Schadstoffe im Japan-Gericht

Gefahr bei Sushi: Bundesamt warnt vor bedenklichen Gesundheitsrisiken

Achtung Sushi-Fans: Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit warnt in einigen Fällen vor dem Verzehr – und dabei geht es nicht um rohen Fisch.

  • Sushi wird immer beliebter und gilt als gesund.
  • Aufgrund des meist enthaltenen, rohen Fischs in den Rollen, genießen viele es dennoch mit Vorsicht.
  • Jetzt warnt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit allerdings vor einer anderen Zutat.

NRW - Das japanische Sushi gilt in Maßen als sehr gesund. Die Bestandteile Reis, Fisch und Gemüse machen die Rollen auf den ersten Blick quasi zu einem Superfood. Allerdings kann die japanische Spezialität auch schädlich für die Gesundheit sein. 

Schadstoffe im Sushi: Nicht der rohe Fisch ist das Problem

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt jetzt sogar vor dem Verzehr der beliebten Rollen. Doch es ist nicht der rohe Fisch, der in schlimmen Fällen eine Salmonellen-Infektion hervorrufen kann, welcher dem Ministerium Sorge bereitet.

Behörde:

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Hauptsitz:

Braunschweig, Niedersachsen

Gründung

2002

Staatliche Ebene:

Bund

Behördenleitung

Friedel Cramer, Präsident

Dachorganisation

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Stattdessen sind beim Sushi die sogenannten Nori, also die tiefgrünen Algenblätter, die meist den Reis ummanteln, potenziell gesundheitsschädigend. Doch Nori kommt nicht nur bei Sushi zum Einsatz: In Salat, Suppen, Gemüsegerichten werden sie als Nahrungsergänzung verwertet. Und man kann sie sogar pur snacken (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de). 

Ministerium warnt: Nori am Sushi kann gesundheitsgefährdend sein

Bekannte Algensorten, die auch für Sushi verwendet werden, sind beispielsweise die Braunalgen Wakame und Kombu oder die Rotalge Nori, deren Blätter in den meisten Fällen als Umhüllung der Sushi-Rollen aus Reis, Fisch und Gemüse dienen. Doch das BVL teilt mit, dass einige Meeresalgen dazu neigen Schadstoffe wie Schwermetalle und andere Verunreinigungen aus der Umwelt aufnehmen.

Bereits 2018 wurden 165 Proben von getrockneten Meeresalgen, also die gleiche Form, die auch die bekannten Nori-Blätter haben, auf chemische Elemente untersucht. Das erschreckende Ergebnis: Besonders Blei, Aluminium, Arsen und Cadmium traten in hohen Konzentrationen auf. Die gesetzlichen Höchstwerte wurden unter anderem beim Schwermetall Cadmium überschritten.

Sogenannte Nigiri sind eine Sorte von Sushi, die weitestgehend ohne Nori-Blätter auskommen.

Schwermetall in Nori gefunden: Darum ist Sushi eventuell schädlich für die Gesundheit

Neben diesen potenziell giftigen chemischen Elementen wurden auch Spurenelemente wie Jod, Zink, Selen, Mangan oder Kupfer in den Nori-Blättern untersucht. Diese sind in geringen Mengen förderlich für die Gesundheit, teilweise sogar notwendig. Allerdings können diese Elemente bei übermäßiger Aufnahme, etwa durch häufigen Verzehr von Sushi, auch negative gesundheitliche Auswirkungen haben.

Beispielsweise Jod ist zwar für den Aufbau von Schilddrüsenhormonen unentbehrlich. Ein Überschuss davon kann allerdings sowohl zu einer Unter- als auch Überfunktion der Schilddrüse führen. Als maximale Zufuhr werden etwa 0,5 Milligramm Jod pro Tag empfohlen, wobei ein gefährliches Übermaß bei Algen oder Nori bei mehr als 20 Milligramm Jod pro Kilogramm besteht.

Sushi: Nori enthält meist viel Jod - nicht alle Hersteller weisen darauf hin

Eigentlich ist bei Produkten, die diesen Wert übersteigen ein Warnhinweis vorgesehen, der auf die möglichen Folgen für die Gesundheit verweist sowie die maximale Verzehrmenge pro Tag angibt. Bei acht Prozent der untersuchten Nori-Blätter, lag so ein Hinweis für den Verbraucher allerdings nicht vor.

Der BVL ist deswegen der Meinung, dass die Algenblätter für Sushi nach allgemeinen Vorschriften des Lebensmittelrechts so nicht in den Verkauf gelangen dürften. Allerdings führt die Feststellung eines stark erhöhten Jodgehalts bei Lebensmitteln dazu, dass öffentliche Produktrückrufe oder Verbraucherwarnungen ausgesprochen werden.

Jod in Nori: So kann man trotzdem Sushi genießen

Was die gefundenen Jod-Werte nun für den Konsum von Sushi bedeuten - dazu spricht das BVL bisher keine Empfehlung aus. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann aber auf Sushi zurückgreifen, welches ohne Nori auskommt. Beispielsweise Nigiri oder California Rolls werden häufig auch komplett ohne Alge angeboten.

Sushi ist nicht das einzige Lebensmittel, welches eigentlich als gesund gilt, aber im schlimmsten Fall krank machen kann: Auch gefrorene Beeren sind häufig mit Krankheitserregern wie Keimen und Viren belastet. Die Früchte vor dem Verzehr aufzutauen, reicht leider nicht aus, um ein Gesundheitsrisiko auszuschließen.

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