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Tierquälerei bei Lidl und Rewe: Fleischskandal um Lieferanten nimmt weitere Ausmaße an

Tierschützer lassen im Fleischskandal um den Discounter Lidl nicht locker. Nun gerät auch Rewe in Bedrängnis.

Update, Freitag (25. November), 10.19 Uhr: Dortmund – Der Fleischskandal um Lidl nimmt größere Ausmaße an als zunächst angenommen. Nun veröffentlichte die Albert Schweitzer Stiftung weiteres Bildmaterial aus einem italienischen Zuliefererbetrieb des Discounters. Es betreffe laut Stiftung zwar nur Lidl-Produkte aus italienischen Filialen, doch dafür verkauft Rewe Produkte dieses Lieferanten.

Konkret geht es um zwei Betriebe des größten italienischen Hühnerlieferanten Agricola Italiana Alimentare, kurz AIA. In den Ställen wurden erneut Tierschutzverstöße und Qualzucht der Masthühner festgestellt.

Albert Schweitzer Stiftung deckt weitere Tierschutzverstöße in Rewe-Zuliefererbetrieben auf

Rewe bezieht laut Albert Schweitzer Stiftung einige Produkte der AIA-Betriebe, wie beispielsweise die Wudy Geflügelwürstchen mit Käsezubereitung. Zuletzt gab es sogar einen XXL-Rückruf von Würstchen des Lieferanten aufgrund krankmachender Bakterien.

Somit steht neben Lidl nun auch Rewe in Bedrängnis, Tierschutzverstöße in den Zuliefererbetrieben schnellstmöglich zu beheben. Eine entsprechende Anfrage an Rewe wurde gestellt. Mit Spanien und Italien scheinen die Tierquälerei-Missstände nicht an Ländergrenzen Halt zu machen.

Nach Lidl ist jetzt auch Rewe vom Fleischskandal betroffen: AIA-Produkte bereits berüchtigt

Die Tierschützer fordern vor allem Lidl dazu auf, die Tierschutzstandards für Lieferanten zu verbessern. Denn mit einer Erhöhung seiner Tierschutzstandards könne Lidl europaweit die Zustände in der Hühnermast verbessern.

Lidl-Fleischskandal reißt nicht ab: Spanischer Betrieb weist trotz Tierwohl-Label Missstände auf

Erstmeldung, Mittwoch (23. November), 17.03 Uhr: Lidl gerät im Skandal um seine Fleischlieferanten immer mehr unter Druck. Tierschützer der Albert Schweitzer Stiftung haben vor Kurzem Aufnahmen aus niedersächsischen Zulieferer-Mastställen veröffentlicht. Dazu hat sich das Unternehmen bereits geäußert. Jetzt folgen neue Enthüllungen von Tierquälerei, die einen weiteren Lidl-Lieferanten betreffen.

Bisher betrafen die aktuellen Tierquälerei-Vorwürfe nur einen Betrieb in Deutschland. Die veröffentlichten Bilder zeigen verheerende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Lidl bezieht von dem betreffenden Betrieb Fleisch für seine Eigenmarken „Metzgerfrisch“ und „Grillmeister“, wie die Albert-Schweitzer-Stiftung berichtet.

Nun weitet sich der Fleischskandal auch auf weitere Lieferanten des Discounters aus. Aufnahmen aus einer spanischen Hühnermast-Anlage decken erneut unfassbare Missstände auf.

Tierquälerei bei Lidl? Fleischskandal nimmt vorerst kein Ende

„Hühner werden wortwörtlich in den Stall geschüttet, absichtlich getreten, geworfen, in Käfige gestopft und brutal totgeschlagen“. So beschreibt die Stiftung die vorherrschenden Zustände in den Ställen. Es lägen gravierende Verstöße gegen das europäische Tierschutzgesetz vor.

Die Tierschützer prangern vor allem die tierschutzwidrigen Zustände in den Ställen an. Dass Missstände in Mastanlagen auch darüber hinaus problematisch sein können, zeigen alarmierende Ergebnisse zu resistenten Keimen in Fleisch.

Aufnahmen einer versteckten Kamera zeichnen Tierschutzverstöße beim spanischen Lidl-Lieferanten auf

Worauf die Tierschützer ebenfalls aufmerksam machen: Der betreffende Betrieb ist trotz allem mit einem spanischen Tierwohl-Label ausgezeichnet. Die Einhaltung der Tierschutzstandards in ausländischen Lidl-Zulieferbetrieben scheint offensichtlich ebenfalls nicht sorgfältig kontrolliert zu werden.

Neben Lidl gelang auch Süßwarenhersteller Haribo zuletzt in die Kritik aufgrund eines Tierschutz-Skandals.

Lidl-Fleischskandal reißt nicht ab: Instagram-Nutzer fordern bessere Tierschutzstandards

Es ist nicht das erste Mal, dass Tierschützer bei Lieferanten von Supermärkten und Discountern erschütternde Tierschutzverstöße vorfinden. Doch der gegenwärtige Skandal stößt bei vielen Instagram-Nutzern auf große Empörung und Ärger.

Unter vielen Beiträgen von Lidl geben User ihre Meinung kund. Dabei bedient sich manch einer am bekannten Lidl-Slogan „Lidl lohnt sicht“. Mit Kommentaren wie „Wisst ihr, was sich lohnen würde? Tierschutz“ kritisieren Nutzer, dass Lidl sein Fleisch von betreffenden Betrieben bezieht.

Völlig überzüchtete Hühner: Schwere Vorwürfe gegen Lidl und Zulieferer.

Zudem fordern einzelne Kunden in der Kommentarsektion, dass Lidl sich der Masthuhn-Initiative anschließt. Diese Forderung geht auch vom Initiator selbst, der Albert Schweitzer Stiftung, aus. Der Discounter Aldi hat sich bereits vor zwei Jahren der Initiative angeschlossen und muss Zulieferern damit bestimmte Mindestanforderungen an die Hühnermast stellen.

Rubriklistenbild: © Equalia/Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Michael Gstettenbauer/Imago, Collage: RUHR24

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