Tipp für Haushalte

Wäsche waschen: Richtige Uhrzeit spart Geld für Strom

Strom ist in Zeiten der Energiekrise teuer geworden. Es kann sich lohnen, auf einen besonderen Tarif umzusteigen. Dieser gilt nur nachts.

Dortmund – Wäsche müssen wir alle früher oder später waschen. Zu welcher Tageszeit die Waschmaschine angestellt wird, ist wohl meistens eher zufällig. Dabei kann nachts Waschen tatsächlich von Vorteil sein. Das Schlüsselwort ist hier Nachtstrom. Einige Verbraucher dürften ihn noch kennen und es gibt das günstigere Angebot immer noch.

Mit Nachtstrom kann bares Geld gespart werden – Angebot ist schon mehr als 50 Jahre alt

Der Nachtstrom wurde in den 1960er Jahren eingeführt. Damals stiegen viele auf die vermeintlich effektive Nachtspeicherheizung um. Der Nachtstrom-Tarif sollte das Angebot für Haushalte attraktiver machen. Bei einem Nachtsparofen wird nur zeitweise Wärme über Elektrizität ausgestoßen. Diese wird in speziellen Steinen gespeichert.

Wichtig zu wissen ist, dass damals fast ausschließlich mit Öl oder Gas geheizt wurde. Durch den plötzlichen Elektrizitäts-Aufschwung drohten Kraftwerke überlastet zu werden. Das Nachtspar-Angebot sollte das verhindern.

Leider stellten sich die Nachtspeicherheizungen als wahrer Energiefresser heraus. Außerdem brauchen sie eine gewisse Zeit, um Wärme zu produzieren. Das System ist mittlerweile schlichtweg überholt. Den Nachtstromtarif gibt es allerdings immer noch. Für einige Verbraucher könnte sich ein Umstieg lohnen.

Nachtstrom hilft den Netzbetreibern und schont den Geldbeutel

Heutzutage geht es vor allem darum, dass tagsüber sehr viele Menschen Strom verbrauchen. Besonders zu den Stoßzeiten können Leitungen mal am Limit laufen. In Zeiten der Energiekrise und Gasknappheit fürchten sich viele Haushalte vor einem Black-out – also einem Stromausfall.

Im Gegensatz dazu produzieren viele Kraftwerke nachts quasi zu viel Strom. Der Nachttarif soll im Optimalfall dafür sorgen, dass auch nachts die überschüssige Energie verbraucht wird. Wie Für Sie berichtet, ist der Strom zwischen 6 und 22 Uhr am günstigsten in Deutschland (mehr Lifehacks bei RUHR24).

Mit Nachstrom Geld sparen – Haushalte brauchen getrennte Zähler

Um den Nachtstrom nutzen zu können, müssen Haushalte allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Wer noch einen Nachtsparofen besitzt, kann sich sicher sein, dass er den Tarif schon nutzt. Wer jedoch keine solche Strom-Heizung hat, braucht zunächst einen Doppeltarifzähler oder zwei getrennte Stromzähler. Nur so können Tag- und Nachstrom getrennt abgerechnet werden.

Beim Wäsche waschen kann man viel Geld sparen.

Stimmen die Voraussetzungen, kann der Stromanbieter mit einer Zeitschaltuhr oder automatisch nachts den günstigeren Nieder-Tarif einstellen. Wie Verbund.com informiert, ist Nachtstrom nicht mehr so günstig wie vor einigen Jahrzehnten. Das liege vor allem daran, dass die erneuerbaren Energien die klassischen Kraftwerke immer mehr ersetzen. Auch ist das Installieren teuer geworden.

Wer nachts allerdings beabsichtigt, viel Strom zu verbrauchen, kann langfristig immer noch sparen. Aktuell sieht es auch danach aus, dass der Nachtstromtarif weiter angeboten wird. Zum Beispiel die Stadtwerke Hamm werben für 2023. Hier liegt die Einsparung pro Kilowattstunde Brutto bei bis zu 8 Cent. Energie sparen lohnt sich übrigens nicht nur für den Geldbeutel, sondern auch im Zuge der Klimakrise.

Rubriklistenbild: © Anastasiya Amraeva/imago

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