Perfide Masche im Umlauf

Abzocke bei Streamingdiensten in Deutschland: Anbieter locken Kunden in die Abo-Falle

Fernseher und Zuschauer mit Fernbedienung
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Vorsicht vor Streamingdiensten: Diese Anbieter locken in die Abo-Falle! (Symbolbild)

Achtung, Abzocke! Sie Verbraucherzentrale warnt aktuell vor zahlreichen Streamingdiensten, die Kunden in die Falle locken.

Deutschland – In der Pandemie-Zeit sitzen viele von uns noch häufiger vor dem Fernseher als sonst. Da auch Kinos monatelang geschlossen sind, werden Streamingdienste immer beliebter. Den Trend haben mittlerweile auch Betrüger für sich entdeckt – und locken Kunden mit vermeintlichen Angeboten in die Abo-Falle. Die Verbraucherzentrale warnt vor zahlreichen solcher dubiosen Streaming-Anbietern (mehr Warnungen und Rückrufe auf RUHR24).

deutsche Verbraucherzentralenauf Landesebene organisierte Vereine, die sich im staatlichen Auftrags dem Verbraucherschutz
Gründung2000
HauptsitzDüsseldorf

Vorsicht vor Streaming-Anbieter: Unschlagbares Angebot wird schnell zur Nullnummer

Betrügerische Streaming-Dienste erleben während des Corona-Lockdown eine regelrechte Hochsaison. Bereits im Januar meldet die Verbraucherzentrale, man habe mehr als 200 solcher Dienste den Behörden gemeldet.

Die Masche sei dabei immer die gleiche: Verbraucher würden zunächst mit einem vermeintlich kostenlosen, fünftägigen Abo gelockt. Viele Kunden scheiterten dann aber bereits bei der Registrierung. Andere schaffen es, sich zu registrieren, können aber im Anschluss trotzdem keine Serien oder Filme schauen.

Dreiste Abzocke: Streamingdienste fordern hohe Beträge

Das Fatale: Eine Rechnung flattert den Kunden der Streamingdienste dennoch ins Haus. Für die Nutzung des angeblichen „Super-Angebots“ müssen sich die Kunden zunächst unter Angabe von Adresse, E-Mail und Telefonnummer registrieren.

Auf Basis dieser Daten werden die Kosten in Rechnung gestellt. Für ein Jahresabo werden dabei zwischen 140 Euro und rund 360 Euro gefordert.

Streamingdienst-Betrug: Kunden werden mit Fake-Inkasso unter Druck gesetzt

Dabei handelt es sich um Kosten für ein Abo, das niemals genutzt werden kann. Dennoch greifen die Anbieter nach Ablauf der fünftägigen Frist zu aggressiven Mitteln, um das Geld einzutreiben. Die Verbraucher werden per Anruf oder E-Mail kontaktiert. Und nicht nur das: Die betrügerischen Anbieter setzen Kunden, die nicht zahlen wollen, richtig unter Druck.

Dabei schrecken sie auch vor gefakten Inkassoschreiben nicht zurück. Vermeintliche Inkassobüros, die eigentlich gar keine sind, sollen den zahlungsunwilligen Verbrauchern so richtig Angst machen.

Perfide Masche: Daten echter Inkassobüros werden kopiert

Perfide: Die Streaming-Anbieter hätten dazu Daten der Webseite von echten Inkassounternehmen kopiert. Recherchieren misstrauische Verbraucher danach, hat es den Anschein, als handele es sich um das echte Inkassobüro. Laut Bericht der Verbraucherzentrale häufig verwendet werden beispielsweise:

  • BGS Inkasso Ltd.
  • Collectors Partners LLP.
  • Home Inkasso Ltd.
  • Prolex Inkasso Ltd.
  • und einige mehr

Und es geht noch weiter: Um dem vorzubeugen, dass Verbraucher den Fake per Internet-Recherche aufdecken, erstellen die angeblichen Streaming-Anbieter eigene Youtube-Videos, die Seriosität vorgaukeln.

Achtung Fake: Streaming-Betrüger sind polizeibekannt – und vermehren sich trotzdem

Zwar sei das Netzwerk den Ermittlungsbehörden bereits seit 2017 bekannt, es kämen aber immer wieder neue Fake-Webseiten hinzu, erklärt die Verbraucherzentrale. Eine aktuelle Liste (Stand 30. März 2021) der mehr als 200 Streamingdienste, über die bislang Beschwerden eingegangen sind, findet man auf ihrer Webseite.

Obwohl es sich um unzählige verschiedene Anbieter handele, sähen sich die Webseiten sehr ähnlich, erklären die Verbraucherschützer. Lediglich das Logo und die URL seien stets unterschiedlich.

Falsche Streamingdienste entlarven: Das sind gemeinsame Merkmale der Fakes

Die Liste der Verbraucherschützer wird zwar laufend ergänzt, hat aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt allerdings einige Merkmale, an denen man mögliche Fake-Seiten erkennen kann.

Das ist zunächst das Impressum. So haben die Seiten dort oft einen Unternehmenssitz in Großbritannien an. Unternehmensnamen, die auf Betrügereien schließen lassen sind beispielsweise:

  • Anmama Limited,
  • CIDD Limited,
  • Safe4Media Ltd,
  • Kino Cinemas Ltd,
  • und viele mehr

Aber auch bei den Namen der angeblichen Streamingdienste selber gibt es Gemeinsamkeiten. Bei vielen steckt ein Wortteil wie „flix“, „play“ oder „stream“ im Namen – beispielsweise „24flix.de“, „bigostream.de“ oder „zumaplay.de“.

Video – Netflix: Account-Sharing soll unterbunden werden

Abofallen von Fake-Streamingdiensten: Die Opfer sind oft Jugendliche – Netflix zu teuer

Bei den Kunden, die in die Abofalle tappten, handele es sich in vielen Fällen um Jugendliche, geben die Verbraucherzentralen an. Gerade für Jugendliche ohne eigenes Einkommen erscheinen die Angebote verlockend. Schließlich sind seriöse Streamingdienste wie Amazon oder Netflix mit laufenden Kosten verbunden (mehr Infos rund um Digitales auf RUHR24).

Aber hier bekommt man wenigstens etwas für sein Geld. Außerdem haben seriöse Dienste auch immer mal wieder Angebote. So führt beispielsweise Amazon Prime Video aktuell eine neue Funktion ein, die Kunden einen echten Vorteil bietet.

Statt Netflix: Abo-Abzocke – das Wichtigste ist, sich nicht einschüchtern zu lassen

Der Rat der Verbraucherschützer für betroffene Kunden ist eindeutig: Nicht zahlen und auch nicht einschüchtern lassen. Stattdessen sollte man bei der Polizei eine Strafanzeige stellen.

Wer sich nicht sicher ist, ob es sich bei einem Anbieter um eine seriöse Seite handelt oder nicht, kann – trotz gefakter Youtube-Videos – im Internet hilfreiche Hinweise finden. Weiterführende Infos zum Thema bietet das Landeskriminalamt Niedersachsen. Alternativ kann man kann sich auch an die Verbraucherzentrale selbst wenden.