Risiko für Verbraucher

Stiftung Warentest: Frische Nudeln teilweise mit Keimen belastet

Schnell zubereitet: Tortelloni aus dem Kühlregal sind zwar günstig, doch laut Stiftung Warentest nicht ganz unbedenklich.
+
Schnell zubereitet: Tortelloni aus dem Kühlregal sind zwar günstig, doch laut Stiftung Warentest nicht ganz unbedenklich.

Stiftung Warentest hat frische Pasta aus dem Kühlregal getestet. Dabei kam heraus: Nudeln aus dem Discounter könnten der Gesundheit schaden.

  • Stiftung Warentest hat Tortelloni von Aldi, Edeka, Lidl und Rewe getestet.
  • Zwei Pasta-Produkte wurden mit im Test ausreichend bewertet, eines sogar als mangelhaft.
  • Die negativ getesteten gefüllten Teigtaschen wiesen Keime und Chlorat auf.

Nordrhein-Westfalen – Nudeln in allen Varianten, schön leckere Pasta - wer mag sie nicht? Mit Nudeln lassen sich viele tolle Gerichte zubereiten. Die Stiftung Warentest hat nun 19 gefüllte Tortelloni aus dem Kühlregal getestet und teils gesundheitsschädliche Keime gefunden.

Name

Stiftung Warentest

Gründung

4. Dezember 1964, Berlin

Rechtsform

Selbständige rechtsfähige Stiftung

CEO

Hubertus Primus

Zentrale

Berlin

Mitarbeiter

359 (Stand: 2018)

Stiftung Warentest testet Tortelloni: Pasta als günstige und schnelle Fertigprodukte

Wer sich frisch gefüllte Pasta gönnen möchte, wählt meist den Weg zum Stamm-Italiener. Doch es geht auch günstiger und schneller mit den Fertigprodukten aus dem Supermarkt.

So werden die Tortelloni meist mit Ricotta und Blattgemüse, etwa Spinat oder Petersilie, gefüllt. Die Füllung kann aber auch aus Fleisch oder aus Parmesan bestehen. Bei der Auswahl der Füllung wird wahrscheinlich jeder fündig (mehr Ratgeber- und Service-Themen auf RUHR24.de).

Tortelloni im Test: Die Stiftung Warentest checkt Pasta von Aldi, Edeka, Lidl und Rewe

Die Stiftung Warentest, die zuletzt bereits Lebensmittel testete, die das Krebsrisiko senken können, hat für ihren Check neun Produkte mit einer Ricotta-Spinat-Füllung, sechsmal eine Fleisch-Füllung und dreimal eine Käse-Füllung von Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Lidl sowie aus der Bio-Waren-Abteilung von Rewe untersucht. Drei Produkte davon tragen sogar ein Biosiegel. 

Preislich liegen die Produkte, die unter anderem von Hilcona, Stein­haus und Giovanni Rana hergestellt wurden, bei 30 Cent bis 1,30 Euro pro 100 Gramm. 13 Teigtaschen schnitten bei der Bewertung gut ab, so erzielten die beiden Testsieger, ein Discounter-Produkt und eine bekannte Marke, die Note sehr gut beim Geschmack, Geruch und Mundgefühl.

Tortelloni gibt es in vielen verschiedenen Varianten, die Stiftung Warentest testete auch gefüllte Pasta mit Käse.

Allerdings gab es auch schlechte Noten. Die Tester fanden bei Ricotta-Spinat-Tortelloni eines Discounters sogar heraus, dass diese stark mit Chlorat belastet ist. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung gilt es bei einmaliger Aufnahme als unkritisch, doch vor allem bei jüngeren und erkrankten Menschen kann es zu Problemen führen.

Stiftung Warentest testet Tortelloni: Probleme bei Schilddrüsenerkrankungen

Chlorat kann nämlich die Jodaufnahme hemmen, was vor allem für Personen mit Schilddrüsenerkrankungen zum Problem werden kann. Denn ohne Jod, was der Körper nicht selbst herstellen kann, wird der Stoffwechsel nicht richtig angeregt. Zudem bleibt das Körper- und Organwachstum aus, das kann für Nachfolgeschäden bei Kindern und Jugendlichen sorgen.

Bei zwei Anbietern, die ihre italienische Tradition in der Herstellung stark anpreisen, wurden sogar Keime gefunden. Die Ricotta-Spinat-Füllungen enthielten Enterobakterien. In heißem Wasser werden diese zwar in der Regel abgetötet, doch bei frischen Produkten stellen Bakterien immer ein potenzielles Risiko dar. Alle Gewinner und Verlierer im Test gibt es bei der Stiftung Warentest (Bezahlartikel).

Letztlich zählt beim Kauf aber natürlich auch immer der Geschmack. Während der Stamm-Italiener eher mit herkömmlichen Produkten arbeiten wird, verbergen sich in den Waren aus dem Kühlregal meist Aromenzusätze. Stiftung Warentest fand diese vor allem in den Tortelloni von Lidl, Giovanni Rana und Hilcona. Viele Anbieter zeigten aber auch, dass es ohne Aromen geht.

Tortelloni im Test: Stiftung Warentest rät vom Erwärmen in der Mikrowelle ab

Die Stiftung Warentest hat übrigens noch einen Tipp parat: Obwohl die Tortelloni aus dem Kühlregal kommen, sollte man diese nie in der Mikrowelle erwärmen. So werden die Nudeln nämlich trocken. Besser ist die Zubereitung für einige Minuten in siedendem Wasser.