Wegen Zero-Rating-Option

Streaming-Dienst vor dem Aus – EU-Gericht untersagt Nutzung

Für Kunden gibt es bald einen Streamingdienst weniger zur Auswahl. Grund dafür ist ein Gerichtsurteil, das den Dienst untersagt.

Dortmund – Wer das komplette Angebot ausreizen will, der hat mittlerweile viele Streamingdienste zur Auswahl. Im Frühjahr 2023 muss einer von ihnen sein Angebot allerdings einstellen – Grund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs.

UnternehmenDeutsche Telekom
Kundenservice0800 3301000
HauptsitzBonn

Telekom muss Streamingdienst beenden: März 2023 ist Schluss mit „Stream on“

Den eigenen Vertragskunden bietet die Deutsche Telekom seit ein paar Jahren mit dem Dienst „Stream on“ eine Flatrate für Musik, Video und Gaming an, also nichts anderes als einen Streamingdienst. Der Service ist monatlich neben dem jeweiligen Datenvolumen, etwa bei einem Handyvertrag, verfügbar.

Dieses Prinzip wird auch als Zero-Rating bezeichnet, weil kein Datenvolumen aufgebraucht wird. Doch genau das soll verboten werden, wie Gerichte und die Bundesnetzagentur entschieden haben. Das Ende für „Stream on“ in der Form, in der es aktuell existiert, steht somit bevor. Doch auch bei Netflix soll es Änderungen geben – der Streamingdienst hat Werbung trotz bezahltem Abo angekündigt.

Streamingdienst der Telekom muss nach Gerichtsurteil Dienst einstellen

Bereits im April 2022 hat die Bundesnetzagentur die Vermarktung von Zero-Rating verboten, wie unter anderem Inside Digital berichtet. Die Angebote würden gegen die Netzneutralität verstoßen, weil sie den Datenverkehr nicht gleich behandeln würden. Diese Beurteilung stammt allerdings nicht von der Behörde selbst, sondern vom Europäischen Gerichtshof.

Dieses Urteil wurde bereits am 2. September 2021 gefällt und betrifft neben „Stream on“ von der Telekom unter anderem auch den „Vodafone Pass“. Zwei Handyhersteller in Deutschland müssen sich derweil ebenfalls mit einem Verbot rumschlagen.

Ein Streamingdienst muss eingestellt werden.

Vereinfacht erklärt, verbietet der Gerichtshof, dass Tarife ungleich behandelt werden. Bei den Zero-Rating-Angeboten sei dadurch eine Ungleichbehandlung gegeben, weil „Stream on“ unbegrenzt nutzbar ist und nicht auf das Datenvolumen des Handyvertrags angerechnet wird – im Gegensatz zur Konkurrenz wie etwa Spotify, Netflix oder Tidal.

Kunden von „Stream on“: So lange kann der Streamingdienst noch genutzt werden

Wer den Streamingdienst aktuell noch nutzt, hat aber noch Zeit, sich nach Alternativen umzusehen. Die Telekom muss „Stream on“ erst Ende März 2023 endgültig einstellen. Unklar ist derzeit noch, ob es für Bestandskunden eine Kompensation zu dem wegfallendem Angebot geben könnte – beispielsweise mehr Datenvolumen (mehr News zu Digitales bei RUHR24).

Der Mobilfunkvertrag selbst soll laut Telekom grundsätzlich nicht von dem Verbot beeinflusst werden und bleibt für alle Kunden bestehen – nur eben ohne „Stream on“. Auch die Kündigungskonditionen sollen bestehen bleiben. Die Bundesnetzagentur verspricht sich davon langfristig jedoch, dass Kunden Verträge mit mehr Datenvolumen angeboten bekommen.

Rubriklistenbild: © NomadSoul/Imago

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