Stiftung Warentest nimmt stilles Mineralwasser unter die Lupe - Testsieger kostet nur 13 Cent pro Liter

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Stiftung Warentest hat Mineralwasser getestet Foto: dpa

Die Stiftung Warentest hat 32 stille Mineralwasser getestet. Über die Hälfte davon bekam nur ein "befriedigend" oder schlechter. Zwei Wasser fielen durch.

Stiftung Warentest hat 32 stille Mineralwasser getestet. Viele von ihnen weisen Spuren von bedenklichen Stoffen auf.

  • Stiftung Warentest nimmt stilles Mineralwasser unter die Lupe.
  • Günstigstes Wasser kann überzeugen.
  • Bio-Wasser fallen durch.

Stilles Mineralwasser wird immer beliebter bei den Deutschen. Rund zwei Milliarden Liter wurden im vergangenen Jahr verkauft. Grund genug für die Stiftung Warentest, sich das Wasser vorzunehmen. Dabei wirft das Institut gleich am Anfang die Frage auf, warum die Menschen für Wasser zahlen, dass sich in Geschmack und Qualität kaum von Leitungswasser unterscheidet.

Stiftung Warentest: Günstigstes Wasser ist Testsieger

32 Flaschen wurden getestet. Und der Testsieger ist eines der günstigsten Wasser. Das "Edeka Gut & Günstig Still" bekam die Note "gut". Nur 13 Cent pro Liter werden für dieses Wasser fällig. Geschmack und Aussehen überzeugen genauso wie die Abwesenheit von kritischen Stoffen.

Das ist nicht bei allen Wassern im Test der Fall. Nur 15 Mal vergab die Stiftung Warentest die Note "gut". Die restlichen 17 Wasser schnitten schlechter ab.

Das liegt laut Stiftung Warentest, die auch die Streaming-Anbieter DAZN und Sky Ticket verglichen hat, daran, dass sie mit Keimen, kritischen Stoffen oder Spuren aus Industrie und Landwirtschaft verunreinigt sind.

Zwei Bio-Wasser holen nur ein "mangelhaft"

Das schlechteste Ergebnis holten die beiden Bio-Wasser "BioKristall still" und "Rheinsberger Preussenquelle Still Bio". Beide fielen durch Inhaltsstoffe auf, die sie eigentlich gar nicht enthalten sollten.

In der "Rheinsberger Preussenquelle Still Bio" wurden außergewöhnlich viele Keime gefunden. Und zwar auch solche, die Menschen mit einem schwachen Immunsystem Probleme bereiten könnten. Im "BioKristall still" fand die Stiftung Warentest, die kürzlich Schwarzen Tee getestet hat, eine erhöhte Konzentration von Radium. Der Wert des radioaktiven Stoffes lag weit über dem erlaubten Grenzwert.

Ebenfalls bedenklich fand Stiftung Warentest die geprüften Handyspiele wie Fortnite oder Pokemon Go. Dafür war hat fast jede getestete Zahnpasta die Bestnote erhalten.

Boden der Mineralwasser-Quellen verunreinigt

Die Probleme ähneln insgesamt denen, die auch schon im Mineralwassertest von Ökotest aufgetreten sind. Die Stiftung vermutet, dass der Boden, aus denen die Quellen entspringen und später das Mineralwasser gewonnen wird, Verunreinigungen aufweisen.

Allerdings ist noch unklar, wie es dazu kommen konnte. Sprudelnde Mineralwasser haben allerdings den Vorteil, dass die Kohlensäure das Keimwachstum hemmt, so die Stiftung Warentest, die auch Spülmaschinentabs getestet hat. Das fällt bei stillem Wasser weg.

Darüber hinaus enthalten die stillen Wasser auch nicht bemerkenswert mehr Mineralstoffe als gewöhnliches Leitungswasser. Allerdings kostet schon das günstigste Mineralwasser mehr als 34 Mal so viel. Ob die Verbraucher bereit sind, dafür Geld auszugeben, müssen sie selbst entscheiden

Leitungswasser genauso gut wie Mineralwasser

Einen etwas anderen Wasser-Test hat im vergangenen Jahr das Schweizer Wasserforschungsinstituts Eawag gemacht. Dabei kam heraus, dass sich in Dortmunds Abwasser große Mengen an Kokain-Rückständen befinden. Auf das Leitungswasser hat das aber keinen Einfluss.

Inzwischen sind die Kläranlagen sogar so gut, dass auch Tenside von Flüssigwaschmitteln aus dem Wasser gefiltert werden können. Das Essensreste aus dem Geschirrspüler oder Fäkalien entfernt werden, ist hingegen selbstverständlich.

Bei den heißen Temperaturen können Verbraucher also ohne Probleme zu einem Glas Kraneberger greifen. Mit einem Wassersprudler wird daraus dann ganz schnell ein erfrischendes Mineralwasser. Stiftung Warentest hat sieben Wassersprudler untersucht.

Mindestens 1,5 Liter sollten die Menschen am Tag trinken, bei den heißen Temperaturen mehr. Wer das nicht beherzigt, könnte im schlimmsten Fall Kopfschmerzen oder einen Hitzschlag bekommen.