Vorsicht Abzocke!

Warnung vor Abofalle: Bei diesen dubiosen Streaming-Diensten ist Vorsicht geboten

Streaming-Dienste sind beliebter denn je. Das sorgt dafür, dass auch immer mehr unseriöse Plattformen im Netz auftauchen. Die Verbraucherzentrale schlägt jetzt Alarm und zeigt wie Verbraucher sich schützen können. 

  • Im Internet tauchen immer häufiger vermeintliche Streaming-Dienste auf, die mit kostenlosen Abos werben.
  • Bei vielen der dubiosen Anbieter taucht "flix" oder "stream" im Namen auf - sie sind kaum von seriösen Seiten zu unterscheiden. 
  • Nutzer sollten jedoch aufpassen, laut der Verbraucherzentrale handelt es sich dabei meist um eine fiese Abofalle und Betrug
Nordrhein-Westfalen - Ein fünftägiges kostenloses Abo und eine einzigartige Film- und Serienauswahl. Das Angebot der Streaming-Dienste klingt verlockend, weshalb sich viele Verbraucher registrieren. Keine gute Idee, wie die Verbraucherzentrale mitteilt.

Dubiose Streaming-Dienste werben mit kostenlosen 5-Tage-Abos

Die Masche der Betrüger ist immer die Gleiche: Die Registrierung klappt noch problemlos, das Ansehen der Filme allerdings weniger. Und schon stecken die "Kunden" mittendrin in der Abofalle.

Bei der Anmeldung müssen meistens Adressdaten, E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer angegeben werden. Für eine Registrierung per se nichts Ungewöhnliches. Eine Vertragsbestätigung bekommen dann aber die wenigsten - im Gegensatz zu einem seriösen Streaming-Dienst. Und das Streamen der Filme klappt ebenfalls nicht. 

Streaming-Dienste: Verbraucherzentrale warnt vor Abzocke mit Abofallen

Stattdessen erhalten die Verbraucher nach wenigen Tagen eine E-Mail inklusive einer Rechnung in Höhe von mehr als 300 Euro für das vermeintliche Jahresabo. Die Betreiber der dubiosen Streaming-Dienste behaupten in der E-Mail, dass die Testphase von fünf Tagen abgelaufen sei, ohne dass der Kunde gekündigt hätte. Nun wäre die Rechnung für das Jahr fällig, heißt es in dem Schreiben. 

Wer darauf nicht reagiert, hat nur wenige Tage später wieder eine E-Mail im Postfach. Diesmal eine Abmahnung. Im schlimmsten Fall sogar von einem Inkassounternehmen. Doch auch hierbei handelt es sich um falsche Inkassoschreiben und eine Betrugsmasche, um Druck auf den Betroffenen aufzubauen, wie die Verbraucherzentrale bekannt gibt. 

Anbieter der dubiosen Streaming-Dienste bauen Druck mit aggressiven Zahlungsaufforderungen auf

Betrüger lassen sich immer wieder neue Tricks einfallen, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Bei Portalen für Kleinanzeigen versuchen sie es derzeit mit einem Paypal-Trick.

Im Fall der vermeintlichen Streaming-Dienste legen die Betrüger nicht nur falsche Portale zum Streamen der Filme im Internet an, sondern auch Internetseiten für die angeblichen Inkassobüros. 

Vorsicht beim Film- und Serien-Streaming: Längst nicht alle Anbieter sind seriös.

Die Seiten sind in der Regel Kopien eines real existierenden Inkassounternehmens. Außerdem wird auf den Fake-Seiten das Aktenzeichen des echten Unternehmens verwendet. Denn das wird in Deutschland benötigt, um Forderungen einzutreiben. (Mehr Service-Artikel auf RUHR24.de)

Betrug mit Streaming-Diensten: Vorsicht vor Fake-Seiten von Inkassobüros

Vorsicht ist laut der Verbraucherzentrale unter anderem bei diesen Büros geboten: 

  • BGS Inkasso Ltd.
  • Collectors Partners LLP
  • FKGInkasso
  • Home Inkasso Ltd.
  • Leo Inkasso Ltd.
  • LTDInkasso
  • LTDInkasso
  • Prolex Inkasso Ltd.
Kommt die Zahlungsaufforderung von keinem der genannten Inkassobüros, ist es immer ratsam, auf der Internetseite nach einem Impressum zu suchen. Ebenso wie nach dem Aktenzeichen der Registrierungsbehörde. Gibt es keine Angabe, stimmt etwas nicht und es handelt sich um Betrug.

Gibt es jedoch eine Angabe und Verbraucher sind dennoch misstrauisch, kann man auf www.rechtsdienstleistungsregister.de prüfen, welchem Unternehmen das Aktenzeichen wirklich gehört.

Abzocke mit Streaming-Diensten: Was sollen Betroffene tun?

Wenn Betroffene feststellen, dass sie einer Abofalle und einer fiesen Abzocke aufgesessen sind, sollten sie von dem Druckmittel der Inkassobüros nicht verunsichern lassen. Denn diese haben keine rechtliche Grundlage, schreibt die Verbraucherzentrale, die auch einige natürliche Tipps gegen Schnecken im Garten parat hat.

Aber wie sollen sich die Verbraucher in solchen Fällen verhalten? Die Verbraucherzentrale schlägt Folgendes vor:

  • Reale Mahn- und Vollstreckungsbescheide werden immer per Post versendet, niemals per Mail. Verbraucher sollten daher die Rechnung nicht bezahlen
  • Auf die Rechnung ein einziges Mal reagieren und das Zustandekommen des Vertrags bestreiten und ihn widerrufen.
  • Strafanzeige bei der Polizei stellen.
  • Falsche Informationen, die auf den Fake-Seiten im Internet zu finden sind, ignorieren. 

Streaming-Dienste: Wie kann man die Abofalle erkennen?

Kann man die dubiosen Streaming-Dienste bereits erkennen, bevor man in die Abofalle tritt? 

Die Webseiten sehen oftmals täuschend echt aus. Außerdem enthalten die Domainnamen häufig Wörter wie "flix", "play" oder "stream". Insbesondere der Zusatz "flix"  erinnert an den Streaming-Dienst Netflix und führt dadurch viele Kunden in die Irre. Mehr als 200 solcher Fake-Seiten wurden bereits gemeldet. Eine Liste der betrügerischen Domains ist auf der Seite der Verbraucherzentrale oder der Polizei in Niedersachsen zu finden. 

Ist man unsicher, ob es sich bei dem Streaming-Dienst um ein seriöses Angebot handelt oder nicht, gibt man den Namen am besten in eine Suchmaschine ein, bevor man persönliche Daten angibt. In vielen Fällen finden sich hier schon erste Hinweise auf eine fiese Abzocke.

Streaming-Dienste: Warnung vor diesen dubiosen Anbietern

Die Betrüger stellen jedoch kontinuierlich neue Streaming-Dienste online. Und fast alle haben ein Impressum, in dem ein Unternehmen mit Sitz in Großbritannien genannt wird. Der Name trägt meist den Zusatz Limited / Ltd. Ist das der Fall, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Abofalle. 

Bei diesen Anbietern ist Vorsicht geboten: 

  • Turquoiz Limited
  • Anmama Limited
  • Bizcon Limited
  • Kino Bino Limited
  • Kino Cinemas Ltd
  • SAFE4MEDIA Ltd
  • Lovelust Limited

Abzocke mit Streaming-Diensten: Nicht die erste Betrugsmasche

Im Internet tauchen immer wieder neue Abzocken, vor denen auch der ADAC warnt, auf. Zuletzt hatten Betrüger die Coronavirus-Pandemie ausgenutzt, um mit einer ebenfalls fiesen Masche an eine Menge Geld zu gelangen. Wie die Polizei Dortmund mitteilte, wollten die Betrüger sogenannte "Corona-Pakete" mit Schutzutensilien verkaufen. 

Und auch die Betrugsmasche mit den Streaming-Diensten taucht nicht zum ersten Mal auf. Bereits 2018 meldeten Verbraucher zum ersten Mal dubiose Plattformen, die mit vermeintlichen Film- und Aboangeboten ihre Kunden abzocken.

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa; Collage: RUHR24