Testsieger überrascht

Rapsöl im Test: So verblüffend sind die Ergebnisse für das Öl von Lidl, Aldi und Rewe

Fast in jeder Küche ist Rapsöl zu finden. Doch wie gut ist das Öl eigentlich? Öko-Test wollte es wissen und unterzog 23 Speiseöle einem Test.

Dortmund – Egal ob zum Braten, zum Kochen oder am Salat: Rapsöl ist vielseitig einsetzbar, kostengünstig und neutral im Geschmack. Kein Wunder also, dass das Öl bei den Deutschen so beliebt ist. Öko-Test hat sich deshalb die Qualität von Rapsöl genauer angeschaut.

Verbraucher­magazinÖko-Test AG
Verkaufte Auflage103.397 Exemplare
ChefredakteurHans Oppermann
HauptsitzFrankfurt

Rapsöl im Test: Öko-Test untersucht 23 Öle von Lidl, Aldi, Rewe und Co.

Rapsöl wird in zwei verschiedenen Varianten im Handel angeboten: als geschmacksneutrales, raffiniertes Öl und in der nussig-schmeckenden, kaltgepressten Version. Für welche der beiden Varianten man sich letztendlich entscheidet, ist laut Öko-Test Geschmacksache. Sowohl das raffinierte als auch das kaltgepresste Öl haben Vor- und Nachteile.

Öko-Test hat beide Sorten auf Fettqualität und Schadstoffe hin untersucht – und insgesamt 23 unterschiedliche Marken an Rapsöl getestet. Mit dabei waren bekannte Marken wie Thomy von Nestlé, Mazola von Kölln und Rapso. Aber auch Billig-Öle von Aldi, Lidl oder Rewe wurden im Labor auf den Prüfstand gestellt.

Rapsöl bei Öko-Test im Labor: Ergebnisse sind glänzend bis ungenießbar

Auch das Gesamtergebnis von Öko-Test lässt sich im Großen und Ganzen sehen – vor allem bei den elf raffinierten Rapsölen. So vergab das Verbrauchermagazin für diese Sorte sechsmal die Note „gut“ und sogar zweimal die Note „sehr gut“. Bei den Testsiegern überraschenderweise mit dabei: Ja! Reines Rapsöl von Rewe für gerade mal 0,96 Euro pro Liter.

Das Gute vorweg: Keines der getesteten Rapsöle war gepanscht oder verdorben. Außerdem konnten die Tester Pestizide, Fettschadstoffe und Weichmacher gar nicht oder wenn dann nur in Spuren im Labor finden, wie 24vita.de* berichtet.

So konnten in dem Rapsöl von Rewe weder die als krebserregend eingestuften polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) nachgewiesen werden, noch das immer wieder in der Kritik stehende Mineralöl – im Gegensatz zu Pizza von Rewe, die in einem kürzlich durchgeführten Test das absolute Schlusslicht bildete.

Rapsöl im Test: Testsieger sind günstig – und bei Rewe, Lidl und Edeka zu haben

Übrigens: Laut einer Umfrage der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. gehörte Rapsöl 2019 zu den beliebtesten Speiseölen in deutschen Haushalten. So gingen insgesamt im vergangenen Jahr 76,1 Millionen Liter Rapsöl über die Ladentheke. Bei Olivenöl waren es nur 30,1.

Bei den beliebtesten Speiseölen läuft Rapsöl den anderen eindeutig den Rang ab.

Um ihr Lieblingsöl zu kaufen, müssen die Kunden keineswegs tief in den Geldbeutel greifen. Denn zu den Testsiegern bei Öko-Test gehören auch weitere die günstigen Sorten. Neben dem Öl von Rewe, schneiden nämlich auch die raffinierten Rapsöle von Lidl, Edeka und Netto mit „gut“ im Test ab. Die Verlierer im Test gibt es bei Öko-Test (Bezahlartikel).

Punktabzug gab es hier unter anderem, weil die Mineralölbestandteile leicht erhöht waren oder die Angabe der HerstellungsmethodeRaffination“ fehlte. Mit rund einem Euro pro Liter Rapsöl ist man also schon ganz gut dabei und bekommt Qualität für wenig Geld.

Öko-Test prüft Rapsöl: Herstellungsverfahren entscheidend für das Testergebnis

Auch bei den kaltgepressten Rapsölen ist eine günstige Marke oben mit dabei. So bekommt „K-Bio Rapsöl nativ kaltgepresst“ von Kaufland ebenfalls Note „gut“. Etwas schlechter schnitt „Gut Bio Kaltgepresstes Rapsöl“ von Aldi ab. Wegen „stark erhöhter“ Mineralölbestandteile und Abzug im Geschmack gab es von Öko-Test gerade mal „ausreichend“ (mehr Testberichte auf RUHR24.de)

Generell lassen die Testergebnisse bei den kaltgepressten Rapsölen etwas zu wünschen übrig. So scheint hier Mineralöl ein weitaus größeres Problem zu sein als bei den raffinierten Speiseölen. Das mag mitunter aber auch an der Herstellungsmethode liegen.

Rapsöl im Test 2020: Kaltgepresste Öle teurer aber qualitativ schlechter

Während kaltgepresste Rapsöle ohne Wärmezufuhr gewonnen werden, durchlaufen raffinierte Rapsöle zahlreiche Verarbeitungsschritte. Der Vorteil: Unerwünschte Stoffe wie Pestizide oder Schwermetalle werden dabei mit entfernt, allerdings gehen dabei auch wertvolle Inhaltsstoffe und Vitamine verloren. Wer jedoch ein raffiniertes Bio-Öl sucht, muss lange suchen. Denn dieses Herstellungsverfahren ist für Bio nicht zulässig, wie Öko-Test berichtet.

Dafür sind die kaltgepressten Rapsöle auch um einiges teurer als die raffinierten, oftmals aber in Bio-Qualität. Keine der im Test enthaltenen Marken lag preislich unter 3,60 Euro. Vielmehr kosten die Sorten zwischen 4 und 8 Euro. Einige kommen pro Liter sogar auf mehr als 10 Euro. Doch was viel kostet, muss nicht gleichzeitig auch gut sein, wie die Testergebnisse beweisen.

So gab es von zwölf getesteten kaltgepressten Rapsölen nur einmal Note „sehr gut“, zweimal Note „gut“ und viermal „befriedigend“. Die restlichen Öle schnitten noch schlechter ab, durchgefallen ist aber keines der Rapsöle. Immerhin. *24vita.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Aldi, Lidl, Collage: RUHR24.de

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