Wichtige Kundeninformation

Mehl-Rückruf wegen krankmachender Bakterien – Bundesamt spezifiziert Warnung

Mehl ist neben Zucker die wichtigste Zutat beim Plätzchen backen. Ausgerechnet kurz vor Weihnachten gibt es einen Rückruf.

Dortmund – „In der Weihnachtsbäckerei, gibt es manche Leckerei. Zwischen Mehl und Milch...“ Wer dieses Lied von Rolf Zuckowski aktuell in Dauerschleife hört und dabei ein Plätzchen-Rezept nach dem anderen macht, sollte sich den Spaß jetzt nicht verderben lassen, aber zumindest bei den Zutaten genau hinschauen. Denn Mehl ist von einem Rückruf betroffen.

Mehl-Rückruf wegen krankmachenden Bakterien – E.coli in Weizenmehl

Die C. F. Rolle Mühle GmbH informierte am Donnerstag (15. Dezember), dass in einem ihrer Produkte sogenannte Verotoxin-bildende (VTEC) Bakterien gefunden wurden. Die Keime zählen neben STEC-Bakterien (Shiga-Toxin bildende E. coli) zu den krankmachenden Varianten der Kolibakterien (Escherichia coli, kurz: E.coli).

Das Unternehmen mit Sitz im sächsischen Waldkirchen gibt folgende Details zu dem Mehl-Rückruf bekannt und bittet die Verbraucher, die Warnung unbedingt ernst zu nehmen:

  • Produkt: Sachsenmehl Weizenauszugsmehl, Typ 550
  • Inhalt: 1 Kilogramm
  • Haltbarkeit: 07.08.2024
  • Produktionsdatum: 03.08.2022
  • Chargennummer/Los-Kennzeichnung: 24276
  • EAN: 813425000308
Dieses Mehl ist aktuell von einem Rückruf betroffen. Es wurde in vier Bundesländern verkauft.

Rückruf von Mehl wegen E.Coli-Bakterien: Bundesamt schränkt Warnung ein

Immerhin: In den Regalen der Supermärkte und Discounter soll sich laut Angaben der Rolle Mühle GmbH derzeit kein Mehl mehr befinden, das von dem Rückruf betroffen ist. Umso wichtiger ist es, dass Kunden ihre Vorräte prüfen und nachsehen, ob sie das genannte Mehl möglicherweise in der heimischen Vorratskammer haben.

Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicher (BVL) informiert über den Rückruf und spezifiziert die Warnung noch. So soll das mit E.coli verunreinigte Mehl ausschließlich in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Thüringen verkauft worden sein. Der Hersteller selbst macht dazu keine Angaben.

Kolibakterien in Mehl können heftige Symptome von Durchfall bis Nierenversagen auslösen

Doch was ist eigentlich das Problem mit den Kolibakterien? Sowohl STEC, auch als Verotoxin-bildende E. coli (VTEC) zählen laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu den Keimen, die Giftstoffe bilden können. Bei Verzehr kann es dann zu schwerwiegenden Erkrankungen beim Menschen kommen.

Das Bundesministerium für Gesundheit nennt als mögliche Symptome einer VTEC-Infektion Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen, Fieber und Erbrechen. Beim BfR ist ebenfalls die Rede von blutigen Durchfällen oder Darmentzündungen. Außerdem warnt die Behörde vor schweren Krankheitsverläufen. Bei diesen können die Giftstoffe zu Blutarmut, Nierenschäden oder sogar Nierenversagen führen. Davon sind aber vor allem für Kleinkinder, alte Menschen oder abwehrgeschwächte Personen betroffen.

Viele VTEC-Infektionen verlaufen nämlich auch ohne Krankheitszeichen und bleiben oft unerkannt. Auch andere E.Coli-Bakterien sind für Menschen in der Regel unproblematisch, sie sind sogar natürlicher Bestandteil der menschlichen und tierischen Darmflora.

Rückruf: Krankmachende Bakterien in Mehl sind keine Seltenheit

Dass krankmachende E.coli-Bakterien in Lebensmitteln landen, ist keine Seltenheit. Laut dem BfR treten die Keime weltweit in rohen oder unzureichend erhitzten, tierischen Lebensmitteln auf. Aber auch pflanzliche Produkte können damit verunreinigt sein. Besonders häufig werden sie bei Sprossen und Mehl nachgewiesen.

Das BVL warnt daher jedes Jahr kurz vor Weihnachten vor dem Verzehr von rohem Plätzchenteig. Bei einer Untersuchung zeigte sich, dass in 22 von 242 Mehl-Proben (9,1 Prozent) sogenannte STEC-Bakterien gefunden wurden. Nascht man den rohen Teig, kann es zur Infektion mit den E.Coli-Keimen kommen. „Erst bei vollständiger Erhitzung im Backofen werden mögliche STEC-Bakterien im Mehl abgetötet“, findet Friedel Cramer, Präsident des BVL, daher mahnende Worte.

Verbraucher sollen Mehl-Rückruf ernst nehmen – das ist zu beachten

Damit wird klar: Verbraucher sollten den Mehl-Rückruf unbedingt ernst nehmen. Zwar klärt die Rolle Mühle GmbH selbst nicht über die gesundheitlichen Risiken auf, entschuldigt sich aber bei möglichen Kunden für die Unannehmlichkeiten. Außerdem werden diese gebeten, bereits gekaufte Produkte in der jeweiligen Filiale zurückzugeben. Sie bekommen den Einkaufspreis auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet.

Das Unternehmen gibt an, dass in den entsprechenden Verkaufsstätten noch bis mindestens Donnerstag (29. Dezember) per Aushang über den Rückruf informiert wird. Allerdings fehlt die Informationen, in welchen Supermärkten das Mehl verkauft wurde. Kunden sollten also beim nächsten Einkauf wachsam sein und prüfen, ob ihn ihrem Lebensmittelladen ein entsprechender Hinweis zu finden ist.

Rubriklistenbild: © CTK Photo/IMago

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