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Tchibo streicht beliebten Service – doch für Kunden gibt es trotzdem Vorteile

Eine Tchibo-Filiale mit Kunden in Hamburg
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Tchibo streicht ab Mitte Dezember ein Angebot aus seinem Sortiment.

Tschibo-Fans dürften jetzt traurig sein: Die Kette streicht einen seit Jahren beliebten Service. Doch damit einher gehen auch Vorteile für Kunden.

NRW – Schon Mitte Dezember soll es so weit sein: Nur knapp drei Jahre nach dem Start, will Tchibo eines seiner zahlreichen Angebote wieder vom Markt nehmen. Wie der Konzern bekannt gab, soll die Coronavirus-Krise Mitschuld am Ende des Angebots tragen.

UnternehmenTchibo
ZentraleHamburg
CEOThomas Linemayr (seit 2016)
Gründung15. März 1949, Hamburg
GründerCarl Tchilling-Hiryan, Max Herz
TochterunternehmenTchibo (Schweiz) AG und mehr

„Share“: Tchibo stellt nachhaltigen Mietservice für Kleidung ein

Bei dem auslaufenden Angebot des ursprünglichen Kaffeehändlers handelt es sich um den hauseigenen Mietservice für Kleidung names „Share“. Dieser ist eigentlich erst Anfang 2018 ins Leben gerufen worden und zielte darauf ab, Kleidungsstücke an Kunden zu vermieten.

Sobald die gemieteten Klamotten nicht mehr gebraucht werden, konnten Kunden sie an Tchibo zurückschicken. Dort wurden sie gereinigt, aufbereitet und dann an die nächste Familie versandt. Los ging der Service mit Baby- und Kinderkleidung, 2019 wurde dann um Damenkleidung erweitert (mehr Ratgeber- und Service-Themen auf RUHR24.de). Übrigens: 2019 wurde bei Tchibo auch ein Fotoservice ins Leben gerufen.

Hintergrund des neuartigen Bekleidungs-Miet-Services: Die Modeindustrie zählt zu den größten Umweltsündern der Welt. Jedes neue Kleidungsstück schadet der Umwelt nachhaltig – durch gemietete Kleidung kann also jeder Kunde seinen Teil zum Umweltschutz beitragen. Doch nun soll Schluss mit dem nachhaltigen Bekleidungs-Miet-Service sein.

Nachhaltigkeit bei Tchibo: Kleidungs-Mietservice „Share“ wurde nicht von Gesellschaft angenommen

Hintergrund für das Ende des Tchibo-Mietservices ist folgender: Wie Tchibo bereits Ende September bekannt gegeben hat, sei die Masse an Menschen, die es brauche, um ein Geschäftsmodell erfolgreich zu machen, durch „Share“ nicht erreicht worden.

Das Vermieten von Alltagsbekleidung – und die Notwendigkeit, nicht immer sofort ein Kleidungsstück neu zu kaufen – sei noch nicht von der Mitte der Gesellschaft angenommen werde, erklärte die Tchibo-Direktorin für Unternehmensverantwortung, Nanda Bergstein. Offenbar sei der Vorteil aus Kundensicht noch nicht klar genug.

Tchibo nimmt Angebot „Share“ für gemietete Kleidung vom Markt – auch Corona ist Schuld

Auch die Coronavirus-Pandemie habe zu immer weniger getätigten Bestellungen beigetragen. Besonders während der Zeit des Corona-Lockdowns im Frühjahr war Klamotten-Shopping nur für die wenigsten Menschen eine Priorität.

Die Direktorin für Unternehmensverantwortung bei Tchibo stellte jedoch ebenfalls klar: „Das Ende von Tchibo Share bedeutet keinesfalls das Ende von alternativen Geschäftsmodellen für Tchibo. Im Gegenteil.“

Gerade während und aufgrund der Corona-Krise hätten Themen wie achtsamer und nachhaltiger Konsum an Wichtigkeit und Relevanz gewonnen. Tchibo wolle deshalb nun nach neuen Konzepten für nachhaltigeren Konsum suchen, die von Kunden besser angenommen werden.

Tchibo stellt Angebot „Share“ für gemietete Kleidung ein – jetzt gibt‘s Schnäppchen 

Fans von Second-Hand-Mode sollten jetzt jedoch die Ohren spitzen – denn die Auflösung von „Tchibo Share“ hat einen Vorteil für Kunden: Es winken Schnäppchen.

Tchibo bietet das Miet-Bekleidungssortiment nämlich nun als Second-Hand-Verkauf an, heißt es auf der Homepage des Unternehmens. Die Kleidung sei hygienisch und hochwertig aufbereitet und kann für einen Festpreis gekauft werden. Auch aktuell gemietete Kleidungsstücke können fest erworben werden.

Video: Teenager verwüsten Tchibo-Filiale in Essen

Bei dem Angebot sollte jedoch immer im Hintergrund behalten werden, dass es sich dabei um Kleidungsstücke handelt, die man nur online betrachten kann und die vorher bereits getragen wurden. Ob das ein passendes Angebot ist, muss jeder selbst entscheiden.

Tchibo ist übrigens nicht das einzige eigentlich „fachfremde“ Unternehmen, das auf Mode setzt: Auch der Discounter Lidl sorgte im Sommer 2020 mit einer neuen Fan-Kollektion für Furore und Aufregung.

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