Angesichts explodierender Energiepreise

WLAN-Router nachts ausschalten und Strom sparen – Maßnahme hat teuren Nachteil

Im Haushalt lässt sich auch bei kleineren Geräten Strom sparen. Den WLAN-Router hin und wieder auszuschalten, kann daher durchaus Sinn ergeben.

NRW – In Zeiten rasant steigender Energiepreise sind Verbraucherinnen und Verbraucher dazu angehalten, im Haushalt den Strom- und Gasverbrauch zu reduzieren. Dank eines einfachen Lifehacks kann dazu beispielsweise der WLAN-Router nachts ausgeschaltet werden.

WLANKurzform für Wireless Local Area Network (drahtloses lokales Netzwerk)
WLAN-Router/Wifi-RouterGerät in einer WLAN-Umgebung
Funktionbestimmt den nächsten Netzwerkpunkt, wohin ein Paket weitergeleitet werden soll

Im Haushalt können Verbraucher vielerorts Energie sparen – Strom- und Gaspreise steigen rasant

Die Maßnahmen, mit deren Hilfe künftig Energie eingespart werden soll, erreichen immer neue Level. Erst kürzlich hat die Bundesregierung weitere Einschränkungen angekündigt, die das Leben im privaten wie öffentlichen Raum mitunter stark beeinflussen werden.

In den eigenen vier Wänden können Verbraucher unter anderem beim Duschen, Waschen oder auch bei der Beleuchtung dafür sorgen, dass die Stromrechnung am Ende des Jahres nicht für eine böse Überraschung sorgt. Angesichts der angekündigten Gasumlage, die ab Oktober fällig wird, erscheint es durchaus erwägenswert, im Haushalt überall dort Energie zu sparen, wo dies ohne großen Aufwand möglich erscheint.

WLAN-Router kann nachts oder bei Abwesenheit ausgeschaltet werden

Wie die Kreiszeitung berichtet, besteht eine dieser Möglichkeiten darin, nachts den WLAN-Router auszuschalten. Die Geräte, die rund um die Uhr und je nach Modell unterschiedlich viel Strom verbrauchen, werden in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden selten gebraucht (mehr Lifehacks auf RUHR24).

Laut Chip bringe dies Nachteile in verschiedenen Bereichen mit sich. Zunächst sollten sich Internetnutzer der Strahlenbelastung von WLAN-Routern bewusst sein, erläutert das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Diese Strahlen könnten gesundheitliche Risiken mit sich bringen, entsprechend der Höchstwerte der spezifischen Absorptionsrate (SAR). Diese gibt an, wie viel Leistung vom menschlichen Körpergewebe aufgenommen wird.

Ausgeschalteter WLAN-Router bringt verschiedene Vor- und Nachteile mit sich

Abgesehen davon können Verbraucher je nach Zugang zum WLAN-Router auch Opfer von Cyber-Angriffen werden. Schließlich seien laut Chip mitunter auch Heimnetzwerke zum Ziel derartiger Angriffe geworden.

Ein weiterer Aspekt ist die Umweltbelastung. Je weniger Elektrosmog in der Umwelt lastet, desto geringer ist der Co2-Ausstoß. Schließlich produzierten Spielekonsolen, aber auch WLAN-Router laut dem Öko-Institut bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 13 Watt pro Stunde jeweils rund 53 Kilogramm Treibhausgasemissionen.

WLAN-Router verbrauchen im Schnitt zwischen sechs und 20 Watt pro Stunde

Stichwort Stromverbrauch: In Zeiten der Energiekrise ist dieser wohl einer der Hauptgründe, den WLAN-Router nachts oder wenn man im Urlaub ist, auszuschalten. Wie viel so ein Gerät verbraucht, hängt vom Modelltypen ab. Laut Chip verbrauchen Fritzbox, Speedport und Co. „zwischen sechs und 20 Watt pro Stunde“.

Der Stromverbrauch eines WLAN-Routers lässt sich über die folgende Formel berechnen: Stromverbrauch Router (W) x Stunden Laufzeit im Jahr (h): 1.000 x 37,14 ct/kWh : 100 = Kosten in Euro pro Jahr.

Mögliche Einsparungen variieren je nach Stromverbrauch eines Routers

Daraus ergeben sich laut der Kreiszeitung folgende Schätzwerte für die jährlichen Kosten eines Routers in Dauerbetrieb gegenüber der Jahreskosten, die auf Verbraucher bei einem nachts ausgeschalteten Gerät zukommen:

Stromverbrauch RouterJährliche KostenJährliche Kosten, wenn Router 8 h in der Nacht ausgeschaltet wird
5 Watt16,27 Euro10,84 Euro
10 Watt32,53 Euro21,68 Euro
15 Watt48,80 Euro32,53 Euro
20 Watt65,07 Euro43,38 Euro

Durch Ausschalten des WLAN-Routers kann man bis zu 22 Euro sparen – in Krisenzeiten sogar noch mehr

Beim Blick auf diese Tabelle wird deutlich, dass man durch das nächtliche Abschalten eines WLAN-Routers mitunter fünf bis 22 Euro im Jahr sparen kann. Die aktuell explodierenden Strompreise lassen diese Werte noch deutlich steigen. Schließlich kostet eine Kilowattstunde Strom laut Vergleich.de aktuell durchschnittlich rund 42 Cent (Stand: August 2022).

Allerdings gibt es neben den finanziellen Einsparungen, die ein ausgeschalteter Router mit sich bringt, laut Chip auch diverse Nachteile. Schließlich seien Verbraucher, deren IP-Anschlüsse und deren Telefonie heutzutage standardmäßig über den Router läuft, bei ausgeschaltetem Gerät nicht erreichbar.

Ausgeschalteter Router kann nächtliche Updates verhindern und die Bandbreite verringern

Ebenso könnten die oftmals nachts durchgeführten Updates nicht erfolgen, wenn der WLAN-Router ausgeschaltet ist. Wer auf die Smart-Home-Funktion nutzt, kann in diesem Fall zudem diverse technische Geräte wie beispielsweise das Amazon-Echo Alexa nicht nutzen.

Ein unangenehmer Nebeneffekt eines ausgeschalteten Routers sei auch, dass der Provider die Bandbreite herunterregeln kann. Schließlich könne dieser bei ständiger Inaktivität davon ausgehen, dass der Anschluss gestört sei.

Wer Strom sparen will, kann nachts den WLAN-Router ausschalten – Das hat aber auch Nachteile.

WLAN-Router sind für den Dauerbetrieb ausgelegt – Verschleiß droht

Auch die Gerätehaltbarkeit sei laut Chip ein Problem. Denn WLAN-Router sind für den Dauerbetrieb ausgelegt und könnten schneller verschleißen, wenn sie immer wieder ausgeschaltet werden.

Auch wenn WLAN-Router gegenüber Fernsehern, Waschmaschinen oder Kühlschränken deutlich weniger Strom verbrauchen, kann man durch zeitweiliges Ausschalten Geld sparen. Verbraucher sollten die Vor- und Nachteile abwägen und die jeweils für sich günstigsten Zeiträume definieren, in denen das Gerät zeitweise ausgeschaltet werden kann.

Rubriklistenbild: © Jochen tack/Imago

Mehr zum Thema