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Thermomix-Kunden aufgepasst: Vorwerk gibt Anwendungswarnung raus

Beim Kochen mit dem Vorwerk-Thermomix TM6 können Zutaten überkochen und Nutzer Verbrühungen erleiden. Der Hersteller gibt den Nutzern klare Hinweise.

NRW – Egal ob man etwas kochen, umrühren, aufwärmen, mixen, zerkleinern oder wiegen will – ein Thermomix in der heimischen Küche ist ein wahres Multitalent. Doch nun hat der Hersteller Vorwerk beim Thermomix TM6 eine Anwendungswarnung an die Kundschaft weitergeben. Denn beim Kochen kann es für die Anwender mitunter gefährlich werden.

Vorwerk SE & Co. KGDiversifizierter internationaler Konzern
Gründung1883 (Wuppertal)
Mitarbeiterzahl12.260 (2020)

Vorwerk warnt seine Kunden vor möglichen Problemen mit dem Thermomix TM6

Der platzsparende Alleskönner ist für den Hersteller Vorwerk längst zu einem echten Verkaufsschlager geworden. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, habe der Thermomix allein im Jahr 2020 mit 1,6 Milliarden Euro gut die Hälfte des Gesamtumsatzes der Vorwerk-Gruppe ausgemacht.

Die beiden digitalisierten Modelle TM5 und TM6 konnten bis 2021 7,5 Millionen mal verkauft werden. Wenig überraschend sind auch andere Unternehmen, wie der Discounter Lidl, längst auf den Thermomix-Hype aufgesprungen und haben eigene Modelle herausgebracht – was mitunter gar zu juristischen Auseinandersetzungen geführt hat.

Umso ärgerlicher, wenn der Verkaufshit plötzlich Probleme macht. Denn wie produktwarnung berichtet, kann der festsitzende Messbecher bei Koch-, bzw. Garvorgängen bei Temperaturen ab 95°C unerwünschte Nebeneffekte mit sich bringen.

Beim Kochen können Zutaten aus dem Thermomix austreten und Nutzer verbrühen

Wie Vorwerk in einer Pressemitteilung erklärt, sei „der standardmäßig verwendete, festsitzende Messbecher so gestaltet, dass an den Rändern bei Koch- und Garvorgängen ausreichend Dampf aus dem Mixtopf entweichen kann“. Allerdings könnten „während des Kochens bei Verwendung bestimmter Rezepte Zutaten aufschwimmen, sich verdichten und dampfundurchlässig werden“.

Die Folgen dürften den allermeisten Hobbyköchen wohl kaum schmecken. Denn laut dem Wuppertaler Konzern könne sich dann „in äußerst seltenen Fällen ein erhöhter Druck im Mixtopf aufbauen, sodass es zu einem plötzlichen und unkontrollierten Austritt des Garguts und dadurch im Einzelfall zu Verbrühungen kommen kann“.

Vorwerk bittet Kunden um Vorsicht bei Thermomix – Kochen ab 95 °C nur mit Garaufsatz

Sofern man die empfohlene Füllhöhe des Garguts überschreitet, erhöhe sich das Risiko eines solchen Vorfalls. Eine ältere Gerätegeneration zu verwenden, sei laut Vorwerk ebenso wenig ratsam. Denn auch in diesem Fall sei es nicht sicher, den Messbecher des TM6 zu verwenden.

Um derartige Unfälle mit Verbrennungen zu verhindern, empfiehlt Vorwerk, bei Kochvorgängen ab 95 °C den Gareinsatz „anstelle des festsitzenden Messbechers des TM6 zu verwenden“. Schließlich sei dieser dampfdurchlässig und sitze, im Gegensatz zum festsitzenden Messbecher, nur lose auf.

Bei der Verwendung des Thermomix TM6 von Vorwerk kann es zu Verletzungen kommen – Der Hersteller gibt klare Anwendungshinweise.

Vorwerk ergreift Sicherheitsmaßnahmen – „Guided Cooking“ auf dem Thermomix-Display aktualisiert

So werde verhindert, „dass Gargut aus dem Mixtopf spritzen kann“. Sorgen, dass es auch beim Garaufsatz zu solch unerwünschten Nebeneffekten kommen kann, seien unbegründet. Vorwerk verspricht, dass „das Kocherlebnis kaum verändert“ werde, das auftretende Problem aber gleichzeitig „ausgeschlossen werden“ könne.

Wer sicherheitshalber auf die sogenannte „Guided Cooking“-Funktion des Thermomix zurückgreift, bei der das System eine Schritt-für-Schritt-Anleitung auf dem Display anzeigt, könne beruhigt sein. Die entsprechenden Rezepte sollen laut Vorwerk bereits angepasst worden sein. Beim Kochen werde nun „aktiv auf die sachgerechte Verwendung hingewiesen“, verspricht das Unternehmen.

Dank eines Software-Updates würden zudem allen Verwendern des TM6 ein entsprechender Hinweis auf dem Display des Thermomix angezeigt. Dass sich Hobbyköche wegen überkochender Zutaten verbrühen, soll dadurch endgültig der Vergangenheit angehören. Für diejenigen, die dennoch auf Nummer Sicher gehen wollen, lohne sich laut Vorwerk ein Blick in die Sicherheitshinweise des Geräts.

Rubriklistenbild: © Vorwerk Elektrowerke GmbH & Co. KG

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