Hinweis für alle Verbraucher

Ist Tiefkühl-Obst gesund? Bundesamt mit Warnung: Gesundheitsgefahr durch Früchte droht

Beeren gelten als gesund, doch bei der gefrorenen Variante lauern oft Gefahren wie Viren und Keime.
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Beeren gelten als gesund, doch bei der gefrorenen Variante lauern oft Gefahren wie Viren und Keime.

Beeren gelten als gesund und werden von vielen Menschen als Tiefkühl-Ware gekauft. Doch das Obst kann Keime aufweisen, warnen Experten.

  • Beeren enthalten viel Vitamin C und Vitamin B und gelten daher als sehr gesund.
  • Da sie schnell faulen, kaufen viele Verbraucher Beeren bereits gefroren.
  • Doch die süßen Früchte sollten vor dem Verzehr besser erhitzt werden.

NRW - Im Kühlschrank halten die meisten Beeren nicht länger als drei Tage. Viele Verbraucher greifen daher zu den Früchten im Tiefkühlregal oder frieren frische Ware selbst ein. Doch auf gefrorenen Beeren können gefährliche Krankheitserreger lauern, warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Pflanze

Erdbeere

Wissenschaftlicher Name

Fragaria

Familie

Rosengewächse (Rosaceae)

Ordnung

Rosenartige

Gefrorene Beeren: Wegen Keimen und Viren niemals direkt in den Mixer werfen

Die gefrorenen Beeren sind vor allem für Smoothies, Shakes oder auch Sorbet beliebt. Snacks, für die ein Mixer mit starker Leistung ideal ist, da dieser die Früchte auch tiefgekühlt zerkleinern kann. Allerdings genau davor warnen die Verbraucherzentralen.

Der Grund: Auch auf gefrorenen Beeren könnten gefährliche Krankheitserreger wie Noroviren und andere Keime überleben und Schaden anrichten. Sogar das Coronavirus, beziehungsweise der Erreger SARS-CoV-2, kann auf die begehrten Früchte gelangen.

Coronavirus und weitere Keime auf gefrorenen Beeren: Diese Gefahr besteht

"Allerdings ist es laut Bundesinstitut für Risikobewertung äußerst unwahrscheinlich, dass Lebensmittel einen nennenswerten Übertragungsweg für das Coronavirus darstellen", erklärt die Verbraucherzentrale Bayern auf ihrer Webseite.

Doch die Verbraucherzentralen warnen nicht erst seit Aufkommen des Coronavirus vor Krankheitserregern wie Viren und Keimen auf gefrorenen Beeren. Experten äußern schon seit Jahren Bedenken gegenüber der gefrorenen Früchte.

Beerenobst, so das BVL, könne Träger von Krankheitserregern sein sowie Rückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten, wie Ergebnisse aus verschiedenen Untersuchungsprogrammen der Lebensmittelüberwachung zeigen.

Viele frieren frisch gepflückte Beeren ein, um die Haltbarkeit zu verlängern. Doch auch gefrorene Früchte können mit Viren belastet sein.

Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit berichtet, erkrankten 2012 tausende Kinder und Jugendliche in Deutschland, weil sie in der Schule tiefgekühlte Erdbeeren aus China verzehrt haben, die mit Noroviren belastet waren. Der Vorfall führte dazu, dass anschließend in die EU importierte Tiefkühl-Erdbeeren aus China verstärkt kontrolliert wurden.

Aufgrund entsprechender Meldungen im Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel werden bereits seit Oktober 2015 verstärkt tiefgekühlte Himbeeren aus Serbien beim Import in die EU auf Noroviren kontrolliert. Serbien liefert derzeit mehr als 60 Prozent der in die EU importierten tiefgefrorenen Himbeeren (circa 40.000 Tonnen pro Jahr). "Die Ergebnisse dieser verstärkten Kontrollen zeigen, dass immer wieder tiefgekühlte Himbeeren importiert werden sollen, die Noroviren enthalten", so das BVL.

Viren auf gefrorenen Beeren führten bereits zu Krankheitsausbruch in Deutschland

Noroviren können akute Magen-Darm-Erkrankungen mit Erbrechen und Durchfall auslösen. Vor allem für Kleinkinder und ältere Menschen kann der damit verbundene hohe Flüssigkeitsverlust gefährlich werden.

Mittlerweile würden belastete Beeren durch besonders strenge Kontrollen aber meist aus dem Verkehr gezogen, bevor sie den Verbraucher erreichen. Dass die Noroviren überhaupt auf die Beeren gelangen können, liegt wahrscheinlich an verunreinigtem Wasser bei der Bewässerung und mangelnder Hygiene bei der Ernte. Auch unsachgemäße Düngung kann eine Ursache sein.

Keime und Viren abtöten: Das sollte man bei gefrorenen Beeren beachten

Gefrorene Beeren sollten trotzdem nicht einfach in den Mixer geworfen oder auf dem Frühstück drapiert werden. Auch das reine Auftauen der Früchte reicht nicht aus, um die Keime und Viren zu beseitigen. Ideal sei es, die Beeren vor dem Verzehr abzukochen. Die Noroviren können bei minus 20 bis 60 Grad Celsius überleben. Um sie abzutöten, muss die Temperatur für einige Minuten darüberliegen.

Video: Sommerzeit ist Beerenzeit: Drei gute Gründe, Himbeeren zu essen

Um allerdings auch anderen Keimen und Viren keine Chance zu geben, empfehlen Experten sogar, die gefrorenen Beeren auf über 90 Grad zu erhitzen. Vor allem für empfindliche Verbrauchergruppen wie Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen sowie Schwangere sei diese Methode empfehlenswert, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Die Hitze zerstört die potenziellen Krankheitserreger und macht den Verzehr der Beeren unbedenklich. Doch auch bei frischen Beeren gibt es einiges vor dem Verzehr zu beachten, bei Erdbeeren kann sogar schon bei der Lagerung etwas schiefgehen. Einige Tricks, können aber die Haltbarkeit verlängern.