Schutz vor Schwangerschaft

Stiftung Warentest warnt vor Verhütungsmitteln: Beliebte Möglichkeiten lösen Komplikationen aus

Stiftung Warentest testet Verhütungsmittel. Frauen drohen im schlimmsten Fall schwere Komplikationen. 

  • Stiftung Warentest warnt vor verschiedenen Verhütungsmitteln.
  • Davon betroffen sind verschiedene Kupferspiralen und Verhütungsringe.
  • Der Pearl-Index gilt als der Maßstab für die Sicherheit eines Verhütungsmittels.

Berlin - Stiftung Warentest (Berlin) warnt vor verschiedenen Kupferspiralen und Verhütungsringen. Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) kann es bei manchen Produkten zu schwerwiegenden Komplikationen kommen.

Kupferspirale und Verhütungsring: Diese Verhütungsmittel könnten brechen

Wenn eine Kupferspirale oder ein Verhütungsring bricht, kann eine Empfängnisverhütung nicht mehr garantiert werden, wie RUHR24.de* berichtet. Das kann laut Stiftung Warentest, das auch Eiweißpulver unter die Lupe genommen hat, bei manchen Kupferspiralen der Marken Eurogine und verschiedenen Ringen auftreten. Folgende Produkte sind betroffen:

Betroffene Kupferspiralen:

  • Ancora
  • Gold T
  • Novaplus

Bei diesen Kupferspiralen kann laut dem BfArM der Seitenarm brechen, sodass die Spirale in der Gebärmutter nicht mehr richtig liegt. Kupferspiralen gehören zu den hormonfreien Verhütungsmethoden und werden vom Arzt in die Gebärmutter eingesetzt. Dort schützt sie dann bis zu fünf Jahre vor einer Schwangerschaft. Eine Kupferspirale gilt meist als sehr sicheres Verhütungsmittel.

Warnung vor Kupferspirale: Vorgehen bei Beschwerden

Frauen mit einer entsprechenden Spirale sollten ihren Frauenarzt zur Kontrolle der Spirale aufsuchen. Außerdem sind Bauch­schmerzen, Zwischen­blutungen, Schmerzen oder Blutungen beim Geschlechts­verkehr laut der Stiftung Warentest (Berlin) ein Zeichen auf eine gebrochene Spirale.

Video: Verhütung - die Kupferspirale soll das Risiko für Krebs senken

Allgemein sollte die Spirale regelmäßig selbst kontrolliert werden: Der Rückholfaden ist nach der Menstruation am besten zu ertasten. Wenn dabei etwas Ungewöhnliches auffällt, wie zum Beispiel harter Kunststoff, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Stiftung Warentest (Berlin): Diese Verhütungsringe könnten brechen

Betroffene Verhütungsringe:

  • Cyclelle (Hexal)
  • Ginoring (Exeltis)
  • Setlona (Mylan Healthcare)
  • Veri-Aristo (Aristo)

Die Ringbruchrate dieser Produkte liegt laut der Analyse der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker bei circa 30 %. Die Experten schätzen diese Rate als hoch ein.

Verhütungsringe gehören, im Gegensatz zu der Kupferspirale, zu einer hormonellen Verhütungsmethode. Er wird im gleichen Zyklus wie die Pille angewandt: Die Frau setzt den Ring einmalig für drei Wochen ein. Danach entfernt sie ihn, sodass die Zwischenblutung (oder auch Entzugsblutung) kommt.

Warnung bei Verhütungsring: Vorgehen bei Beschwerden

Wenn die Beschädigung auffällt, kann die Frau den kaputten Verhütungsring selber wechseln. Dies kann bei einer routinemäßigen Kontrolle oder bei Unterleibsschmerzen auffallen. Die Verhütungsringe Nuvaring und Circlet sollen nur sehr selten brechen.

Als Maßstab für die Sicherheit gilt der Pearl-Index. Er gibt an, wie sicher ein Verhütungsmittel ist. Er ermittelt, wie hoch die Zahl der Schwangerschaften ist, wenn 100 Frauen ein Jahr lang das gleiche Verhütungsmittel nutzen. Also gilt: Je niedriger der Wert des Pearl-Index, umso besser schützt das jeweilige Verhütungsmittel vor einer Schwangerschaft.

Kupferspirale, Ring und Pille: Was sind die sichersten Verhütungsmethoden?

Der Pearl-Index einer Kupferspirale liegt meist bei 0,9 bis 3. Manchmal aber auch niedriger bei etwa 0,4 bis 1. Das ist abhängig vom Kupfergehalt der Spirale. Bei einem Verhütungsring liegt der Pearl-Index bei etwa 0,65. Mehr zu den verschiedenen Verhütungsmethoden gibt es in der Medikamentendatenbank der Stiftung Warentest und bei einem fachkundigen Arzt.

Immer mehr Frauen steigen von der Anti-Baby-Pille auf eine andere Verhütungsmethode, wie die Kupferspirale, um. Die Pille sorgt bei vielen für unangenehme Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, ein höheres Thromboserisiko oder depressive Stimmungen. Außerdem können Frauen, die die Pille nehmen, manche Lebensmittel nicht zu sich nehmen. So kann beispielsweise eine Grapefruit die Wirkung der Pille verringern.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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