Jeder kann helfen

Ukraine-Krieg: Airbnb-Nutzer werden kreativ und rufen Spenden-Idee ins Leben

Mehr als 61.000 Übernachtungen haben Airbnb-Nutzer in der Ukraine gebucht, um den Menschen im Kriegsgebiet zu helfen.

NRW – Die Nutzer der digitalen Plattform Airbnb sind kreativ geworden, um den Menschen, die in der Ukraine vom Krieg betroffen sind, zu helfen. Tausende Nutzer auf der ganzen Welt buchten demnach rund 61.000 Ferienwohnungen in der Ukraine, aber nicht, um dort zu übernachten, sondern um den Gastgebern lediglich das Geld zu überweisen.

Ukraine-Krieg: Airbnb als Spendenplattform – Idee kam von Nutzern selbst

Insgesamt seien dadurch bereits 1,7 Millionen Euro an Spendengeldern zusammengekommen, sagte ein Airbnb Sprecher der Nachrichtenagentur AFP

Der britische Nutzer Mario DiMaggio twitterte, dass er und seine Frau eine Woche in einer Airbnb-Residenz in Kiew gebucht haben, „einfach um den Einwohnern von Kiew direkt Geld zukommen zu lassen“, so Maggio auf Twitter.

Dies habe er seinem „Gastgeber“ mitgeteilt, „Es geht nur darum, dass sie etwas Geld erhalten können“, wie das Magazin t3n zuvor berichtete. Die Idee verbreitete sich offenbar so schnell, dass auf diese Weise innerhalb von zwei Tagen 1,7 Millionen Euro an die Menschen in der Kriegssituation überwiesen worden seien.

Ukraine-Krieg: Hilfe für Ukrainer – Airbnb unterstützt die Aktion

Nachdem die Nutzer ihre Unterkünfte gebucht hatten, teilten einige die Antworten der ukrainischen Gastgeber im Internet. Diese dankten den Spendern für ihre finanzielle und moralische Unterstützung in der vielleicht schwersten Zeit ihres Lebens.

Obwohl das Unternehmen die Spendenkampagne nicht ins Leben gerufen hat, unterstützt es die Aktion. Neben der Verbreitung auf Twitter von Airbnb-Chef Brian Chesky, wurden die Buchungsgebühren aufgehoben. „Wir sind sehr beeindruckt von der inspirierenden Großzügigkeit unserer Community in diesem Moment der Krise“, so Chesky.

Über Airbnb kann man Menschen in der Ukraine unterstützen. Die außergewöhnliche Idee kam von Nutzern.

Zudem kündigte das Unternehmen an, bis zu 100.000 Menschen, die vor der russischen Invasion in der Ukraine fliehen, kostenlose Aufenthalte anzubieten. Laut Airbnb-Website gibt es mehr als 300 Gastgeber in der gesamten Ukraine, davon die meisten in Kiew. Fast alle Unterkünfte werden für weniger als 50 US-Dollar pro Nacht angeboten (mehr Digital-News bei RUHR24).

Ukraine-Krieg: Hilfe für Ukrainer über Airbnb – Reiseexperte warnt

Der Reiseexperte Simon Calder sieht die gut gemeinte Aktion aber auch kritisch und gibt zu bedenken, dass Betrüger angelockt werden könnten, vor allem aus Russland. „Wäre ich ein russischer Betrüger, würde ich so schnell wie möglich gefälschte Airbnbs in Kiew und Odessa einrichten, um von diesen edlen Absichten zu profitieren“, twitterte Calder.

Rubriklistenbild: © Stefan Sauer/DPA

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