Jeder kennt es

Thomy Senf beendet jahrelange Tradition: Produkt kaum wiederzuerkennen

Lebensmittelhersteller Thomy bricht mit einer jahrelangen Tradition. Das Unternehmen verändert das Glas – das hat auf jeden Haushalt Auswirkungen.

Dortmund – In fast jedem Haushalt in Deutschland steht ein Senfglas im Schrank, aus dem man trinken kann. Senf-Traditionalisten müssen jetzt ganz stark sein. Denn der Hersteller Thomy will die Form des Glases verändern. Das Trink-Senfglas ist somit Geschichte.

Senfglas zum Trinken ist Geschichte: Thomy beendet eine Ära

Es ist das Ende einer Ära. Die Gefahr besteht, dass nach und nach alle Senfgläser aus den Haushaltsschränken der Republik verschwinden. Doch warum?

Nach Informationen des Portals mittelhessen.de, auf das sich zahlreiche andere Medien beziehen, habe man dem alten „Trinkglas“ ein neues und modernes Design geben wollen (mehr News aus dem Service bei RUHR24).

Mit dem traditionellen Senfglas endet eine Ära: Ursprung liegt beim Konkurrenten Kühne

Zudem habe es den Wunsch von Kunden und Kundinnen gegeben, eine einfachere Öffnung und Schließung des Senfglases zu haben. Der traditionelle Verschluss sei nicht mehr zeitgemäß. Bald gebe es stattdessen einen Schraubverschluss.

Das ausgespülte Senfglas hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert, wie chip.de berichtet. Der Vorteil: Stabilität und Robustheit. So ließen sich die Gläser auch nach der Leerung noch für andere Dinge – beispielsweise als Trinkglas – weiternutzen.

Thomy-Konkurrent Kühne hat das wiederverwendbare Senfglas als „Deutsches Reichs-Gebrauchsmuster“ angemeldet. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat es zahlreiche Nachahmer gegeben.

So sieht das alte Senf-Trinkglas aus. Das ist bald Geschichte.

Senfglas-Tradition endet: 2022 war ein schweres Jahr für Senfliebhaber

Im Jahr 2022 hat es aufgrund eines extremen Sommers in Kanada und des Ukraine-Krieges Lieferengpässe bei Senfkörnern gegeben. Frankreich bezieht seine Senfkörner aus Kanada, während für Deutschland die Ukraine und Russland Hauptexporteure sind.

Rubriklistenbild: © IMAGO/imageBROKER/Karl F. Schöfmann

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