Immerhin einmal „sehr gut“

Taschentücher: Öko-Test deckt schädliche Inhaltsstoffe bei teuren Top-Marken auf

In der aktuellen Ausgabe hat Öko-Test Taschentücher getestet. Viele sind empfehlenswert – einige Tücher können aber Allergien auslösen.

Deutschland – Mit dem Herbst beginnt so langsam auch wieder das typische „Schnupfen-Wetter“. Passend zur kühlen Jahreszeit hat Öko-Test Papiertaschentücher getestet. Das Ergebnis fällt überraschend positiv aus. Der Klassiker – das Taschentuch von Tempo – landet im Test allerdings ganz hinten (weitere Testberichte auf RUHR24).

Öko-TestVerbrauchermagazin
HauptsitzFrankfurt, Hessen
Erstausgabe1985

Taschentücher aus Papier bei Öko-Test – so wurde getestet

Für den Taschentücher-Test haben die Prüfer insgesamt 21 verschiedene Packungen Papiertaschentücher gekauft. Darunter waren sowohl Eigenmarken von Supermärkten, Discountern und Drogerien als auch bekannte Marken wie Tempo.

Im Labor wurden die Papiertücher auf bedenkliches Formaldehyd und Glyoxal, optische Aufheller und umstrittene halogenorganische Verbindungen geprüft. Ein weiteres Labor prüfte außerdem, wie reißfest, saugfähig und robust die Produkte sind.

Bemerkenswert: Dabei unterzog Öko-Test die Taschentücher auch einem Waschmaschinen-Test. Schließlich landen die Tücher nur allzu oft mit in der Wäsche – und können hier ein regelrechtes Flusen-Chaos anrichten.

Taschentücher: Altpapier, oder nicht? Öko-Test rückt Umwelt in den Test-Fokus

Besonders kritisch hat das Verbrauchermagazin im Test darauf geschaut, ob die Produkte zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt sind. Denn solche Produkte seien mit Blick auf die Umweltbelastung solchen aus Primärfasern klar vorzuziehen, meint das Magazin.

Eine schlechte Umweltbilanz hätten Primärfasern insbesondere deshalb, weil das benötigte Holz vielfach aus entfernten Ländern stamme, wie etwa China oder Brasilien. Gerade bei Wegwerfprodukten wie Taschentücher, die nach dem Gebrauch sofort im Müll landen, ist eine solche Umweltbelastung sicher unnötig.

Taschentücher im Test: Das Gesamtergebnis kann sich sehen lassen

Insgesamt kann sich das Ergebnis sehen lassen: Neun Taschentücher bekommen die Note „Gut“, elfmal vergibt Öko-Test „Befriedigend“. Ein Produkt ist sogar „sehr gut“.

Die schlechter bewerteten Papiertücher werden dabei vornehmlich kritisiert, weil sie nicht aus recyceltem Papier hergestellt wurden. Gefährliche Schadstoffe sind im aktuellen Taschentücher-Test kein großes Problem. Anders als beispielsweise beim aktuellen Test von Hautcremes, bei dem mit Nivea ebenfalls ein Marken-Klassiker enttäuscht.

Taschentücher-Test: Einige Produkte enthalten allergieauslösende Stoffe

Allerdings: In mehr als der Hälfte der Produkte stecken laut Öko-Test halogenorganische Verbindungen (AOX). Wie das Magazin erklärt, gelangen die Stoffe während des Produktionsprozesses in die Taschentücher – beispielsweise über den Bleichprozess.

Sämtliche halogenorganische Verbindungen reichern sich in der Umwelt an, erklärt Öko-Test. Zudem können eine Vielzahl der Stoffe auch Allergien auslösen. Gerade bei Taschentüchern, die mit der empfindlichen Nasenhaut in Berührung kommen, haben solche Stoffe nichts zu suchen.

Enttäuscht bei Öko-Test im Taschentücher-Test – der Klassiker von Tempo. (Symbolbild)

Taschentücher bei Öko-Test – Tempo ganz hinten, das sind die drei Verlierer

Öko-Test bewertet die folgenden drei Produkte nach den genannten Kriterien am schlechtesten:

  • Auf dem letzten Platz landet der Klassiker von Tempo: Produkt: Tempo Taschentücher, 4-lagig; Anbieter: Essity Germany; Preis pro zehn Taschentücher: 0,11 Cent; 100 % Altpapier / Herkunft der Taschentuchfasern: nein / Holz aus D, SK, B, BRA; Holzarten: Kiefer, Fichte, Eukalyptus; halogenorganische Verbindungen: ja; Ergebnis Inhaltsstoffe: ausreichend; Ergebnis Praxistest: sehr gut; Gesamtergebnis: befriedigend
  • Es folgt eine weitere bekannte Marke: Produkt: Softis Super-Soft Taschentücher, 4 Lagen; Anbieter: Sofidel; Preis pro zehn Taschentücher: 0,10 Cent; 100 % Altpapier / Herkunft der Taschentuchfasern: nein / Holz aus: keine Angabe, Holzart: keine Angabe; halogenorganische Verbindungen: nein; Ergebnis Inhaltsstoffe: ausreichend; Ergebnis Praxistest: gut; Gesamtergebnis: befriedigend
  • Ebenfalls wertet Öko-Test ein Bambus-Produkt ab, das damit wirbt, Bäume zu schützen. Bambus sei nicht recyclebar und könnte im Praxistest nicht überzeugen, erklärt Öko-Test die Kritik: Produkt: Smooth Panda Taschentücher aus Bambus, 3 Lagen; Anbieter: Improving Earth; Preis pro zehn Taschentücher: 0,13 Cent; 100 % Altpapier / Herkunft der Taschentuchfasern: nein / Holz aus CHN, Holzart: Bambus; halogenorganische Verbindungen: ja; Ergebnis Inhaltsstoffe: ausreichend; Ergebnis Praxistest: gut; Gesamtergebnis: befriedigend
  • Alle Gewinner und Verlierer gibt es bei Öko-Test (Bezahlartikel).

Trotz enttäuschendem Gesamtergebnis: Tempo überzeugt in der Waschmaschine

Das Fazit des Testes: Verbraucher können beim Kauf von Taschentüchern eigentlich nicht viel falsch machen. Keines der Produkte fällt komplett durch.

Auch in der Praxisprüfung können die meisten überzeugen. In diesem Zusammenhang interessant: Obwohl Tempo auf dem letzten Platz landet, können die „Tempo“-Taschentücher beim Waschmaschinen-Test punkten. Als eines von insgesamt nur zwei Produkten sind die Klassiker unter den Papiertaschentüchern beim Waschen „sehr reißfest“.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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