Sanktionen gegen Russland

Ukraine-Krieg: Bank muss schließen – Geld von Kunden gefährdet

Privatpersonen spüren bereits die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs. Jetzt sind auch Banken betroffen.

Deutschland – Erst Corona-Pandemie, dann Ukraine-Krieg: Die Krisen der vergangenen Jahre trieben und treiben die Preise in die Höhe. In Deutschland herrscht Inflation. Jetzt drohen auch ersten Banken die Konsequenzen. Auch Anleger sind betroffen.

BankSberbank
CEOHerman Oskarowitsch Gref (28. Nov. 2007–)
HauptsitzMoskau, Russland
Gründung12. November 1841, Russland

Bank wird von der Finanzbehörde geschlossen – Geld von Kunden in Gefahr

Am 15. März hat die EU angesichts der anhaltenden Angriffe auf die Ukraine bereits das vierte Sanktionspaket gegen Russland auf den Weg gebracht. Das umfasst unter anderem ein Verbot von Transaktionen mit bestimmten staatseigenen Unternehmen, der Erbringung von Ratingdiensten für russische Personen oder Organisationen sowie ein Verbot neuer Investitionen in den russischen Energiesektor, wie auf der Homepage des Europäischen Rates steht.

Diese Finanzsanktionen zeigen Auswirkungen auf die Banken: So hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Finanzmarktaufsichtsbehörde in Österreich beauftragt die dortige Sberbank Europe AG – eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Sberbank Russland – schließen lassen. Sie sei der Einschätzung nach zahlungsunfähig. Das vermeldete die Verbraucherzentrale NRW.

Bank geht insolvent wegen Ukraine-Krieg: Russlands größtes Geldhaus muss in Österreich und Deutschland schließen

Ursache für die Insolvenz ist, dass Anleger und Anlegerinnen der Tochter-Bank die Gelder entzogen haben. Dadurch litt die Liquidität der Sberbank Europe AG stark.

Auch in Deutschland gibt es einen Ableger der Bank: die Sberbank Direct in Frankfurt, die vor Kurzem deutsche Anleger mit Zinszahlungen von 1,5 Prozent lockte. Doch was geschieht jetzt mit dem Geld ebenjener Anleger?

Im Zuge des Ukraine-Kriegs müssen jetzt erste Banken dran glauben.

Bank nach Russland-Krieg insolvent: Was jetzt mit dem Geld der Anlieger passiert

Vorerst können private Anlieger – auch aus Deutschland – vorsichtig aufatmen. Da die Sberbank Europa AG ihren Sitz in Österreich hat, greift hier die österreichische Einlagensicherung – auch für Kunden der Sberbank Direct in Frankfurt. Derzufolge werden bis zu 100.000 Euro pro Einleger und Bank an den Kunden zurückgezahlt.

Dies bestätigten sowohl die Finanzmarktaufsicht als auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin. Bank-Kunden müssen laut der Verbraucherzentrale etwa zehn Arbeitstage nach Feststellung auf ihr Geld warten. Und dafür müssen sie kaum etwas machen:

„Sie müssen als Bankkunde nicht selbst einen Antrag beim Institut stellen. Sie profitieren automatisch von der Einlagensicherung innerhalb der EU und werden Ihr Geld bis zu einer Höhe von 100.000 Euro zurückerhalten.
Prüfen Sie, ob Ihre hinterlegten Kontaktdaten bei der Bank richtig und aktuell sind (z.B. bei einer Adressänderung nach einem Umzug). Nur so können Sie wichtige Informationen erhalten.“ – Verbraucherzentrale NRW

Bank schließt: Geld der Anlieger sicher – es gibt Sonderfälle

Es gibt allerdings noch ein paar Sonderfälle, die es für Bank-Kunden zu beachten gilt. So müssen Kredite, die mit der Bank abgeschlossen wurden, weiterhin bezahlt werden. Überweisungen, die kurz vor der Insolvenz getätigt wurden, könnten ins Stocken geraten.

Die Sberbank sei bemüht, die Probleme zügig zu lösen. Darüber hinaus rät die Verbraucherzentrale, bei laufenden Kosten nach Relevanz zu priorisieren. So sind Miete, Lebensmittel oder Energiekosten existenziell wichtig.

Die Folgen des Russland-Kriegs bleiben abzuwarten. Nicht unwahrscheinlich ist, dass weitere Sanktionen folgen werden. Wie fr.de* berichtet, seien auch schon die Kinder Putins ins Visier genommen worden* – wie eine enthüllte Liste belegen soll. fr.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

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