Bild: Stiftung Warentest

Wer sich etwas neues kaufen möchte, sucht erst einmal im Netz nach Testurteilen. Diese sind aber immer häufiger gefälscht, sagt die Stiftung Warentest und verrät, wie ihr Fake-Testportale erkennt.

  • Stiftung Warentest sieht sich immer wieder Fake-Tests im Netz gegenüber.
  • Fake-Seiten wollen vor allem Provisionen kassieren.
  • Vermeintliche Testsieger können für Enttäuschung bei den Kunden sorgen.

Gleich nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch kommt in Deutschland das Urteil der Stiftung Warentest. Dieser Spruch kommt nicht von ungefähr. Zahlreiche Menschen vertrauen auf die unabhängigen Tests der Stiftung. Allerdings tummeln sich im Internet zahlreiche andere, vermeintlich unabhängige Tests. Und die sind zum Teil erfunden.

Es gibt eigentlich nichts, was die Stiftung Warentest nicht schon einmal getestet hat. Seien es Waschmittel, Hundefutter, Leitungswasser oder Bambusbecher – mit einem Team unabhängiger Experten werden die Artikel unter die Lupe genommen.

Stiftung Warentest ist unabhängig

Dafür wird die Stiftung Warentest nicht bezahlt. Sie besorgt die Produkte im Vorfeld anonym im Netz oder im Fachgeschäft. Nach dem Test werden die Ergebnisse gegen Bezahlung auf der Homepage und in einem monatlich erscheinenden Heft veröffentlicht.

Im Netz gibt es aber zahlreiche weitere Seiten, die vermeintliche Testberichte enthalten. „Doch meist haben die eine geringe bis gar keine Aussagekraft, vermeintliche Testsieger können sogar absolute Flops sein“, so die Stiftung Warentest.

Fake-Testportale wollen Provision kassieren

Das Ziel von Seiten wie Testberichte.de oder testit.de ist es, die angepriesenen Produkte auch zu verkaufen. Direkt vom Test aus können die Besucher zu einem Shop gelangen. Vorteil für die Webseitenbetreiber: Sie kassieren Provision, wenn ein Produkt verkauft wird.

Kein Wunder also, dass die „Testberichte“ auf den Homepages vor allem positiv für die meisten Produkte ausfallen. Ein Beispiel dafür sind Fritteusen. Die Tefal Actifry 2in1 YV9601 fiel im Test der Stiftung Warentest komplett durch und erhielt die Note „mangelhaft“. Nutzer können sich daran die Finger verbrennen. Ein anderes Portal bewertet die gleiche Fritteuse plötzlich mit der Note „gut“.

„Zahlreiche Fake-Testportale verstoßen gegen geltendes Recht, etwa das Urheber-, Wettbewerbs- oder Presserecht“, so die Stiftung Warentest. Regelmäßig werden die Portale abgemahnt. Aber wo eines aus dem Netz verschwindet, tauchen zehn neue auf.

Diese Tipps helfen beim Erkennen von falschen Tests

Die Stiftung Warentest gibt Tipps, um Fake-Testportale zu erkennen:

  • Es gibt keine negativen Bewertungen, schließlich wollen die Fake-Tester vor allem an ihren Seiten verdienen.
  • Die Fotos von den Produkten sind nicht selbst geschossen und werden so auch auf den Seiten der verlinkten Händler verwendet.
  • Links zu einem Händler sind meist ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Testportal Provision kassiert.
  • In den Test wird so getan, als hätte die Stiftung Warentest die Produkte unter die Lupe genommen. Dabei kommen dann umschreibende Begriffe zum Einsatz.
  • Es gibt keine Testbeschreibung.
  • Ein Impressum fehlt oder verweist auf ein weit entferntes Land.

Im harmlosesten Fall wollen die Betreiber von Fake-Testseiten nur die Provision von den Nutzern kassieren, die im Anschluss etwas kaufen. Es gibt im Netz aber auch zahlreiche Fake-Shops, die mit günstigen Preisen locken. Besondere Vorsicht ist auch bei Ticketkäufen im Netz gegeben. Vor allem das Portal Viagogo macht dabei immer wieder negative Schlagzeilen.