Benzin und Diesel nun billiger

Tankrabatt kommt am 1. Juni: Eine Autofahrer-Gruppe profitiert besonders

Um Autofahrer zu entlasten will die Bundesregierung die Energiesteuer im Rahmen eines Entlastungspakets senken. Das bedeutet die Maßnahme für Autofahrer.

NRW – Beim Blick auf die Spritpreise an den Tankstellen ist dem ein oder anderen Autofahrer in den vergangenen Wochen wohl schwindelig geworden. Dank Tankrabatten per Kreditkarten bekamen einige Autofahrer Benzin und Diesel zwar etwas billiger – jetzt hat die Bundesregierung mit dem „Entlastungspaket 2“ neue Maßnahmen ergriffen, die das Leben von Verbrauchern, unter anderem Autofahrern, vereinfachen soll – das stößt allerdings mitunter auf Kritik.

Kanzler der BundesregierungOlaf Scholz
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Tankrabatt ab Juni 2022: Bundesregierung senkt im „Entlastungspaket 2“ die Energiesteuer

Mitte März hatten sich die Preise für Benzin und Diesel noch überschlagen. Dem ADAC zufolge kostete SuperE10-Kraftstoff am 14. März bundesweit durchschnittlich 2,203 Euro pro Liter, am 10. März lag der Dieselpreis sogar bei 2,321 Euro pro Liter.

Obwohl die Preise für Benzin und Diesel im April und Mai wieder leicht gesunken sind, hat die Ampel-Koalition nun einen zeitlich begrenzten Tankrabatt im Rahmen des „Entlastungspakets 2“ verabschiedet. Das kostet die Bundesregierung laut eigener Angabe mehr als 30 Milliarden Euro (Mehr zu Auto und Verkehr auf RUHR24).

Doch wie sieht die Entlastung konkret aus? Der Tankrabatt im Entlastungspaket sieht vor, die Energiesteuer, die den Spritpreis neben der Mehrwertsteuer, der CO2-Steuer, einem Deckungsbetrag und dem Produktpreis ausmacht, auf ein europäisches Mindestmaß abzusenken. Diese Energiesteuer wird mit einem festen Anteil und nicht prozentual erhoben.

Tankrabatt: Von Juni bis August zahlen Autofahrer weniger für Sprit

Um vor allem Pendlern entgegenzukommen, beläuft sich die Entlastung für Benzin auf knapp 30 Cent pro Liter, beim Diesel sind es 14 Cent pro Liter. Die Regelung gilt von Juni bis August dieses Jahres.

Im Entlastungspaket sind weitere Maßnahmen enthalten, die Verbraucher in diesen schwierigen Zeiten unter die Arme greifen sollen. Dazu zählen beispielsweise das 9-Euro-Ticket für Pendler oder eine Energiepreispauschale für alle einkommenssteuerpflichtigen Erwerbstätigen.

Tankrabatt: Auswirkungen der Absenkung der Energiesteuer umstritten

Eine Sorge von Kritikern der temporären Energiesteuer-Senkung bezieht sich auf die Mineralölkonzerne. Diese könnten wegen der staatlichen Hilfen keinen Grund sehen, die Preise für die Verbraucher wieder zu senken und somit die wahren Profiteure der Maßnahme sein.

Durch den fehlenden Wettbewerbsdruck würden die Steuersenkungen so beim Verbraucher im schlimmsten Fall nur zum Teil ankommen. Um das zu verhindern, hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck laut Merkur die Befugnisse des Bundeskartellamts bereits in der Vergangenheit erheblich ausgeweitet, um die Konzerne besser überwachen zu können.

Tanken wird durch seine Steuersenkung zeitweilig billiger.

Tankrabatt: Deutsche Umwelthilfe kritisiert Maßnahme

Ob die Senkung der Energiesteuer wirklich den Pendlern zugutekommt, ist ebenfalls fraglich. Schließlich werden voraussichtlich Urlauber in der Zeit von Juni bis August vom Tankrabatt profitieren. Umweltschützer bezeichneten die Maßnahmen gegen die Krise sogar als „mangelhaft und teils sogar kontraproduktiv.“

Wie merkur.de berichtet, kritisiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH), dass der Spritverbrauch und damit die Abhängigkeit zu Russland durch den Tankrabatt noch weiter angeheizt werde. Dadurch, dass Öl und Gas durch das Maßnahmenpaket nicht eingespart, sondern der Kraftstoff-Verbrauch zum Teil staatlich subventioniert werde, könne man demnach „nur noch von einem staatlich geförderten Schaurasen gegen den Klimaschutz und für die Finanzierung der russischen Regierung sprechen“, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Mit Material der dpa und AFP

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