Entlastungen der Ampel

Strompreisbremse 2023: Ab wann Verbraucher mit Entlastungen rechnen können

Ab wann kommt die Strompreisbremse in Deutschland? Und wie profitieren Verbraucher überhaupt von der Maßnahme? Die Details im Überblick:

Berlin/Dortmund – Im Bundeskabinett sollte die Strompreisbremse 2023 am Mittwoch, dem 02. November 2022 konkretisiert werden: Ab wann soll was gelten – das sind die großen Fragen aus der Bevölkerung an die Ampel unter Kanzler Olaf Scholz (SPD).

Wann greift die Strompreisbremse? Politik nennt Starttermin

Während es in diesen Punkten inzwischen offenbar langsam Antworten aus der Politik gibt, reagiert man in der Energiebranche ungehalten auf die Pläne, denn sie sind aus Sicht der Wirtschaft kaum umsetzbar, berichtet kreiszeitung.de. Um welchen Zeitpunkt geht es?

Die Strompreisbremse 2023 ist neben der Gaspreisbremse eines der besonders herbeigesehnten Entlastungs-Instrumente für Verbraucherinnen und Verbraucher, denn Energiepreise explodieren. Unter den Strompreisbremse-Details ist vor allem die Frage nach dem Zeitpunkt der Entlastungen drängend:

Laut Ampelkoalition sollen die Hilfen im Rahmen des Strompreisdeckels ab Januar 2023 greifen. Die zur Finanzierung benötigte Abschöpfung der Zufallsgewinne von Unternehmen am Strommarkt soll derweil bereits rückwirkend zum 01. September in Kraft treten (mehr Service-News bei RUHR24).

Regierung plant Strompreisbremse ab Januar 2023 – Energiebranche sieht schwarz

Zuletzt hatte die Chefin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, Kerstin Andreae, laut DPA erklärt, am 17. November solle ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht werden. Die Strompreisbremse ist einer von vielen Punkten, die am 02. November MPK und Bundeskabinett beschäftigen. Auch bei der Gaspreisbremse wird es hinsichtlich des Zeitplans konkreter.

Kritik am Zeitplan zur Strompreisbremse Deutschland hagelt es aus der Energiebranche. Kerstin Andreae hatte der DPA zum Vorhaben der Ampel gesagt: „Das ist zeitlich völlig unrealistisch. Das Gesetz wird erst kurz vor Weihnachten in Kraft treten. Es geht nicht darum, wie bei einem Radio die Lautstärke und die Klangfarbe zu regeln. Sondern es muss eine umgebaute Stereoanlage für einen Massenmarkt mit 40 Millionen Haushalten entwickelt werden.“

Strompreisbremse ab Januar 2023 unrealistisch – es gibt noch einiges zu tun

Die Chefin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft betonte, es handle sich um ein komplexes System. Andreae erklärte, sie sei für die Entlastung, damit diese allerdings richtig ankäme, gäbe es bei der Strompreisbremse 2023 noch einiges zu tun.

Die Funktionärin merkte an, es existiere eine Vielzahl unterschiedlicher Tarife bei Millionen Kundinnen und Kunden, die richtig abgerechnet werden müssten: „Entlastung für die Menschen ist notwendig, muss aber auch umsetzbar sein, damit sie auch wirklich ankommt.“, so Andreae.

Ab wann greift die Strompreisbremse?

Strompreisbremse-Details: 40 Cent pro Kilowattstunde und Basiskontigent

Zu den Strompreisbremse-Details wurde in den vergangenen Wochen immer mehr bekannt. Die Bundesregierung plant, ab Januar 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs zu subventionieren. Geplant ist, dass dieser Bedarf für einen (Brutto-) Preis von 40 Cent pro Kilowattstunde gedeckt werden kann.

Alles, was an Verbrauch über dieses Basiskontingent hinausgeht, soll zu Markt-Preisen am Strommarkt bezahlt werden. Laut Spiegel soll es in diesem Rahmen eine Obergrenze für den subventionierten Stromverbrauch geben, wo diese liegen könnte, ist noch unklar.

Zur Finanzierung sollen unverhältnismäßige Gewinne am Strommarkt rückwirkend zum 01. September abgeschöpft werden. Viele Energieunternehmen profitieren massiv von hohen Strompreisen, auch wenn die Produktionskosten etwa bei Ökostrom oder Sonne kaum gestiegen sind. Diese sogenannten „Zufallsgewinne“ sollen teilweise abgeschöpft werden, um die Strompreisbremse 2023 zu finanzieren.

Strompreisdeckel für Privatkunden soll über Basiskontingent geregelt werden

Die geplante Strompreisbremse für Industrie, sprich Unternehmen, unterscheidet sich derweil vom vorgesehenen Strompreisdeckel für Privatkunden. Geplant ist, für die Industrie einen Mechanismus zu etablieren, bei dem etwa 70 Prozent des Vorjahresverbrauchs bei 13 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt werden.

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