So könnt ihr euch wehren

Strafzettel auf Supermarkt-Parkplätzen: Tipps vom ADAC

Immer häufiger kassieren Kunden von Supermärkten Knöllchen auf dem zugehörigen Parkplatz. Der ADAC stellt nun Forderungen.
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Immer häufiger kassieren Kunden von Supermärkten Knöllchen auf dem zugehörigen Parkplatz. Der ADAC stellt nun Forderungen.

Strafzettel auf Parkplätzen von Supermärkten sind lästig. Ohne Parkscheibe hat man schlechte Karten. Der ADAC weiß aber, wie man sich wehrt.

  • Auf einigen Parkplätzen von Supermärkten werden Knöllchen verteilt.
  • In Bochum und anderen Städten in NRW ist das Problem besonders verbreitet.
  • Eine Überprüfung der Strafen durch einen Anwalt lohnt sich laut ADAC aber nicht immer.

Bochum/NRW - Gerade, wenn ein Supermarkt nahe der Innenstadt oder eines anderen Hotspots gelegen ist, muss auf dem Parkplatz immer häufiger eine Parkscheibe benutzt werden. Wenn diese vergessen wird, drohen häufig hohe Bußgelder.

Stadt

Bochum

Fläche

145,4 km²

Bürgermeister

Thomas Eiskirch

Abzocke in Bochum (NRW): Knöllchen werden auf Parkplatz vorm Supermarkt verteilt

Das Problem besteht nicht erst seit gestern: Wer keine Parkscheibe benutzt oder länger als wenige Stunden mit dem Auto auf einem Supermarkt-Parkplatz bleibt, kassiert ein Knöllchen, welches meist weit über 20 Euro beträgt.

Viele Einzelhändler setzen auf ihren Parkflächen mittlerweile auf private Unternehmen, wie "Park & Control PAC GmbH" oder "fair parken GmbH", die die immensen Bußgelder dann an den Autos verhängen. Und das oft zum großen Ärger von Kunden, die tatsächlich gerade Einkaufen, aber ihre Parkscheibe schlicht und einfach vergessen haben (mehr Ratgeber auf RUHR24.de).

Bußgeld auf Parkplatz: Kunden aus Bochum haben sich bereits erfolgreich gewehrt, ADAC gibt Tipps

In der Vergangenheit sind bereits einige Kunden aus Bochum mit einem Schreck davon gekommen, weil sie einen zeitlich passenden Kassenbon vorlegen konnten, wie WAZ berichtet. Dieses Glück hat allerdings nicht jeder. Der ADAC gibt nun Tipps, wie man mit dieser Situation umgehen sollte.

Nach eigenen Angaben erhalte der Verein regelmäßig Zuschriften von Mitgliedern aus NRW, die sich über die schlechte Lesbarkeit der Bedingungen zur Nutzung der Parkplätze, sowie Abzocke und fehlende Kulanz beschweren.

Kunden aus Bochum und NRW beschweren sich vermehrt beim ADAC darüber, dass Hinweise auf Parkplätzen nicht gut lesbar sind. 

Abzocke auf dem Parkplatz: ADAC in NRW stellt Forderungen an die Supermärkte

Deswegen fordert der ADAC in erster Linie von den jeweiligen Supermärkten und Firmen, die den Parkraum überwachen, mehr Fairness gegenüber der Kunden. "Die Höhe der Vertragsstrafe sollte sich an der Untergrenze des Bußgeldes für einen schlichten Parkverstoß orientieren, also nicht mehr als 20 Euro betragen", heißt es um Automobil-Club.

Außerdem solle der Begriff "Vertragsstrafe" auf der Beschilderung deutlicher hervorgehoben werden, um auch bei einem kurzen Blick das hohe Bußgeld zu erkennen.

ADAC: Supermärkte sollen beim Parkplatz Kulanz zeigen, Kunden in NRW können sich auch schützen

Insgesamt appelliert der ADAC für Kulanz und bittet Einzelhändler, auf die Vertragsstrafe zu verzichten: "Trifft das Überwachungspersonal beim Kontrollgang einen Kunden an, der die Parkscheibe vergessen hat, sollte vor Verhängung einer Vertragsstrafe die Gelegenheit gegeben werden, den Mangel zu beseitigen oder den Einkauf nachzuweisen", heißt es weiter.

Doch auch Autofahrer können einiges beachten, wenn sie sich entschließen einen Parkplatz zu nutzen. Zunächst rät der Autoclub dazu, genau auf mögliche Hinweisschilder zu achten und im Zweifel immer eine Parkscheibe gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe zu platzieren.

Video: ADAC warnt vor falschen Pannenhelfern

Abzocke auf dem Parkplatz in NRW: ADAC rät, im Zweifel selber zu bezahlen

Außerdem sei es laut dem ADAC ratsam, den Kassenbon bis nach dem Einkauf aufzubewahren, um bei Bedarf dokumentieren zu können, wann und wie lange der Kunde im jeweiligen Supermarkt war.

Wenn kein Kaufbeleg mehr vorhanden ist, lohnt es sich nicht immer, ein Risiko einzugehen. Gerade bei einer Vertragsstrafe von 20 bis 30 Euro können vermeintliche Prozesskosten die Höhe der Strafe weit übersteigen. 

ADAC gibt Tipps bei Abzocke auf Parkplätzen in NRW

Doch in einigen Fällen kann es sich auch lohnen, einen Anwalt nach Rat zu fragen. Allerdings ist das laut ADAC erst dann der Fall, wenn neben der Vertragsstrafe von einem Parkplatz noch unverhältnismäßig hohe Kosten für Bearbeitung, Mahnung oder gar Inkassobüro geltend gemacht werden sollen.

Zuletzt hat der ADAC mehrere Tankstellen in Deutschland getestet. Unter anderem stellte sich dabei heraus, dass die Preise für Benzin und Diesel sich zwischen NRW und anderen Bundesländern stark unterscheiden.