Spritpreise steigen

Günstig Tanken: Zu diesen Uhrzeiten sind Diesel und Benzin aktuell am billigsten

Zum Jahreswechsel haben die Spritpreise in Deutschland ordentlich angezogen. Wir verraten, wann man Diesel und Super trotzdem noch halbwegs günstig tanken kann.

NRW/Deutschland – Im vergangenen Jahr lagen die Benzinpreise noch bei durchschnittlich 1,20 Euro pro Liter. Wegen einer höheren CO2-Steuer sind die Preise fürs Tanken zum Jahreswechsel 2020/2021 aber deutlich gestiegen. Mittlerweile zahlt man nicht selten 1,55 Euro für einen Liter Benzin oder 1,32 Euro für einen Liter Diesel. Die Preise sind so hoch wie noch nie. Und es wird immer schwieriger, die passende Uhrzeit für günstige Preise zu finden.

UnternehmenADAC
Gründer24. Mai 1903, Stuttgart
Umsatz215 Millionen Euro

Benzinpreise werden immer teurer: Höhere CO2-Steuer zum 1. Januar 2021 ist schuld

Angesichts der steigenden Spritpreise fragen sich immer mehr Autofahrer, ob die Preise für Super und Diesel wieder sinken werden. Die Antwort darauf lautet ganz klar: nein. Wesentlich wahrscheinlicher ist hingegen, dass die Preise für Diesel und Super in Deutschland weiter steigen. Aber warum? Grund dafür ist der Klimaschutz. Seit dem 1. Januar 2021 gilt auch für Autos mit besonders hohem Spritverbrauch eine höhere Kfz-Steuer. Betroffen sind vor allem SUVs und Sportwagen.

Trotz hoher Spritpreise für Super und Diesel: Deutsche wollen künftig nicht auf ihr Auto verzichten

Die höheren Preise für Sprit und Spritfresser sollen ein Anreiz dafür sein, auf sparsamere Autos umzusteigen oder besser noch: Das Auto gar nicht mehr zu nutzen. Dass Letzteres eintreffen wird, gilt aktuell aber wohl eher als unwahrscheinlich. Einer Studie der HUK-Coburg aus dem vergangenen Februar zufolge, bei der 4000 Personen über 16 Jahren teilnahmen, wollen die meisten Deutschen auch in Zukunft nicht aufs Auto verzichten.

73 Prozent der Befragten gaben an, dass ein Auto ihre Ansprüche am besten erfüllen würde. 69 Prozent bezeichneten das Auto gar als „ideales Fortbewegungsmittel“. Die Bahn bekam in beiden Kategorien nur schwache 16 Prozent. Grund dafür seien die hohen Preise im Zugverkehr.

Spritpreise unterliegen in Deutschland starken Schwankungen - ADAC teilt neue Studie

Die Deutschen wollen also trotz steigender Spritpreise nicht aufs Autofahren verzichten. Immerhin: Wer zur richtigen Zeit tankt, kann etwas sparen. Allerdings sind die täglichen Preisschwankungen längst nicht mehr so stabil, wie eine aktuelle Erhebung des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) zeigt.

Die Spritpreise an den deutschen Tankstellen ändern sich aktuell so schnell wie noch nie. Mit den Preissprüngen wollen die Mineralölkonzerne ihren Gewinn ankurbeln. Dadurch wird es jedoch für Autofahrer immer schwieriger, den passenden Moment zum Tanken zu finden.

Spritpreise sind abends weiterhin am günstigsten und morgens am teuersten

Der ADAC hat im Mai sämtliche Preisbewegungen an den rund 14.000 Tankstellen in Deutschland verglichen und dabei herausgefunden: Die Preise variieren tagsüber zwar extrem, am günstigsten bleibt es aber in den Abendstunden. Das war auch schon in den Vorjahren so, weshalb die Tankstellen nach Feierabend meist am vollsten sind.

Am teuersten ist der Sprit laut ADAC in den Morgenstunden: Nachdem die Preise für Benzin und Super nachts weitgehend stabil bleiben, steigen sie ab circa 6 Uhr deutlich an und erreichen um 7 Uhr, also pünktlich zum Berufsverkehr, ihren Höhepunkt. Kurz danach sinkt der Preis wieder, steigt allerdings um 9 Uhr wieder spürbar an.

Nachts bleiben die Spritpreise konstant – das Tanken wird erst im Berufsverkehr richtig teuer

Im weiteren Tagesverlauf erreichen die Spritpreise schließlich weitere Höhepunkte: um 10 Uhr, 13 Uhr, 16 Uhr, vor 18 Uhr, vor 20 Uhr und ab 22 Uhr. Danach erreichen die Preise ihr Nachtniveau und fallen oder steigen für Stunden nicht mehr.

Im Mai regelmäßig am niedrigsten waren die Spritpreise zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr – beides Zeiträume, in denen auf den Straßen weniger los ist. Berufsverkehr bedeutet also ganz klar höhere Preise.

Zum Berufsverkehr sind die Spritpreise an den deutschen Autobahnen besonders hoch.

Diesel-Fahrer sparen abends etwas weniger beim Tanken als Benzin-Fahrer

Am meisten sparen können übrigens Autofahrer mit einem Benziner. Die Differenz zwischen dem teuersten Zeitpunkt (morgens um 7 Uhr) und dem günstigsten Zeitraum (18 bis 19 Uhr oder zwischen 20 und 22 Uhr) betrug hier fast sieben Cent je Liter. Bei einer kompletten Tankfüllung läge die Ersparnis bei ungefähr 3,50 Euro.

Beim Diesel sind die Preisschwankungen zwischen morgens und abends nicht ganz so stark ausgeprägt, weshalb die Ersparnis bei „nur“ rund 6,50 Cent pro Liter liegt.

ADAC-Studie gibt Aufschluss: Werden die Spritpreise in Deutschland wirklich immer unübersichtlicher?

Seit Jahren gibt es an den deutschen Tankstellen immer häufiger sogenannte „Preisspitzen“ im Tagesverlauf. In diesem Jahr ist im Vergleich zum Vorjahr aber noch eine weitere dazu gekommen, weshalb es aktuell sieben Höchstpreise beim Sprit zu beobachten gibt.

Die einzelnen Zeiten für die Höchstpreise haben sich zu 2020 leicht verändert. Dadurch soll Raum für die „Durchschnittspreisspitze“, die sich aus allen Höchstwerten bildet, geschaffen werden. Autofahrer bekommen dadurch allerdings schnell den Eindruck, dass die Preise unübersichtlicher werden. Doch der ADAC versichert: Die Tagesverlaufskurve bleibt weiterhin eine „verlässliche Orientierung“.

Apps können helfen, die Tankstellen mit den günstigsten Spritpreisen zu finden

Fakt ist aber auch: Nicht immer kann man sich aussuchen, wann man tanken möchte. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn man unerwartet eine längere Strecke fahren muss oder auf dem Weg in den Urlaub ist. In solchen Fällen empfiehlt es sich, eine App herunterzuladen, die sämtliche Spritpreise in Echtzeit vergleicht.

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