Haustierkauf wird verschärft

Tierschutz-Gesetz geändert – was jetzt auf Hundehalter zukommt

Neue, schärfere Regeln für die Hundehaltung: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) nimmt Züchter und Händler jetzt stärker in die Pflicht.

Deutschland – Mehr Tierschutz bei der Hundehaltung: Das ist das Ziel der neuen Änderungen der Tierschutz-Hundeverordnung. Julia Klöckner (CDU) will damit Halter, Züchter und Händler zu mehr Verantwortung zwingen.

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)oberste Bundesbehörde
HauptsitzBonn
BehördenleitungJulia Klöckner (CDU)

Haustier-Boom während der Pandemie – viele „Corona-Hunde“ landen im Tierheim

Ein Grund für die entsprechenden Änderungen ist – wie so oft in dieser Zeit – die Corona-Pandemie. Denn während des Lockdowns gab es in Deutschland einen regelrechten Haustier-Boom. Auch der illegale Welpenhandel boomte stärker denn je.

Denn insbesondere Hunde waren im Lockdown als neues Familienmitglied beliebt. Wie der SWR berichtet, werden derzeit leider auch übermäßig viele der „Corona-Hunde“ wieder in den Tierheimen abgegeben. Denn die Besitzer sind nach Lockdown-Ende mit der Haltung überfordert.

Die Bundeslandwirtschaftsministerin kritisiert gegenüber der Rheinischen Post, Hunde seien nicht „irgendeine Ware, die man sich mal eben so anschafft.“ Vielmehr trage jeder, der sich ein Haustier wünscht, eine „besondere Verantwortung“.

Haustiere sind keine „Kuscheltiere“ – Halter und Züchter künftig stärker in der Pflicht

Zudem seien Haustiere auch keine „Kuscheltiere“, so die Ministerin. Jedes Tier brauche eine artgerechte Haltung. Wer sich vor der Anschaffung informieren will, welches Haustier am besten zu ihm passt, kann dieses über das Portal Haustierberater. de des Bundeslandwirtschaftsministeriums tun.

Um Hunde grundsätzlich besser zu schützen, soll es einige Änderungen in der Tierschutz-Hundeverordnung geben. Diese wurden Ende Juni 2021 vom Bundesrat beschlossen.

„Hunde sind keine Kuscheltiere“: Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft

Kettenhaltung verboten – Ministerin plant Änderungen in der Hundeverordnung

Die neuen Regeln sehen unter anderem ein Verbot von Anbindehaltung vor. Es soll also grundsätzlich verboten werden, Hunde an der Kette zu halten. Außerdem würden derzeit auch die Anforderungen an die weitere Haltung von Hunden an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst, so Julia Klöckner (CDU).

Die Änderungen fangen dabei bei der Hundezucht an. So soll zukünftig eine Mindestzeit von vier Stunden für den täglichen Umgang mit Welpen vorgegeben werden. Das gelte auch für private Züchter. Bei gewerbsmäßigen Züchtern dürften zudem nur noch maximal drei Würfe von einer Person gleichzeitig betreut werden.

„Auch mal abraten“ – mehr Sachkunde im Zoofachhandel

Per Verordnung will die Ministerin zudem auch für mehr Sachkunde im Zoofachhandel sorgen. Dazu soll das Personal dazu verpflichtet werden, sich regelmäßig fortzubilden.

Denn das Personal im Handel sei der erste Ansprechpartner für Käufer und müsse daher noch mehr als Berater fungieren. „Wenn deutlich wird, dass da jemand falsche Vorstellungen hat, muss Beraten dann auch mal Abraten bedeuten“, so die Ministerin.

Anders als ursprünglich geplant – Auslauf-Pflicht bleibt unkonkret

Die ursprüngliche Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung von August 2020 sah noch eine Konkretisierung der Auslaufpflicht vor. So sollte einem Hund mindestens zweimal täglich für insgesamt mindestens eine Stunde Auslauf im Freien (bspw. Spaziergang, Auslauf im Garten etc.) außerhalb eines Zwingers gewährt werden. 

Von dieser Gassi-Pflicht ist in der aktuellen Fassung nicht mehr die Rede. Die geltende Tierschutz-Hundeverordnung von 2001 ist in diesem Punkt wenig konkret. Gemäß dieser ist einem Hund „ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers oder einer Anbindehaltung sowie ausreichend Umgang mit der Person, die den Hund hält“ zu gewähren.

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