Was Autofahrer beachten sollten

Tankrabatt: Sprit könnte sogar teurer statt günstiger werden

Die Vorfreude dürfte bei Autofahrern groß sein: Der Tankrabatt kommt! Doch einige Experten trüben die Stimmung. Sie befürchten sogar steigende Preise.

Dortmund – Hach, es könnte eigentlich so schön sein. Die Bundesregierung beschließt den Tankrabatt und die Preise an den Tankstellen führen ausnahmsweise mal nicht zu Wutausbrüchen. Doch so einfach ist es dann wohl doch nicht. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) befürchtet einen Preisanstieg trotz oder gerade wegen des Rabatts.

MaßnahmeTankrabatt
Zeitraum1. Juni bis 31. August
Höhe des RabattsBenzin wird rund 35 Cent und Diesel rund 17 Cent günstiger

Tankrabatt ab Juni: Robert Habeck befürchtet steigende Spritpreise trotz Rabatt an den Zapfsäulen

Habeck beschreibt das paradoxe Szenario so: Wenn alle am 1. Juni zur Tankstelle fahren und auf den beschlossenen Tankrabatt setzen, sei die Nachfrage noch viel größer. Dadurch würde das Benzin ein noch kostbareres Gut werden. So könnte der Preis für den Treibstoff wieder ansteigen – obwohl er zuvor gesenkt wurde, erklärt der Wirtschaftsminister gegenüber NTV.

Doch wenn ab Mittwoch (1. Juni) die Energiesteuer auf Kraftstoffe gesenkt wird und die Preise aufgrund des Marktgeschehens zwar zunächst nach oben steigen, sollte es sich dann „auch wieder beruhigen“, sagt Habeck vorher. Doch der eventuelle Run auf die Tankstellen könnte nicht nur steigende Preise hervorrufen – der ADAC warnt vor einem weiteren Problem.

ADAC zum Tankrabatt im Juni: Einige Tankstellen könnten besonders überrannt werden

Denn der Allgemeine Deutsche Automobil-Club berichtet darüber, dass Tankstellen bereits lange Warteschlangen und sogar Engpässe an den Zapfsäulen befürchten würden. Denn wenn das Benzin bis zu 35 Cent und Diesel bis zu 17 Cent günstiger pro Liter wird, könnte der Ansturm groß sein (mehr News zu Auto und Verkehr bei RUHR24).

Es sei nicht unwahrscheinlich, dass einige Autofahrer und Autofahrerinnen jetzt am Ende des Monats Mai nicht mehr zur Tankstelle fahren und lieber den Start des Tankrabatts abwarten würden. Zusätzlich könnten Tankstellen in grenznahen Gebieten besonders belastet sein. Denn laut ADAC dürfte das Tanken in Deutschland dann günstiger als beispielsweise in den Niederlanden, Belgien, der Schweiz oder auch Dänemark sein.

Kommt der Tankrabatt wirklich bei Autofahrern an? Ölkonzerne entscheiden

Zudem gibt eine ADAC-Sprecherin gegenüber RTL zu bedenken, dass Kraftstoff, der an den Tankstellen noch vorrätig sei, wohl noch zum teureren Preis abgegeben werden könnte. Denn der Steuerabzug werde an der Raffinerie stattfinden. Alles, was bis zum 31. Mai eingekauft wurde, ist noch teurer.

Ein weiteres Problem: Die Ölkonzerne sind laut Bild-Zeitung nicht dazu verpflichtet, die geringeren Steuern auch an die Autofahrer und Autofahrerinnen weiterzugeben. Theoretisch könnten sie sich einen Teil der Vergünstigung selbst einstecken. Laut ADAC würden letztendlich die Ölkonzerne entscheiden, wie viel Verbraucher und Verbraucherinnen beim Tankrabatt sparen werden.

Die Bundesregierung beschließt das Entlastungspaket 2022 und will mit einem Tankrabatt bei Benzin und Diesel die hohen Kosten beim Spritpreis für Autofahrer abmildern. (Symboldbild)

Tankrabatt: Nicht mit leerem Tank zur Tankstelle und auf günstige Preise hoffen

Was können Autofahrer und Autofahrerinnen also tun, um nicht in die Preisfalle des Tankrabatts zu tappen? Der ADAC empfiehlt, ausreichend Kraftstoff im Tank vorrätig zu haben. So kann der Ansturm auf die Tankstellen am 1. Juni gegebenenfalls umfahren werden.

Auch der Chef der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Schuldzinski, riet: „Weil am 1. Juni Engpässe drohen, sollte niemand seinen Tank davor fast komplett leerfahren.“ Wer hingegen Anfang Juni mit leerem Tank zur Tankstelle fährt, muss mit Schlangen, Wartezeiten und Engpässen rechnen.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago; Fotostand/K.Schmitt/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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