Nicht nur gesund

Warnung vor Tee: Beliebte Sorte kann krank machen

Pfefferminztee wird eine heilende Wirkung bei Magen-Darm-Beschwerden nachgesagt. Aber Achtung, das trifft nicht auf jede Sorte zu. In einigen Fällen kann Minze sogar schädlich sein.

Dortmund – Egal ob im Cocktail, im Dessert oder als Tee: Minze gehört zu den beliebtesten Kräutern. Ihr Einsatz in der Küche, aber auch als Heilpflanze ist weit verbreitet. Doch Achtung – Minze ist nicht gleich Minze. Wie RUHR24* weiß, gibt es zahlreiche unterschiedliche Sorten und nicht jede hat eine gesundheitsfördernde Wirkung. Im Gegenteil, einige Sorten können sogar schädlich sein.

PflanzeMinzen (Mentha)
SortenU.a. Pfefferminze, marokkanische Minze, Ackerminze, Rossminze
VerwendungBspw. als Tee gegen Magenverstimmung, als Mittel gegen Insekten oder als Trick gegen schlechten Geruch

Minze: Gesund oder nicht? Auf die Sorte kommt es an

Weltweit gibt es über 30 verschiedene Minze-Sorten sowie zahlreiche Kreuzungen aus den einzelnen Arten. Wie Konstantin März, Staudengärtner aus Kassel, gegenüber dem MDR erklärt, werden in Europa vor allem fünf Sorten verwendet: Wasserminze, Spearmint, Rundblättrige Minze, Ackerminze und Rossminze. Die Übergänge der Pflanzen sind dabei jedoch sehr fließend.

Eins haben die Minzen jedoch alle gemeinsam: Ihren Bestandteil Menthol. Er sorgt für den typischen Pfefferminzgeruch und entfaltet als Öl eine medizinische Wirkung. Je nachdem, ob die Minz-Sorte einen geringen oder hohen Mentholgehalt aufweist, unterscheidet sich ihre heilende Eigenschaft.

Im Garten: Minze gut gegen Kopfschmerzen oder Verdauungsbeschwerden

Minze mit hohem Mentholgehalt wird aufgrund ihrer kühlenden und entzündungshemmenden Wirkung im medizinischen Bereich eingesetzt. So helfen beispielsweise die Pfefferminze oder die Ackerminze unter anderem gegen Kopfschmerzen, bei Schnupfen oder Verdauungsbeschwerden.

Pfefferminzöl kann sogar bei Spannungskopfschmerzen ebenso gut wie Paracetamol wirken. Das ergab eine Studie des Bundesforschungsministeriums, die bereits 2016 veröffentlicht wurde. Anstatt Nasentropfen kann ebenfalls Minzöl verwendet werden – ein Tropfen und die Nase ist wieder für kurze Zeit frei. Aber Achtung: Menschen mit empfindlicher Haut sollten auf das potenziell gesundheitsfördernde Öl der Minze verzichten, denn es kann auch die Schleimhäute reizen.

Achtung: Nicht jede Minze ist gesund.

Minze bei Magen-Darm-Beschwerden: Achtung, einige Sorten können schädlich sein

Minz-Sorten mit wenig Menthol eignen sich optimal für Tee. Darunter auch die Marokkanische Minze – laut dem MRD eine Variante der Spearmint, die auch gerne in Deutschland im Garten* angepflanzt wird. Pfefferminztee wird vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden wie beispielsweise dem Reizdarm oftmals empfohlen.

Da Menthol durchaus krampflösend wirken kann, sorgt eine Tasse Pfefferminztee für Linderung bei leichten Beschwerden wie Blähungen oder Bauchschmerzen. Aber auch hier ist Vorsicht angesagt. Denn nicht jede Sorte Minze ist bei Magen-Darm-Problem zu empfehlen. Menschen, die damit zu kämpfen haben, sollten deshalb genau hinsehen, ob die Minze wirklich förderlich für ihre Gesundheit ist – denn in einigen Fällen kann sogar das Gegenteil eintreten und der Pfefferminztee kann Schaden anrichten.

Denn Pfefferminzöl wirkt laut dem NDR auch appetitanregend und fördert die Magensaftsekretion. Personen, die also mit einer Magenschleimhautentzündung, Gallen- oder Leberschäden zu kämpfen haben, sollten besser auf Minze verzichten. Die Symptome können sich durch den Tee unter anderem sogar verschlechtern. Auch Petersilie kann auf den Magen schlagen.

Pfefferminze: Ein Inhaltsstoff kann in hoher Konzentration schädlich sein

Auch generell gilt zu viel Menthol als schädlich. Der Inhaltsstoff in hoher Konzentration kann Magenbeschwerden erst auslösen. Wie der MDR schreibt, kann Menthol insbesondere bei kleinen Kindern sogar Atembeschwerden oder einen Atemstillstand zur Folge haben. Die Apotheken Umschau weist daher darauf hin, dass man Pfefferminzöl nie unverdünnt anwenden sollte – weder Erwachsene noch Kinder. Denn das konzentrierte Öl kann zu Reizungen im Magen-Darm-Bereich führen und beim Inhalieren kann es zu Atemnot kommen.

Für leichte Beschwerden ist Pfefferminze dennoch zu empfehlen. Daher ist es kein Wunder, dass sie oftmals auch im Garten zu finden ist. Die Pflanze ist nämlich äußerst pflegeleicht und vermehrt sich rasend schnell. Im Nu hat man also einen ganzen Strauch Minze und kann sich den ein oder anderen Cocktail oder Minztee damit zaubern.

Minze im Garten: Achtung vor einer Sorte – sie ist giftig

Außerdem hilft Pfefferminze im Garten, um lästige Insekten wie Mücken oder Spinnen zu vertreiben*. Der Duft des ätherischen Öls hält diese nämlich fern. Aber Achtung: Prinzipiell zählt Minze zu den unbedenklichen Pflanzen – bis auf eine Ausnahme: Die Polei-Minze.

Die sorgt zwar dafür, dass die unliebsame Katze des Nachbarn das Weite sucht, aber sie enthält auch den giftigen Stoff Pulegon. Das ätherische Öl verursacht bei Verzehr Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Atemlähmungen. Aus der Polei-Minze sollte man also auf keinen Fall einen Tee zubereiten. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Heike Rau/dpa, Collage: RUHR24

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