Erst Kaffee, dann Tesla

Einmal Tesla to go: Kaffee-Riese Tchibo mit kuriosem Angebot

Bei Tchibo gibts jetzt einen Tesla im Abo
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Tesla oder Kaffee? Bei Tchibo gibts jetzt beides. (Symbolbild)

Kaffee, Kinderkleidung, Gartengeräte – und jetzt auch E-Autos. Der Hamburger Kaffee-Gigant Tchibo steigt jetzt auch ins Autogeschäft ein.

Hamburg – Kaffee ist schon längst nicht mehr das Einzige, was Tchibo vertreibt. Der Konzern verkauft schon seit Langem auch Konsumgüter aller Art. Kunden finden hier regelmäßig thematisch sortierte – oft saisonal abgestimmte – Produkte für den täglichen Bedarf. Dass der Hamburger Händler aber jetzt sogar Autos anbietet, sorgt für Verwunderung.

TchiboKonsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen
Gründung15. März 1949
SitzHamburg

E-Autos bei Tchibo abonnieren – die Auswahl ist überschaubar

Ob Einrichtungsgegenstände, Kleidung, Küchenutensilien oder Elektrogeräte – bei Tchibo kauft man mittlerweile alles, nicht nur Kaffee. Ab sofort kann man auch sein neues Auto hier bekommen – allerdings nicht gekauft, sondern als Abo.

Die Auswahl ist allerdings – zumindest bislang – auch wirklich gering. Aktuell bietet der Kaffeeröster lediglich den neuen Fiat 500e Icon an sowie das Modell 3 von Tesla an.

E-Autos bei Tchibo abonnieren: Das sind die Konditionen für den Tesla Model 3 und den Fiat Fiat 500e Icon

Tchibo kooperiert dabei mit „like2drive“, einem der deutschen Autoabo-Start-ups. Das Model 3 von Tesla gibt es beim gemeinsamen Angebot mit einer Laufzeit von einem oder zwei Jahren zu einem Preis von 777 Euro im Monat.

Der monatliche Festpreis ist dabei unabhängig von der gewählten Laufzeit – das ist bei Abos oftmals anders. Das Abo beinhaltet laut Pressemitteilung der Unternehmen 10.000 Frei-Kilometer pro Jahr.

Den Fiat 500e Icon gibt es für 13 Monate für 289 Euro monatlich. Das Angebot mit 13 Monaten Laufzeit beinhaltet 13.000 Freikilometer. Die Mehrkilometer kosten für beide Modelle 0,15 Euro/km bis 2500 km, ab 2501 km 0,25 Euro/km.

Tchibo steigt ins Autogeschäft ein: Auto-Abos im Vergleich – lohnt sich der Tesla to go?

Schaut man sich die Konkurrenz an, ist das Angebot des Kaffeerösters in Ordnung, aber nicht herausragend. So bucht man ein Tesla Model 3 mit 455 PS beispielsweise beim like2drive-Konkurrenten Finn für 899 Euro im Monat. Die Mindestlaufzeit liegt hier bei 6 Monaten – bei 1.000 monatlichen Freikilometern.

Bei Cluno kostete ein Modell mit 462 PS rund 1.300 Euro pro Monat, bei sechs Monaten Laufzeit und 1.250 km Freikilometern. Diese Angebote sind zwar teurer als Tchibo – allerdings hat das Tchibo-Modell auch „nur“ 261 PS.

Tchibo bietet jetzt Autos an – das Fahren mit Auto-Flatrate liegt im Trend

Solche Auto-Abos liegen aktuell im Trend. Das Motto lautet hier: „Nutzen statt Besitzen“. Die Auto-Abos sind analog zu Streamingdiensten wie Netflix entstanden und laut Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut Duisburg absolut im Kommen.

Mittlerweile bieten die meisten großen Hersteller Autos im Abo an. Vorreiter des Modells war Volvo mit seinem Care by Volvo. Daneben haben sich Start-ups wie zum Beispiel like2drive, Finn oder Cluno etabliert.

Autoabo-Anbieter vergleichen – darauf ist zu achten

Die Konditionen der verschiedenen Abo-Anbieter unterscheiden sich deutlich voneinander. Bevor man ein Abo abschließt, sollte man diese daher unbedingt vergleichen. Wichtige Faktoren, die dabei zu beachten sind:

  • monatliche Abo-Gebühr
  • Höhe der Selbstbeteiligung bei der Kfz-Versicherung
  • Kündigungsfrist
  • Verfügbarkeit
  • Einige Anbieter verlangen eine Startgebühr, andere nicht – auch darauf ist zu achten. Beim Angebot von Tchibo entfällt diese übrigens.

Video – Tesla: Der neue Platzhirsch auf dem Automarkt?

Auto-Abo – das sind die Vorteile gegenüber dem Leasing

Zum monatlichen Festpreis bucht man beim Abo die Nutzung eines Autos – ähnlich wie beim Leasing. Mit durchschnittlich drei bis sechs Monaten sind die Mindest-Vertragslaufzeiten aber insgesamt kürzer. Manche Anbieter, wie „Faaren“, bieten sogar ganz kurze Laufzeiten mit einmonatiger Kündigungsfrist an.

Weiterer und wichtigster Unterschied zum Leasing: Die Nebenkosten, wie Versicherung, Wartung, TÜV und Kfz-Steuern sind standardmäßig im Abo enthalten. Man zahlt also nur die Autowäsche und Sprit – oder Strom, wie beim Tesla.

Viele Verbraucher schätzen am Abo auch, dass es sich online abschließen lässt. Beim Angebot von Tchibo und like2drive werden die abonnierten Autos dann an bundesweit sechs Standorten übergeben – gegen Aufpreis kommt das gebuchte Auto auch vor die eigene Haustür.

Auto-Nachteile gegenüber dem Leasing: höhere Gebühren, geringere Auswahl

Wer ein Auto abonnieren will, muss durchschnittlich tiefer in die Tasche greifen als beim Leasing. Fährt man mehr Kilometer als die verfügbaren Freikilometer, zahlt man außerdem extra.

Weiterer Minuspunkt: Beim Auto haben Fahrer in der Regel eine geringere Modell-Auswahl als beim Leasing. Andererseits können Autofans durch die kürzeren Laufzeiten aber öfter ein neues Modell ausprobieren.

Leasen oder abonnieren – es kommt auf die Ansprüche an

Zudem hat man beim Abo eine höhere Kostenkontrolle – und keinen Wertverlust. Auch Fahrer mit niedriger Schadenfreiheitsklasse profitieren von der Flatrate inklusive Versicherung.

Ob Abo oder Leasing – für beide Modelle der Auto-Nutzung gilt: Je teurer das Fahrzeugmodell, desto höher die Rate. Je länger die Laufzeit und je niedriger die Kilometerleistung, desto günstiger die Rate.