Erfindung während der Pandemie

Im Kampf gegen Corona: Studenten entwickeln innovativen Türgriff

Griff an einer Tür
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Studenten aus Hongkong haben einen besonderen Türgriff entwickelt.

Das Coronavirus hat die Menschen im Griff. Im Kampf gegen die Pandemie entstehen aber neue Entwicklungen - wie die Innovation zweier Studenten.

Hongkong/London - Was kann man tun oder was braucht man, um sich effektiv gegen eine Infektion mit einem Virus wie SARS-CoV-2 zu schützen? Diese Frage haben sich offenbar auch zwei Studenten aus Hongkong gestellt - und womöglich eine innovative Lösung entwickelt.

ErregerSARS-CoV-2 (Coronavirus)
InfektionskrankheitCOVID-19
Häufige SymptomeFieber, trockener Husten, Müdigkeit

Im Kampf gegen Corona: Studenten entwickeln innovativen Türgriff

Laut einem Bericht von t-online sollen sich die beiden bereits vor einem Jahr mit dem Thema beschäftigt und in diesem Zusammenhang einen besonderen Türgriff entworfen haben. Dieser könne sich demnach selbst desinfizieren und somit im Kampf gegen die Corona-Pandemie nützlich sein. (Mehr Nachrichten zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Die Idee zu ihrer besonderen Erfindung hatten Sum Ming Wong and Kin Pong Li von der Chinesischen Universität Hongkong laut dem Designmagazin Dezeen aufgrund der SARS-Pandemie aus dem Jahr 2003. Damals infizierten sich weltweit mehr als 8.000 Menschen mit dem Virus, über 700 Menschen sind daran verstorben - die meisten von ihnen kamen aus China und Hongkong. Forscher beschreiben das Virus von damals als ähnlich zu Corona.

Effektiv gegen Corona? Türgriffe sind Hotspots für Bakterien

„Es (das Virus) infizierte hier Tausende und tötete Hunderte, und die Menschen begannen zu erkennen, wie wichtig die Gesundheit der Bevölkerung ist“, so die beiden Studenten. Besonders Dinge wie zum Beispiel Türgriffe an öffentlichen Toiletten oder anderen Einrichtungen seien absolute Hotspots für Bakterien. Dieses Wissen diente den beiden Studenten als Ansporn für ihre Innovation.

Sie überlegten sich, wie man einen Türgriff kreieren kann, dessen Berührung besonders in Zeiten einer Pandemie keine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellt. Ihr Ergebnis: Ein transparenter Türgriff, der mit Titanoxid beschichtet ist. Diese Beschichtung reagiert auf Licht und kann Krankheitserreger zerstören. In den Griff ist außerdem ein UV-LED-Licht integriert, das aktiviert wird, sobald die Tür geöffnet oder geschlossen wird. Das Licht wiederum wird durch die Umwandlung von Energie beim Öffnen und Schließen der Tür betrieben.

Corona-Viren auf Oberflächen: Bislang keine Infektionen nachgewiesen

Gut möglich, dass die chinesischen Studenten mit ihrem selbst desinfizierenden Türgriff ein geeignetes Mittel im Kampf gegen die Corona-Krise entwickelt haben. Immerhin geht aus einer aktuellen Studie der australischen Wissenschaftsbehörde Csiro hervor, dass das Coronavirus auf glatten Oberflächen - wie zum Beispiel einem Türgriff oder einem Handydisplay - unter bestimmten Umständen bis zu 28 Tage überleben kann.

Video: Handy desinfizieren: So entfernt ihr Coronaviren von Displays

Ob davon aber tatsächlich eine Gefahr für den Menschen ausgeht, ist nicht bewiesen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es bislang keine Fälle, bei denen nachgewiesen wurde, dass das Coronavirus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen auf Menschen übertragen wurde und es zu Infektionen kam.

Innovativer Türgriff aus Hongkong in London für Design-Preis nominiert

Allerdings können den Angaben zufolge Schmierinfektionen über Oberflächen nicht ausgeschlossen werden, die zuvor mit Viren kontaminiert wurden.

Für Aufsehen sorgt der neue Türgriff aus Hongkong derzeit auch, weil das Produkt für den Design-Preis „Beazly Design of the Year“ in London nominiert ist. Er und weitere Innovationen sind ab sofort im Design Museum London zu sehen. Die Ausstellung geht bis zum 21. März 2021.