Überraschende Ergebnisse

Tofu im Test: Viele sind gut – Lidl-Produkt ist mit Keimen belastet

In ihrer Septemberausgabe hat die Stiftung Warentest Tofu getestet. Das positive Gesamtergebnis: Die meisten Produkte überzeugen. Zwei enthalten allerdings Schadstoffe.

Deutschland – Tofu ist insbesondere bei Vegetariern und Veganern beliebt. Da sich mehr Menschen denn je fleischlos ernähren, ist der Umsatz in den letzten Jahren stark gestiegen. Tofu ist dabei nicht nur einer der bekanntesten Rohstoffe für verarbeitete Fleischersatzprodukte – auch Natur-, Räucher- und Seidentofu wird von immer mehr Verbrauchern gekauft. Die Stiftung Warentest hat diese Produkte jetzt auf den Prüfstand gestellt.

Stiftung WarentestVerbraucherorganisation
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
HauptsitzBerlin

Tofu bei Stiftung Warentest – so wurde getestet

Für ihren Tofu-Test haben die Prüfer insgesamt 15 Produkte eingekauft. Geprüft wurden insbesondere Geschmack, Schadstoffe, mikrobiologische Qualität sowie Nährstoffe.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Insgesamt vergibt das kritische Testmagazin zehnmal die Note „Gut“. Weitere drei Produkte sind befriedigend, eines ist ausreichend. Keine der geprüften Marken fällt im Test komplett durch (weitere Testberichte auf RUHR24).

Stiftung Warentest: Ein Naturtofu enthält bedenkliches Schimmelpilzgift

Besonders erfreulich: Die Prüfer fanden in nur wenigen Produkten Schadstoffe. Besonders schlecht schneidet hier der Naturtofu von Kato ab. Denn dieser war mit dem Schimmelpilzgift Ochratoxin A belastet.

Dieses Gift war in Tier­versuchen krebs­er­regend und erbgutschädigend. Für Menschen gilt es als möglicher­weise krebs­er­regend. Andere Schimmelpilzgifte sind übrigens auch bei passierten Tomaten ein Problem – Öko-Test konnte sie in jedem vierten Produkt nachweisen.

Tofu im Test: Lidl-Produkt ist mit Keimen belastet

Ebenso negativ aufgefallen ist ein Naturtofu von Lidl. Dieser wies eine erhöhte Gesamt­keimzahl auf. Dabei bemängeln die Prüfer insbesondere einen Keim namens Paenibacillus, der Lebensmittel verderben lässt.

Die Stiftung Warentest hält es in diesem Zusammenhang für „auffällig“, dass der Lidl-Tofu als einziger ein Verbrauchsdatum (wie bei leicht verderblicher Ware) trage – sowie den Hinweis, dass er vor dem Verzehr erhitzt werden solle. Die übrigen getesteten Produkte hingegen ein Mindesthaltbarkeitsdatum hätten.

Vegan ist Trend – immer mehr Verbraucher setzen auf Fleischersatz wie Tofu. (Symbolbild)

Tofu bei Stiftung Warentest: Schadstoffe und Keime – das sind die Verlierer

Diese beiden Produkte bewertet das Verbrauchermagazin am schlechtesten:

  • Produkt: Kato Tofu Natur; mittlerer Ladenpreis: 1,79 Euro; sensorisches Urteil: gut; Schadstoffe: ausreichend; mikrobiologische Qualität: sehr gut; Gesamturteil: ausreichend (4,0)
  • Produkt: Lidl Bio Organic Vemondo; Veganer Tofu Natur; mittlerer Ladenpreis: 1,79 Euro; sensorisches Urteil: gut; Schadstoffe: gut; mikrobiologische Qualität: ausreichend; Gesamturteil: befriedigend (3,5)

Für alle weiteren der getesteten Produkte gilt: Sie sind empfehlenswert und ohne Bedenken genießbar. Alle Gewinner und Verlierer gibt es bei der Stiftung Warentest (Bezahlartikel).

Tofu im Test: Kaufland und Alnatura überzeugen geschmacklich

Übrigens: Auch geschmacklich kann Tofu insgesamt begeistern. Viermal vergeben die Tester ein „Sehr gut“ für den Geschmack.

Überzeugen kann insbesondere ein Räuchertofu von Kaufland. Ebenso der Seidentofu von Alnatura: Dieser sei besonders mild und frisch, bemerkt die Stiftung Warentest.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Zoonar/ Marina Saprunova

Mehr zum Thema