Gratiskonten im Überblick

Stiftung Warentest: Kostenloses Tool zeigt die günstigsten Girokonten

Symbolbild - Geldkassette
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Wegen Corona sparen mehr Menschen ihr Geld – und das wird teurer. (Symbolbild)

Welches Girokonto ist eigentlich am günstigsten und passt am besten zu den eigenen Ansprüchen? Das zeigt jetzt ein kostenloses Tool der Stiftung Warentest.

Deutschland – Bis zu 250 Euro im Jahr – soviel muss man als Bankkunde laut einem Bericht der Stiftung Warentest mittlerweile für sein Girokonto zahlen. Das größte Problem dabei: Die Angebote sind extrem unübersichtlich. Denn neben den offensichtlichen Kontogebühren, die viele Banken erheben, fallen oftmals auch verstecke Kosten an.

Stiftung Warentestgemeinnützige deutsche Verbraucherorganisation
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
HauptsitzBerlin

Stiftung Warentest bietet unabhängigen Vergleich von Girokonten an

Die Stiftung Warentest prüft und vergleicht regelmäßig die Konditionen von verschiedenen Geldinstituten. Vierteljähr­lich wird dabei auch die Höhe der Dispozinsen erhoben.

Diese Vergleichsdaten stehen Verbraucher aktuell kostenfrei zur Verfügung. Ein Kontovergleich gelingt damit umfassend, besonders einfach – und vor allem unabhängig.

Girokonto mit wenigen Klicks vergleichen – kostenlos für Verbraucher

Insgesamt 316 Girokonten von mehr als 130 verschiedenen Banken lassen sich bei der Stiftung Warentest mit nur wenigen Klicks vergleichen. Dass der Vergleich dabei völlig kostenlos ist, ist für das Berliner Verbrauchermagazin nicht selbstverständlich, denn die Produkttests des Magazins werden stets als Bezahlartikel veröffentlicht (informative Testberichte auf RUHR24).

Der Grund für das kostenlose Angebot: Der Bund muss nach der europäischen Zahlungs­kontenricht­linie sicher­stellen, dass alle Verbraucher Zugang zu mindestens einer objektiven und kostenlosen Vergleichs­website für Giro­konten haben.

Kostenloser Girokonten-Vergleich der Stiftung Warentest – hier findet man das Tool

Die Bundes­regierung plant zu diesem Zweck von der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungen (Bafin) eine staatliche Vergleichs­website für Giro­konten aufbauen lassen. Diese soll aber erst im zweiten Quartal 2022 ans Netz gehen.

Daher springt die Stiftung Warentest ein und bietet ihren bewährten Giro­kontenvergleich kostenlos an. Das entsprechende Onlinetool findet man hier.

Girokonten vergleichen bei Stiftung Warentest - hohe Kosten bei Girokonten

Mit dem Tool der Berliner Verbraucherorganisation lassen sich mehr als 50 Merkmale der Girokonten miteinander vergleichen. Darunter sind beispielsweise die Kontogebühren, die Höhe von Dispozinsen oder Gebühren für Kreditkarten.

Bankkonten können nun online bei Stiftung Warentest die Kosten für Kreditkarte oder Konten vergleichen.

Ebenso können Bankkunden hier herausfinden, bei welchen Geldinstituten man noch kostenlos Geld abheben kann, welche Giro­konten sich bundes­weit eröffnen lassen und welche Banken noch Filialen mit Schalter­betrieb haben. Denn solche Filialbanken sind mittlerweile vom Aussterben bedroht – und längst nicht mehr jede Bank bietet diesen direkten Kundenservice an.

Die steigenden Kosten für Girokonten verärgern viele Verbraucher. Beispielsweise muss man mittlerweile bei einigen Geldinstituten nicht mehr nur noch beim Abheben an fremden Geldautomaten Gebühren zahlen, sondern sogar an den bankeigenen.

Video – Verbraucherportal: Geld abheben wird immer teurer

Und auch die Kontogebühren selbst werden teurer. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf das Statistische Bundesamt berichtet, sind die Gebühren bereits von 2015 bis 2019 um 25 Prozent gestiegen.

Ärger um Kosten für Girokonten – Stiftung Warentest listet Gratiskonten auf

Stiftung Warentest rät: Ein Giro­konto inklusive Girocard und Online­buchungen sollte nicht mehr als 5 Euro im Monat oder 60 Euro im Jahr bezahlen. Dieser Preis sei noch akzeptabel.

Wer aber mehr für ein Giro­konto zahle, solle über einen Wechsel nachdenken. Übrigens: Kunden finden bei Stiftung Warentest auch eine Übersicht mit den Konten, die noch komplett gratis sind – „ohne Wenn und Aber“, wie es die Berliner Verbraucherschützer beschreiben.

Wegen Corona sparen mehr Menschen ihr Geld – aber sogar das wird teurer

Selbst Sparen wird teurer: Im Zuge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) reichen zahlreiche Banken die Negativzinsen, die sie selbst auf Einlagen bei der EZB zahlen, an ihre Privatkunden weiter. Laut Spiegel-Bericht verlangen mittlerweile 300 Banken und Sparkassen – insbesondere für Tagesgeld – ein sogenanntes Verwahrentgelt von meist 0,5 Prozent.

Pandemiebedingt sparen gleichzeitig aktuell mehr Menschen denn je ihr Geld: Zum einen, da es weniger Möglichkeiten gibt, es auszugeben, zum anderen, um für Krisenzeiten gerüstet zu sein. Durch solche „Strafzinsen“ kann das Anlegen von hohen Summen allerdings zum Minusgeschäft werden.

Wer höhere Geldbeträge sparen will, kann die Geldinstitute bei Verivox vergleichen. Laut dem Verbraucherportal erheben aktuell mindestens 95 Institute Negativzinsen bereits ab einem Gesamtguthaben von 50.000 Euro oder weniger.

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