ikea einkaufen?

Wegen der steigenden Corona-Zahlen wurde Anfang Dezember in Deutschland 2G im Einzelhandel eingeführt. Das führt vielerorts zur Verwirrung.

Deutschland – Grundsätzlich gilt bekanntlich: Geschäfte des täglichen Bedarfs dürfen auch Ungeimpfte reinlassen. Supermärkte und Discounter wie Rewe, Edeka, Aldi oder Lidl bleiben somit selbstverständlich für jeden zugänglich. Aber was gilt eigentlich für Drogerien, Baumärkte, 1-Euro-Shops oder Ikea?

2Gsteht für: 2G-Regel
BedeutungZutritt nur für vollständig geimpfte oder genesene Personen
ZielSchutzmaßnahme, um die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern

2G im Einzelhandel – härtere Maßnahmen beim Shopping für Ungeimpfte

Im Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) vom zweiten Dezember, der die neuen Corona-Regeln umfasst, heißt es dazu: „Die 2G-Regeln werden bundesweit inzidenzunabhängig auf den Einzelhandel ausgeweitet. Zugang haben also nur noch Geimpfte und Genesene.“

Weiter wird erläutert, dass sich die Bundesländer bei der Auslegung, welche Geschäfte konkret zu solchen des täglichen Bedarfs zählen und welche nicht, an den Beschlüssen zur Bundesnotbremse im Sommer orientieren sollen. Unter deren Berücksichtigung definiert also grundsätzlich jedes Bundesland selbst, welche Läden weiter für Ungeimpfte zugänglich sind.

In NRW zählen zu den Geschäften des täglichen Bedarfs, in denen auch nach neuer Regel kein 2G gilt, neben dem Lebensmittelhandel und Apotheken beispielsweise auch Getränkemärkte, Tankstellen oder Babymärkte. Daneben gibt es in NRW einige weitere Ausnahmen von der 2G-Regel, die überraschen.

Kein 2G in Drogerien – Dm nimmt Stellung zu Corona-Maßnahmen

Wer Getränke kaufen möchte oder Babyartikel benötigt, muss also auch nach den neuen Vorgaben nicht geimpft sein. Gleiches gilt für Kunden der großen Drogeriemarktketten wie Dm oder Rossmann. Denn auch Drogerien zählen laut Verordnung zu den Geschäften des täglichen Bedarfs.

2G im Einzelhandel: Bauhaus, Ikea, Dm oder Action – was gilt wo? (Symbolfoto)

Ende Oktober hatte die Drogeriemarktkette Dm bereits gegenüber der Berliner Morgenpost dazu Stellung bezogen. Christoph Werner, Vorsitzender der Dm-Geschäftsführung, hatte verdeutlicht: „Es werden auch weiterhin alle Kundinnen und Kunden – unter Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Abstands- und Hygieneregeln – in unseren dm-Märkten in Deutschland einkaufen können“.

Die Aussage traf der Vorsitzende zwar deutlich vor den neuen Corona-Beschlüssen, auf ihrer Facebook-Seite machte die Kette im Dezember aber deutlich, dass bei Dm auch künftig noch nicht einmal 3G gelten wird. Dort heißt es: „Für euren Einkauf in unseren dm-Märkten wird kein Corona-Test benötigt.“

2G im schwedischen Möbelhaus – Ikea-Fans müssen geimpft sein

Alle Fans des schwedischen Möbel-Riesen Ikea müssen hingegen einen Immunschutz aufweisen, um dort shoppen zu können. Denn Möbelmärkte zählen nicht zu den Ausnahmen.

Auch Ikea hat sich bereits zu den neuen Regeln geäußert. Auf der Ikea-Webseite heißt es: „Selbstverständlich setzen wir die 2G-Regelung sowie mögliche weitere Maßnahmen an allen Standorten mit kurzer Vorlaufzeit und entsprechend den lokalen Vorgaben um.“

Da die lokalen Verordnungen teilweise aber noch nicht explizit formuliert seien, bittet der Möbelmarkt seine Kunden, sich vor einem Ikea-Besuch auf der Webseite des Standortes zu informieren.

Corona-Regel für Baumärkte: In NRW, Sachsen und Rheinland-Pfalz gilt 2G

Ganz kompliziert ist die Sachlage bei Baumärkten wie Obi, Hornbach oder Bauhaus. Denn, ob Baumärkte zu den Geschäften des täglichen Bedarfs zählen, entscheiden die Bundesländer individuell. In den meisten Bundesländern wie Bayern, Saarland oder Schleswig-Holstein gilt dabei: Wer in einen Baumarkt möchte, muss grundsätzlich nicht geimpft sein.

Wie wa.de aktuell berichtet, sind Baumärkte aber beispielsweise in der Coronaschutzverordnung von NRW nicht explizit aufgeführt*. Privatpersonen dürfen hier folglich nur geimpft einkaufen.

2G im Baumarkt und Gartencenter: Uneinheitliche Regeln sorgen für Verwirrung

Wie Bauhaus auf seiner Webseite mitteilt, gelte Gleiches beispielsweise auch für Rheinland-Pfalz oder Sachsen. Bauhaus hatte sich vor den schärferen Regelungen eigentlich gegen 2G ausgesprochen. Auf Anfrage des Hamburger Abendblattes hieß es im Oktober vonseiten des Baumarktes. „Gegenwärtig strebt Bauhaus die Nutzung der 3G- oder 2G-Option als zusätzliche Zugangsregelung für die bundesweiten Fachcentren nicht an“.

Ausnahmen gelten in den drei Bundesländern für die in Baumärkte integrierten Gartencenter, berichtet Baumarkmanager.de. Blumen dürfen Kunden also deutschlandweit auch ohne Immunschutz kaufen.

Tedi, Kik, Action und Co. – das gilt in Billig-Discountern

Geschäfte mit einem Mischsortiment sind in vielen Bundesländern dann von der 2G-Regel ausgenommen, wenn sie vorwiegend Ware verkaufen, die zum täglichen Bedarf gezählt wird. Für Billig-Discounter wie Action oder andere sogenannte 1-Euro-Shops gilt aber beispielsweise in NRW 2G, da sie verhältnismäßig wenige Lebensmittel vertreiben.

Auch weitere Non-Food-Discounter wie Tedi oder Kik zählen nicht zu den Grundversorgern. Hier gäbe es allerdings Ausnahmen, berichtet Focus.de: Denn in einigen ländlichen Regionen seien sie die einzige Möglichkeit, an beispielsweise Haushaltswaren zu kommen – und könnten sich daher eine Sondergenehmigung holen.

2G im Einzelhandel – Ungeimpfte müssen bei Media Markt oder Deichmann draußen bleiben

Auch bei Geschäften wie Galeria (Karstadt/Kaufhof) sei die Lage kompliziert, erklärt Focus.de. So dürften zum Lebensmittelbereich auch Ungeimpfte Zutritt erhalten – zu allen anderen Bereichen des Ladens wie Mode oder Spielwaren aber nicht.

Eindeutig ist die Regelung hingegen zum Beispiel für Modeläden wie Mango, Esprit und Deichmann oder Technik-Händler wie Media Markt und Saturn – hier gilt 2G.

Da die Bestimmungen aber regional derart unterschiedlich sind – und sich erfahrungsgemäß auch immer wieder ändern können, verweisen die meisten Geschäfte wie Media Markt, Deichmann oder Obi darauf, sich auf der Webseite der jeweiligen Filiale über die regionalen Bestimmungen zu informieren. Wichtig zu wissen: Die Abholung bestellter Waren ohne Zutritt zu den Verkaufsräumen bleibt auch für Ungeimpfte weiter zulässig. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Martin Schutt/dpa, Udo Herrman/dpa, Federico Gambarini/dpa, Uli Deck/dpa; Collage: RUHR24

Mehr zum Thema