Einfaches Rechenbeispiel hilft

Stromanbieter wechseln oder nicht? Erst ab bestimmter Preiserhöhung

Die Energiepreise steigen. Deswegen sollte nicht automatisch der Strom- oder Gasanbieter gewechselt werden. Ein Rechenbeispiel hilft bei der Entscheidung.

München ‒ Womit müssen Verbraucher jetzt rechnen und lohnt sich ein Umstieg auf einen anderen Energieversorger noch? Das sind dringende Fragen, die Verbraucher jetzt angesichts sinkender Temperaturen und kalter Wohnungen jetzt noch rasch für sich klären müssen. Denn die neuen Abschlagszahlungen flattern derzeit ins Haus.

Je nach Energieversorger könnten die Ausgaben höher oder niedriger ausfallen, berichtet Merkur.de. Zunächst gilt es daher, den derzeitigen Preis des aktuellen Versorgers mit dem eines anderen Energieunternehmens zu vergleichen.

Ausgaben für Strom und Gas berechnen: Beispiel für Zwei-Personen-Haushalt

Für diese Vergleichs-Rechnung nimmt man den gegenwärtigen Arbeitspreis (Verbrauch pro Kilowattstunde) mal Jahresverbrauch in kWh plus den Grundpreis des Tarifs. Dieses Ergebnis dividiert man schließlich durch die Anzahl der monatlichen Abschläge (weitere Service-News auf RUHR24).

Beispiel-Rechnung für Strom:

44 Cent x 3000 kWh (Zwei-Personen-Haushalt Gas) = 1320 Euro + 146 Euro (durchschnittlicher Grundpreis) = 1466 / 11 Abschlagszahlungen ergibt ungefähr 134 Euro.

Beispiel-Rechnung für Gas:

33 Cent x 8000 kWh (Zwei-Personen-Haushalt) = 2640 Euro + 118 Euro (durchschnittlicher Grundpreis) = 2758 Euro / 11 Abschlagszahlungen ergibt ungefähr 251 Euro.

Anmerkung: Gas: 33 Cent pro kWh* (geringer Preis), Strom: ca. 44 Cent pro kWh* (geringer Preis), Quelle: Bild.de

Wer mit Öl heizt, kann mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 15 Liter Heizöl pro Jahr und Quadratmeter rechnen, berichtete die Bild. Ein Zwei-Personen-Haushalt hätte demnach im April 1900 Euro für 1200 Liter bezahlen müssen. Immerhin: So teuer ist eine Stunde Fernsehen nicht.

Energiekosten: Das raten Verbraucherschützer den Verbrauchern

Der Tipp der Berliner Verbraucherschützerin Hasibe Dündar lautet an dieser Stelle der Bild zufolge:

Bei Gas würde ich zum Wechsel bei einer Erhöhung ab 33 Cent raten. Bei Strom würde ich vorsichtig sein, da gerade sehr viel Bewegung im Markt und die Entwicklung des Preises nicht abzuschätzen ist. Wenn Sie allerdings keine Preisgarantie haben, mehr als 44 Cent zahlen und einen günstigeren Strom-Anbieter mit eingeschränkter Preisgarantie finden, sollten Sie sich doch einen Wechsel überlegen.“

Hasibe Dündar, Energierechtsberaterin der Verbraucherzentrale Berlin
Verbraucher sollten sich genau überlegen, ob sie den Strom- oder Gasanbieter wechseln sollen.

Steffen Suttner vom Online-Portal Check24 weist darauf hin, dass zum derzeitigem Zeitpunkt das Heizen mit Heizöl noch günstiger sei als im Vergleich zum Heizen mit Gas. Es ist gegenwärtig noch unklar, „ob der Heizölpreis ähnlich stark steigt wie der Gaspreis“, wird Suttner von der Bild zitiert.

Sein Tipp für Heizölkunden: Verbraucher sollten zeitnah einkaufen, wenn sie Heizöl für den Winter benötigen. Zwar sei das Heizen mit Pellets* günstiger, dazu benötige man allerdings geeignete Öfen.

Energiekosten: Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen beachten

Wichtig für Verbraucher ist zu wissen, dass sie bei einer Preiserhöhung den Vertrag mit ihrem Versorger kündigen können. Doch vor einer Kündigung des alten Versorgers sollten sich Verbraucher beim neuen Energieversorger zusichern lassen, dass die gegebene Preisgarantie über die gesamte Vertragslaufzeit besteht. Entscheidend sei auf eine Kündigungsfrist von zwei Wochen, so die Verbraucherschützer gegenüber der Bild.

*Der durchschnittliche Pellet-Preis pro einem Kilogramm liegt laut Bild derzeit bei 76,38 Cent.

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