Corona-Folgen für Verbraucher

Preis-Explosion: Nach Kaffee und Bier wird das nächste Getränk teurer

Die coronabedingten Lieferengpässe betreffen zahlreiche Produkte des täglichen Bedarfs. Nach Kaffee und Tee wird auch ein weiteres beliebtes Heißgetränk teurer.

Deutschland – Aktuell zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die Pandemie auch für Verbraucher richtig teuer werden könnte. Im Supermarkt haben bereits jetzt zahlreiche Produkte höhere Preise. Die Inflation übersprang laut dpa im November 2021 erstmals seit dem Wiedervereinigungsboom vor rund 29 Jahren wieder die 5-Prozent-Marke. Die Preissteigerung betrifft viele Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Nudeln sowie Getränke wie beispielsweise Bier oder Cola. Aber auch Teeliebhaber müssen sich auf höhere Ausgaben beim täglichen Einkauf einstellen.

Tee wird wohl teurer: Branche kämpft mit den Folgen der Corona-Maßnahmen

Wie der Deutsche Tee & Kräutertee e.V. mitteilt, seien viele Rohstoffe für Tee sogar besonders stark von der coronabedingten Knappheit betroffen. Das Problem der Branche erklärt der Verband wie folgt: Die Ernten von stark saisonabhängigen Kräutern und Früchten fielen im Jahr 2020 geringer aus als sonst. Denn die Menschen in den Erzeugerländern hätten wegen der Lockdowns zum optimalen Erntezeitpunkt nicht auf die Felder gehen können.

Als Beispiel nennen die Branchenkenner die Hagebutten-Ernte in Chile oder Wildsammlungen von Brennnesseln. Maximilian Wittig, Geschäftsführer des Deutschen Tee & Kräutertee Verbands, führt an: „Für Kräuter- und Früchtetees werden über 400 Pflanzen- und Pflanzenteile verarbeitet, die teilweise nur einmal jährlich zu ganz bestimmten Zeitpunkten geerntet werden können. Ist das Zeitfenster in einem Jahr erst einmal zu, ist eine Ernte zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr möglich.“

Derzeit werden zahlreiche Produkte teurer – wohl auch Tee. (Symbolbild)

Preis für Tee könnte explodieren – Assam- und Darjeeling-Tee besonders betroffen

Die Folge dieser Entwicklung sei, dass die auf dem Weltmarkt angebotene Menge an Kräutern und Früchten sinke. Dadurch würden dann auch die Preise steigen.

Die beliebten Sorten Assam und Darjeeling könnten von der Preissteigerung besonders betroffen sein. Denn Indiens Tee-Erzeuger hatten laut Bericht des Verbandes nicht nur mit Corona, sondern auch mit einer „historischen Trockenheit“ zu kämpfen. Insgesamt stammten 33 Prozent der deutschen Schwarztee-Importe aus Assam bzw. Darjeeling.

Auswirkungen der Pandemie: Lieferketten sind weltweit gestört

Der dritte Grund für die Probleme der Tee-Branche seien die ebenfalls pandemiebedingten Störungen in den Lieferketten. So führten fehlende Container und Staus in den Häfen zu Verzögerungen und trieben auch die Kosten stetig nach oben. Gerade natürliche Rohstoffe wie Tees, Kräuter oder Früchte seien aber stark davon abhängig, dass die Lieferketten reibungslos funktionieren.

Die Logistikprobleme machen sich aktuell in den verschiedensten Branchen bemerkbar. So erwarten beispielsweise auch Kenner der Spielzeug-Branche Preissteigerungen aufgrund höherer Lieferkosten. Das Auftauchen der Corona-Variante Omikron könnte noch zu größeren Schwierigkeiten führen. Laut einem aktuellen Bericht des Handelsblattes habe der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, gewarnt: Omikron drohe die „Unterbrechungen der Versorgungskette zu verstärken“.

Rubriklistenbild: © Joel Saget/AFP

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