Zum Tanken über die Grenze: Spritpreise in Deutschland deutlich höher als in Holland

Die Spritpreise ziehen weiter an. Schuld sind die niedriger Pegelstände im Rhein. Foto: dpa
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Die Spritpreise ziehen weiter an. Schuld sind die niedriger Pegelstände im Rhein. Foto: dpa

Früher kamen Autofahrer aus Holland nach Deutschland zum tanken. Heute liegen die Spritpreise in Holland bis zu zehn Cent niedriger als in Deutschland.

Früher kamen Autofahrer aus Holland gerne nach Deutschland zum Tanken. Weil es billiger war. Zurzeit läuft der Tanktourismus genau gegenläufig - denn in Holland liegen die Spritpreise bis zu zehn Cent unter denen in Deutschland.

Was auf der anderen Seite der Grenze billiger ist, wird gerade in Grenzregionen einfach "drüben" gekauft. Vor allem getankt wird immer da, wo es sich gerade am meisten lohnt. Und zurzeit lohnt es sich, einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen, und den Tank in Holland, statt in Deutschland zu befüllen.

Niedrigwasser im Rhein führt zu Engpässen beim Benzin

Schuld ist mal wieder die Dürre, die in diesem Jahr den Sommer und auch Teile des Herbsts fest im Griff hatte. Dadurch sank der Pegel des Rheins auf ein rekordverdächtiges Tief. Das hat wiederum zur Folge, dass Tanklaster den Wasserweg nicht voll beladen befahren können - Benzinlieferungen für Städte, die sonst über den Rhein kommen, fallen derzeit spärlicher als sonst aus.

Gegenüber der WDR Lokalzeit Düsseldorf betont Stephan Zieger vom Verband freier Tankstellen aber noch einmal, dass es keine allgemeine Knappheit auf dem Benzinmarkt gibt. "Es herrscht eine Knappheit an Transportmitteln", so Zieger. Tankwagen kämen einfach nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort an.

Das logistische Problem, was sich dadurch ergibt, sei in kleineren Ländern einfacher zu lösen als in großen. Das also zur Erklärung, warum in manchen Ländern die Spritpreise derzeit steigen, in anderen aber nicht.

In Deutschland knapp, in den Benelux-Ländern nicht

An vielen Tankstellen in Deutschland wurde der Sprit deswegen knapp. Mancherorts liefen Tankstellen sogar schon trocken. Der Sprit wird also nicht nur teurer, an den Zapfsäulen ist hin und wieder einfach gar nichts zu holen.

Länder, die näher an der Mündung des Rheins in die Nordsee liegen, haben mit dem Niedrigwasser des Flusses weniger Probleme. Der Rhein mündet nahe Rotterdam/Niederlande ins Meer.

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Tankstellen der Niederlande haben so zum einen weniger mit Lieferengpässen zu kämpfen. Zum anderen wurde weniger an der Stellschraube der Spritpreise gedreht, wie es in Deutschland zurzeit der Fall ist. Während man in Deutschland mitunter 1,45 Euro oder mehr für einen Liter Diesel zahlen muss, kann es sein, dass im nur wenige Kilometer entfernten Holland ein Liter nur bei 1,32 Euro liegt.

Und so floriert er wieder, der Tanktourismus. Nur kommen diesmal die deutschen Autofahrer nach Holland. Diese müssen künftig übrigens mit einem flächendeckenden Tempolimit auf den Autobahnen rechnen. Das kündigte die Regierung unter Mark Rütte an. Geplant ist ein Limit bei Tempo 100.