Lage eindeutig

Blackout in Deutschland: Bis zu 5.000 Euro Schadensersatz sind drin

Wer zahlt im Falle eines Stromausfalls, wenn Geräte kaputtgehen? RUHR24 zählt Optionen für Verbraucher auf. Die rechtliche Lage ist eindeutig.

Dortmund – In diesem Winter fürchten sich die Deutschen so sehr davor, wie nie zu vor: Ein Stromausfall kann plötzlich auftreten und langwierige Folgen mit sich tragen. Wegen der Energiekrise und den ausbleibenden Gaslieferungen aus Deutschland, sind alle dazu aufgerufen Energie zu sparen. Ist das Netz plötzlich überlastet, droht im schlimmsten Fall ein Black-out und der kann teuer werden.

Stromausfall kann teuer werden – Netzbetreiber muss im Zweifel blechen

Das Problem bei einem unvorhergesehenen Stromausfall ist ziemlich einleuchtend. Geräte, die eigentlich dringend auf Strom angewiesen sind, schalten sich schlagartig aus. Dabei können empfindliche Systeme Schaden nehmen. Doch es gibt noch mehr Probleme. Das Eisfach taut beispielsweise mit dem gesamten Vorrat auf. Wer bezahlt den entstandenen Schaden?

Viele Mieter und Hausbesitzer würden meinen, sie selbst müssten alle Folgen eines Stromausfalls aus der eigenen Tasche zahlen, doch es gibt Hoffnung. Wie t-online zuerst berichtet hat und sich auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) bezieht, muss der Netzbetreiber unter Umständen latzen (mehr Service-News bei RUHR24).

Voraussetzung ist, dass eine Netzüberspannung Schuld an den Schäden ist. Damit das sogenannte Produkthaftungsgsetz greift und elektronische Geräte gezahlt werden, muss das natürlich zunächst bewiesen werden. Es ist deshalb sehr wichtig, alle Schäden und Beobachtungen genau festzuhalten. Das alles sollte dem Netzbetreiber gemeldet werden.

5.000 Euro nach Stromausfall als Schadensersatz möglich – bestimmte Voraussetzungen

Auch ein normaler Stromausfall ohne Überlastung muss unter Umständen nicht selbst bezahlt werden. Das Zauberwort heißt hier: Netzanschlussverordnung. Anbieter müssen demnach dafür sorgen, dass der Strom zuverlässig und beständig fließt. Bei höherer Gewalt, wie einem Gewitter, wird der Betreiber nicht zur Kasse gebeten.

Doch, mit wie viel Geld können Verbraucher rechnen, wenn es zu einem entsprechenden Schadensfall kommt? Laut dem BGH liegt der Betrag bei bis zu 5.000 Euro. Es gibt jedoch ein Aber: Alle Kunden des Netzbetreibers dürfen zusammen nicht mehr als 2,5 Millionen Euro fordern.

Nach einem Stromausfall kann Schadensersatz winken.

Der Anbieter „Stromnetz Berlin“ zum Beispiel bietet für Fälle, in denen der Kunde einen Schadenersatz fordert, ein Online-Formular an. „Anhand der von Ihnen beschriebenen Situation erfolgt die Prüfung Ihrer Schadenersatzforderung. Dabei werden von uns die einschlägigen Rechtsnormen beachtet und angewandt“, heißt es.

Schadensersatz nach Stromausfall – Reglung greift nach Blitzeinschlag nicht

Voraussetzung für eine Haftung sei der sogenannte Verschuldensbeitrag – also ob die Situation aus Fahrlässigkeit und eben nicht durch zum Beispiel höhere Gewalt entstanden ist. Betroffene geben in diesem Formular ihren Namen, Adresse und Kontaktdaten an. Danach müssen sie die Situation schildern und die entstandenen Kosten angeben.

Wer sich finanziell vor Gewitterschäden schützen möchte, kann das übrigens mit einer Haushalts- oder Gebäudeversicherung tun, wie RP-Online berichtet. Es sollte jedoch auf die entsprechende Klausel geachtet werden. Besonders gefährdet sind Computer und auch Fernseher.

Um Schäden an elektronischen Geräten zu verhindern, gibt es verschieden Tipps und Tricks. Die „Verti-Versicherung“ empfiehlt auf ihrer Homepage zum Beispiel grundsätzlich, Stecker zu ziehen von Geräten, die nicht in Benutzung sind. Außerdem sollten im Zweifel Sicherungen herausgenommen werden. Auch der Einbau eines sogenannten Überspannungsschutzes kann helfen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Bihlmayer