Dehydrierung oder Wasservergiftung

Genug trinken bei Hitze: Zu viel Wasser kann auch gefährlich sein

An heißen Tagen im Sommer wissen viele nicht, wie viel Wasser gesund ist. Oft wird lieber zu viel getrunken als zu wenig. Beides ist gefährlich.

Dortmund – „Bei der Hitze gaaaaaaanz viel Trinken!“ Diesen lieb gemeinten Ratschlag von Eltern, Lehrerinnen und Lehrern oder Kolleginnen und Kollegen haben wohl alle schon einmal gehört. Dass es nicht gesund ist, zu wenig zu trinken, haben die Meisten auf dem Schirm. Dabei kann es gerade an besonders heißen Sommertagen auch gefährlich werden, wenn wir zu viel auf einmal trinken.

UmgangssprachlichWasser
Chemische BezeichnungH2O
Aggregatszuständeflüssig (Wasser), fest (Eis), gasförmig (Wasserdampf)
Siedepunkt100 Grad Celsius
Schmelzpunkt0 Grad Celsius

Trinken im Sommer: Das Durstgefühl kann uns täuschen

Schon im Frühsommer klettern die Temperaturen in Deutschland gerne bis an die 30 Grad Celsius. Wenn es draußen so heiß ist, haben viele ein ständiges Bedürfnis nach Trinken, Trinken und noch mehr Trinken. Doch manchmal täuscht uns unser Durstgefühl und wir nehmen mehr Flüssigkeit zu uns, als wir sollten. Das kann gefährlich werden (noch mehr Lifehacks bei RUHR24).

Schon wenn man nur einmal zu viel trinkt, kann das lebensgefährlich sein. Normalerweise verträgt der Körper eines Erwachsenen maximal 10 Liter Wasser pro Tag. Diese Menge sollte allerdings niemals getrunken werden. Experten raten laut t-online.de, bei normaler Aktivität am Tag nicht mehr als drei Liter zu sich zu nehmen. Denn gelangt innerhalb kurzer Zeit zu viel Flüssigkeit in den Körper, kommt es zu einer Wasservergiftung.

Zu viel getrunken: Das passiert bei einer Wasservergiftung

Bei einer Wasservergiftung wird durch übertriebenes Trinken das Blut so sehr verdünnt, dass die Salzkonzentration stark abnimmt. Daraus entwickeln sich gesundheitliche Probleme, die sogar tödlich enden können. Weil der Körper versucht, den Salzgehalt auszugleichen, werden lebenswichtige Prozesse verlangsamt. Vor allem Herz, Nieren, Hirn und Lunge laufen dann nur noch auf Sparflamme. Wie übermäßig gegossenen Pflanzen gehen wir langsam ein.

Zu viel Trinken im Sommer: Symptome einer Wasservergiftung

Das kann zu Herzrhythmusstörungen führen und die Nieren hören irgendwann auf zu arbeiten. Sehr viel Urin ist ein erstes Zeichen für eine Wasservergiftung, erklärt Internist Kevin Schulte zur Überwässerung. Außerdem sammelt sich Wasser im Gehirn und in der Lunge an. Kopfschmerzen und Atemnot sind die Folge. Weitere Symptome sind Schwindel, Erbrechen und Krämpfe. In schweren Fällen kommt es zum Koma bis hin zum Tod.

Die Gefahr für eine Wasservergiftung besteht, wenn vier bis fünf Liter Flüssigkeit in unter drei Stunden getrunken werden, zum Beispiel in Form eines Wetttrinkens. Auch im Alltag kommt es vor, dass zu viel getrunken wird. Oft kommt es zu dem Phänomen, dass abends versucht wird für den Tag „nachzutrinken“.

Wasservergiftung: Sportler sind besonders gefährdet

Wenn kurz vor dem ins Bett gehen auffällt, wie wenig über den Tag getrunken wurde, kann das nicht mehr kompensiert werden. Viele denken aber, das ginge und lassen sich von ihrem Durstgefühl zu übermäßigem Trinken verleiten. Vor allem unerfahrene Ausdauersportler sind besonders gefährdet, wie Sportmediziner Dr. Johannes Scherr bei daserste.de erläutert. Sie seien nicht informiert und würden beim Laufen auf Teufel komm raus trinken.

Die richtige Menge Wasser zu trinken, ist im Sommer eine Gratwanderung.

Zwar ist die Wassermenge, die getrunken werden sollte, von der körperlichen Aktivität abhängig, aber auch Sportler sollten es nicht übertreiben. Um eine Dehydrierung zu verhindern, können bei Sport und Schweiß gegebenenfalls sogar über drei Liter Wasser pro Tag sinnvoll sein, wie RUHR24 berichtet. Aber eben nicht in kurzer Zeit, sondern gleichmäßig über den Tag verteilt.

Richtwert für Wassermenge: Experten raten zu 1,5 Liter pro Tag

Anderthalb Liter soll ein erwachsener Mensch am Tag zu sich nehmen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Noch genauer lässt sich der persönliche Bedarf mit folgender Merkregel berechnen: 35 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht sollte laut Techniker Krankenasse ein Erwachsener trinken. Bei Kindern und Säuglingen ist es etwas mehr.

Außerdem ist es wichtig, was wir trinken. Getränke mit Elektrolyten, Wasser und Tees sind im Sommer ideal, während von eiskalten Getränken und Alkohol eher abgesehen werden sollte.

Rubriklistenbild: © YAY Images/Imago

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