Erstes Mittel gegen Corona

Trump-Medikament in Deutschland: Antikörper-Cocktail wirkt wohl auch bei mutierten Viren.

Bislang gibt es hierzulande noch keine wirksamen Medikamente gegen Corona. Das soll sich jetzt ändern: Die deutsche Regierung hat das „Trump-Medikament“ gekauft.

Deutschland – Für rund 400 Millionen Euro hat die Bundesregierung nach Medienberichten rund 200.000 Dosen des Antikörper-Medikaments bezogen. Deutschland ist das erste Land in Europa, welches das Antikörper-Mittel erhält. Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) gibt darüber erstmalig in einem Interview mit der Bild am Sonntag (BamS) Auskunft.

Jens SpahnBundesgesundheitsminister
Geboren16. Mai 1980 (Alter: 40 Jahre)
Partei CDU

Trump-Medikament nächste Woche in Deutschland: Das sagt Jens Spahn dazu

Im BamS-Interview verweist Jens Spahn (40, CDU) darauf, dass die Pandemie keine Zeit für Schuldzuweisungen sei. Es könnte also sein, dass er sich aufgrund der massiven Kritik, er habe Fehler bei der Impfstoffbeschaffung gemacht, jetzt besonders schnell um den Erhalt dieses Medikamentes gekümmert hat.

Denn bereits nächste Woche soll das Mittel in Deutschland ankommen. Jens Spahn erklärt dazu im Interview: „Ab nächster Woche werden die monoklonalen Antikörper in Deutschland als erstem Land in der EU eingesetzt.“ Und weiter: „Sie wirken wie eine passive Impfung. Die Gabe dieser Antikörper kann Risikopatienten in der Frühphase helfen, dass ein schwerer Verlauft verhindert wird.“ (alle Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de)

Neues Corona-Medikament ab Montag: Das Mittel wurde bereits Trump verabreicht

Bei dem Medikament handelt es sich laut des Gesundheitsministers um die gleichen Antikörper, die bereits dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump (74) bei dessen Covid-19-Erkrankung verabreicht worden waren.

Donald Trump war im Oktober 2020 mit dem Mittel REGN-COV2 (auch genannt: „Casirivimab/Imdevimab“) des US-Unternehmen Regeneron behandelt worden. Bei diesem Medikament werden zwei spezielle Antikörpern kombiniert, die die das Spike-Protein des Coronavirus deformieren können.

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Trump-Medikament REGN-COV2 soll schwere Verläufe lindern – und auch bei Mutationen wirken

So soll es dem Coronavirus schwerer gemacht werden, sich zu vermehren oder menschliche Zellen anzugreifen. Auch bei einer Mutation des Virus soll der Antikörper-Cocktail wirken können. Dafür soll die Kombination aus zwei Antikörpern (REGN10933 und REGN10987) sorgen.

Wenn sich die Bindestelle des Coronavirus durch Mutationen verändert, können sich die Antikörper nicht mehr richtig anlagern und können unwirksam werden. Ein solcher Cocktail bleibt aber dank des zweiten Antikörpers trotzdem wirksam, wenn einer der Antikörper seine Wirkung verliert.

Mitarbeiterin der US-Firma Regeneron: Trumps Antikörper-Mittel kommt nach Deutschland. (Symbolbild)

Erste Mittel gegen Covid-19: Diese Medikamente kommen nach Deutschland

Bei den von Deutschland gekauften Medikamenten handelt es sich ebenfalls um das Trump-Mittel REGN-COV2 von Regeneron sowie um „Bamlanivimab“ des US-Pharmakonzerns Eli Lilly, berichtet eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) gegenüber dem ZDF. Letzteres ist auch ein Antikörper-Mittel bei dem aber nur ein Antikörper zum Einsatz kommt.

Erste Studien von Regeneron hatten bereits im Oktober vergangenen Jahres gezeigt, dass REGN-COV2 die Virusmenge reduzieren und Symptome lindern kann. Auch „Bamlanivimab“ konnte laut ZDF-Bericht bei einer Studie in US-amerikanischen Pflegeheimen Infektionsrisiko der Bewohner um 80 Prozent senken. 

Corona-Medikamente ab nächster Woche in Deutschland: Rechtsgrundlage fehlt noch

Das Problem ist derzeit: Die Arzneimittel haben laut Gesundheitsministerium noch keine Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema). Nach Angabe des Paul-Ehrlich-Instituts könnten sie aber „nach individueller Nutzen/Risiko-Einschätzung eingesetzt werden“, heißt es im ZDF-Bericht. Sie sollen dabei zunächst an Unikliniken ausgeliefert werden, so Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU).

Bislang hieß es auch, dass Antikörpertherapien sehr teuer seien und es selbst in den USA Lieferschwierigkeiten gebe. Da überrascht es fast, dass Deutschland jetzt den Antikörper-Cocktail bekommen soll.

Bleibt also abzuwarten, wie schnell es eine Zulassung hierzulande geben wird – oder ob die Mittel vielleicht eine Notfallzulassung erhalten. Im August 2020 hatte Regeneron eine Kooperation mit Roche geschlossen. Langfristig ist geplant, dass Roche den Vertrieb des Trump-Mittels REGN-COV2 außerhalb der USA übernimmt, um die Produktion ausweiten zu können.

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