Ab September teurer

Tankrabatt endet: Die Hochrechnungen von Experten sind ein Schock

Der Tankrabatt endet. Und laut Hochrechnungen werden die Preise ordentlich anziehen. Schon jetzt liegen sie teilweise bei 2,70 Euro – und es geht erst los.

Dortmund – Die Folgen der Coronavirus-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und die hieraus resultierende Energiekrise befeuern die Verbraucher-Preise. Das spiegelt auch die Inflation von mehr als sieben Prozent in Deutschland wider, wie BW24 berichtet. Damit die finanziellen Folgen der Energiekrise zumindest ein wenig abgefedert werden, hat die Politik mehrere Entlastungsmaßnahmen beschlossen, dazu zählen das 9-Euro-Ticket oder der Tankrabatt.

UnternehmenADAC
Mitglieder21.231.584 (Ende 2021)
SitzMünchen
Gründung24. Mai 1903, Stuttgart
Umsatz215 Millionen Euro
PräsidentChristian Reinicke

Tankrabatt endet zum 31. August: Experte prognostiziert Run auf Tankstellen

Beide Maßnahmen waren jedoch von vorneherein zeitlich befristet und enden regulär zum 31. August. Am Mittwoch ist deshalb der letzte Tag, an dem die Verbraucher noch einmal günstiger tanken können, ehe die Spritpreise erneut anziehen (weitere News und Tipps übers Autofahren und Verkehrsregeln auf RUHR24).

Auch deshalb gehen Experten und Verbände davon aus, dass es vor Tankrabatt-Ende noch einmal voll werden könnte an Deutschlands Tankstellen. Wer vor Mittwoch tankt, erspart sich möglicherweise das Gedränge. Echo24 weiß, wie man die günstigste Tankstelle findet und bei Spritpreisen spart.

„Viele Autofahrerinnen und Autofahrer werden in diesen Tagen voraussichtlich verstärkt die Tankstellen anfahren, um ihr Auto noch einmal vollzutanken“, erklärt etwa Adrian Willig vom Wirtschaftsverband für Fuels und Energie (En2X) im Handelsblatt-Gespräch. Im Hinblick auf eine neue Hochrechnung aus dem SWR-Tank-Monitor ist das mitunter auch keine schlechte Idee. Denn die Analysten gehen davon aus, dass die zwei-Euro-Marke geknackt wird.

Neue Spritpreis-Daten erschrecken: Literpreise könnten 3-Euro-Marke knacken

In den vergangenen Wochen hatte der Preis für Superbenzin im Schnitt bei 1,77 Euro gelegen, für Diesel bei 1,97 Euro. Ohne Tankrabatt – 35 Cent/Liter für Benzin und 17 Cent/Liter für Diesel – ergibt sich ein Literpreis von 2,12 Euro (Benzin) und 2,14 Euro (Diesel).

Sprich, ohne Tankrabatt wären die Spritpreise schon längst wieder über die zwei-Euro-Marke gerutscht. Zudem vermuten die Analysten, dass sich die Benzin- und Dieselpreise wieder angleichen werden, berichtet HEIDELBERG24.

Ab September rechnen Experten mit deutlich teureren Spritpreisen, der Tankrabatt endet. (Symbolbild)

Der Hintergrund ist, dass Benzin derzeit noch stärker rabattiert wird als Diesel – ein Nachteil für die vielen Dieselfahrer, der sich ab September voraussichtlich korrigieren wird. Der Blick auf den SWR-Tank-Monitor verdeutlicht zudem, dass die Spritpreise allein im Laufe eines Tages starken Schwankungen ausgesetzt sind. Gehe man von den derzeitigen Höchstpreisen von rund 2,70 Euro pro Liter Sprit aus, könne der Preis vereinzelt auch die Drei-Euro-Grenze überschreiten, berichtet der SWR.

Spritsparen nach Tankrabatt-Aus: Wer zur richtigen Zeit tankt, zahlt weniger

Erst vor wenigen Wochen hatte der ADAC sämtliche Preisbewegungen an den gut 14.000 Tankstellen in Deutschland verfolgt. Das Ziel: Herauszufinden, wann Autofahrer am günstigsten tanken.

Die Analyse zeigt, dass Kraftstoffe morgens am teuersten sind, aber es auch im Tagesverlauf immer wieder Preisspitzen gibt. Am günstigsten tankt man zwischen 18 und 19 Uhr oder im Zeitfenster 20 und 21 Uhr, berichtet der ADAC.

Wer somit zum richtigen Zeitpunkt tankt und zusätzlich noch andere Tipps zum Spritsparen beherzigt, kann sich zumindest etwas vor den teuren Kraftstoffpreisen schützen. Wer etwa sein Auto richtig ausräumt, zahlt rund 100 Euro weniger Sprit.

Und wieder ein anderer Tipp besagt, dass der richtige Reifendruck ebenso spritsparendes Fahren begünstigt. Und dem könnte in Zukunft eine sehr wichtige Bedeutung zukommen, wie die SWR-Analyse zeigt.

Rohölkurs bestimmt nicht länger die Spritpreise – neue Faktoren kommen dazu

Denn die Daten im SWR-Tank-Monitor zeigen klar, dass die Spritpreise sich nicht mehr synchron zum Rohölkurs entwickeln, wie es vor Beginn der Kämpfe in der Ukraine war. Die SWR-Grafik zeigt deutlich, dass sich der durchschnittliche Rohölpreis seit Mitte Juni immer weiter von der Spritpreis-Kurve entfernt hat. Der ADAC vermutet, dass primär in den letzten Wochen weitere Faktoren die Spritpreis-Bildung beeinflusst haben.

Da ist zum einen die gestiegene Sprit-Nachfrage in Deutschland, nachdem klar ist, dass der Tankrabatt zum 31. August ausläuft. Zum anderen soll aber auch der Wechselkurs von Dollar (Ölpreis) auf Euro eine Rolle spielen, berichtet der ADAC.

Fakt ist, dass die Preise für Benzin und Diesel immer schwerer vorherzusagen sein werden. Als sicher gilt jedoch, dass die Verbraucher-Preise ansteigen werden, wenn der Tankrabatt im August endet.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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