ADAC gibt Prognose ab

Spritpreise gestiegen: Warum Tanken seit Neujahr mehr kostet

Tanken war 2020 fast durchgehend sehr günstig. Das könnte sich nach Silvester ändern. Warum man vorher ruhig noch einmal volltanken sollte.

Deutschland - Wegen der Corona-Krise ist die Nachfrage nach Erdöl in diesem Jahr gesunken. Die Dieselpreise gingen infolge dessen fast auf einen Euro runter, Benzin lag zwischenzeitlich bei 1,15 Euro für einen Liter. Doch mit den günstigen Spritpreisen könnte es schon bald wieder vorbei sein.

VereinAllgemeine Deutsche Automobil-Club e. V., ADAC
Mitglieder21.205.353 (Ende 2019)
Umsatz215 Millionen EUR

Günstig Tanken: Warum die Spritpreise sich nach Silvester 2020 wieder ändern

Noch sind die Preise recht niedrig, wie MDR Jump berichtet. Denn über die Feiertage und zwischen den Jahren verzichten viele weiterhin auf Reisen und müssen demnach auch nicht tanken. Laut dem ADAC war 2020 sogar das günstigste Tankjahr für Autofahrer seit langem.

Allerdings gehen die Spritpreise laut dem Automobil-Club ab Anfang 2021 schon wieder spürbar nach oben. Und das hat gleich mehrere Gründe.

Spritpreise nach Silvester 2020: Darum wird Tanken teurer

Zum einen läuft die seit Juli gültige Absenkung der Mehrwertsteuer aus. Damit wollte die Bundesregierung während der Corona-Krise die Konjunktur ankurbeln. Obwohl die Tankstellen die Senkung nicht komplett an ihre Kunden weitergegeben haben, ist der Spritpreis um ein paar Cent pro Liter gesunken. Benzin und Diesel könnten dementsprechend schnell wieder teurer werden. Darüber berichtet auch wa.de.*

Außerdem wird ab Januar ein Preis für CO2-Emissionen erhoben. Das bedeutet im Klartext: Pro Tonne CO2 die beim Verbrennen von Diesel, Benzin oder Heizöl entsteht, zahlen die Unternehmen 25 Euro an den Staat. Mit dem Geld sollen beispielsweise Klimaschutz-Maßnahmen finanziert werden. Und das wird auch beim Tanken für Kunden spürbar.

Tanken wird nach Silvester 2020 teuer - doch nicht nur die Spritpreise werden erhöht

Der ADAC rechnet beim Diesel mit einer Erhöhung von 11 Cent pro Liter. Benzin könnte etwa 10 Cent pro Liter teurer werden. Alleine die CO2-Emissionen machen dabei zwischen 7 und 8 Cent bei den Spritpreisen aus.

Tanken ist allerdings nicht der einzige Kostenfaktor für Autofahrer, der sich erhöht. Auch die Kfz-Steuer für Pkw mit sehr hohem Spritverbrauch steigt 2021, wie die Deutsche Presse-Agentur mitteilt.

Die neue Regel betrifft vor allem SUV und Sportwagen, die ab dem neuen Jahr zugelassen werden. Für bereits zugelassene Autos bleibt die Steuer wie bisher. Die Maßnahme ist ebenfalls Teil des Klimapakets, das im Oktober vom Bundesrat beschlossen wurde.

Nicht nur Nachteile: Dank Corona könnten manche Autofahrer jetzt richtig Geld sparen

Auch wenn das Tanken teurer wird, können Autofahrer an anderen Stellen durchaus profitieren. Etwa bei der Kasko-Versicherung und der Haftpflicht. Denn die werden danach berechnet, wie viele Kilometer ein Auto im Jahr zurücklegt. Vielfahrer zahlen also deutlich mehr, weil bei ihnen das Risiko eines Unfalls höher ist.

Ausgangsbeschränkungen, Homeoffice und abgesagte Reisen haben in der Corona-Pandemie aber dazu geführt, dass die Autos öfter standen als sonst. Deshalb sollten Autofahrer in ihrem Versicherungsvertrag nachsehen, welche durchschnittliche Kilometerleistung eingetragen wurde (alle aktuellen News zu Corona in NRW auf RUHR24.de).

Benzin und Diesel werden ab 2021 an den deutschen Tankstellen teurer. (Symbolfoto)

Versicherungen wie die HUK Coburg oder Allianz haben bereits im Frühjahr angedeutet, dass sie ihren Kunden am Jahresende eine Erstattung überweisen wollen. Die meisten Versicherungen wollen das aber erst am Jahresende entscheiden. Daher sollten Autofahrer sich spätestens jetzt melden, wenn die Kilometerleistung 2020 deutlich gesunken ist. *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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